08 Mai 2017, 07:00
40 neue Schweizergardisten im Vatikan vereidigt
 
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Rekordzahl an neuen Papst-Leibwächtern infolge vermehrter Anwerbungs-Anstrengungen und Zusatztraining bei der Polizei - VIDEO der feierlichen Vereidigung

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Im Vatikan sind am Samstag 40 neue Schweizergardisten vereidigt worden - damit ist die Zahl der Rekruten so hoch wie seit Jahren nicht mehr. 23 der neuen Gardisten stammen aus der Deutschschweiz, 13 aus dem französischsprachigen Landesteil, vier aus dem Tessin. Die Rekruten legten ihren feierlichen Schwur zur Verteidigung des Papstes im Beisein von Paolo Borgia, Assessor im vatikanischen Staatssekretariat, und Kommandant Christoph Graf ab.

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Die päpstliche Truppe hatte zuletzt größere Anstrengungen zur Anwerbung neuer Gardisten unternommen. Der aktuelle Jahrgang ist der erste, der ein einmonatiges Zusatztraining bei der Tessiner Polizei erhalten hat. Dieses umfasst unter anderem eine Schulung in Psychologie, lebensrettenden Maßnahmen, persönlicher Sicherheit, Taktik und Schießen. Die Schweizergarde bewacht den Papst und den Vatikan seit 1506.

Zu der Zeremonie, die der Tradition entsprechend am 6. Mai im Damasushof des Apostolischen Palasts stattfand, waren als Gäste aus der Schweiz unter anderem Bundespräsidentin Doris Leuthard und Ständeratspräsident Ivo Bischofsberger sowie weitere Repräsentanten aus Politik und Armee gekommen. Für die Schweizer Bischofskonferenz reiste deren Vorsitzender Charles Morerod an, Bischof von Lausanne, Genf und Fribourg. Auch der Basler Bischof Felix Gmür kam zur Vereidigung nach Rom.

Am Morgen hatte Papst Franziskus die Garde in Audienz empfangen. Er rief die Truppe auf, "als mutige 'Soldaten Christi' zu wachsen". Tapferkeit, Treue und starker Glaube seien wichtig für ihren Dienst. Zudem sollten sie sich auch um "Großmut im christlichen Zeugnis" bemühen.

Kommandant Christoph Graf nahm in seiner Ansprache vor der feierlichen Vereidigung auf die aktuelle Krise in Europa Bezug. Er forderte von Politik und Wirtschaft, die Familie zu stärken. Nur so könne Europa überleben. Die Rekruten rief er auf, sich am Leben der Heiligen zu orientieren.

Am Vormittag hatte Kardinal Gerhard Ludwig Müller, Präfekt der Glaubenskongregation, anlässlich der Vereidigung eine Messe im Petersdom gehalten. Diesjähriger "Gastkanton" bei den Feiern ist Obwalden als Heimat des Landes- und Gardepatrons Niklaus von Flüe. 2017 wird dessen 600. Geburtsjahr begangen.

Das Datum der jährlichen Vereidigung erinnert an die Plünderung Roms durch die Landsknechte Kaiser Karls V., den sogenannten Sacco di Roma am 6. Mai 1527. Damals fielen 147 Soldaten bei der Verteidigung von Papst Clemens VII. (1523-1534). Die meisten Rekruten verpflichten sich heute für eine zweijährige Dienstzeit.

Die Rekruten der Schweizergarde legen feierlich ihren Eid ab - 6.5.2017 - Die Zeremonie in voller Länge




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