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Glaube in Bewegung, offen für die Überraschungen Gottes

8. Mai 2017 in Aktuelles, 35 Lesermeinungen
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Franziskus in Santa Marta: Die Sünde des Widerstands gegen den Heiligen Geist. Die Gnade der Unterscheidung gegen Bewegungslosigkeit, Rigidität und Verschlossenheit des Herzens. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Da erinnerte ich mich an das Wort des Herrn: Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet mit dem Heiligen Geist getauft werden“ – der Heilige Geist: er bewegt die Kirche, er setzt die christliche Gemeinschaft in Bewegung. Papst Franziskus konzentrierte sich in seiner Predigt bei der heiligen Messe am Montag der vierten Woche im Osterkreis in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ auf die Lesung aus der Apostelgeschichte (Apg 11,1-18).

Der Heilige Geist vollbringe Wunder, so der Papst. Er schaffe Neues „und einige hatten gewiss Angst vor diesen Neuheiten der Kirche“:

„Der Geist ist das Geschenk Gottes, dieses Gottes, unseres Vaters, der uns immer überrascht. Der Gott der Überraschungen... warum? Weil er ein lebendiger Gott ist, er ist ein Gott, der in uns wohnt, ein Gott, der unser Herz bewegt, ein Gott, der in der Kirche ist und mit uns geht, und auf diesem Weg überrascht er uns immer. Und wie er die Kreativität gehabt hat, die Welt zu schaffen, so hat er die Kreativität, alle Tage neues zu schaffen. Der Gott, der uns überrascht“.

Das könne „Schwierigkeiten“ bereite, wie dies dem Petrus widerfahren sei, dem sich die anderen Jünger widersetzen, als sie erfahren hätten, dass „auch die Heiden das Wort Gottes angenommen hatten“ (V. 1) Für sie sei Petrus zu weit gegangen und sie tadelten ihn, da er laut ihnen „ein Ärgernis“ gewesen sei, was so weit gegangen sei, dass sie zu ihm gesagt hätten: „Du, Petrus, der Fels der Kirche! Wohin führst du uns?“.


Petrus berichte von seiner Vision, „einem Zeichen Gottes“, das ihn eine mutige Entscheidung treffen ließe. Petrus „ist fähig, die Überraschung Gottes anzunehmen“. Angesichts derart vieler Überraschungen des Herrn also „müssen sich die Apostel versammeln und diskutieren und zu einer Einigung kommen“, um den Schritt nach vorn zu tun, den der Herr wolle:

„Immer, seit den Zeiten der Propheten bis heute, ist da die Sünde, dem Heiligen Geist Widerstand zu leisten: der Widerstand gegen den Geist. Und das ist die Sünde, die Stephanus gerade den Mitgliedern des Hohen Rats vorwirft: ‚Ihr und eure Väter habt immer dem Heiligen Geist widerstanden’. Der Widerstand gegenüber dem Heiligen Geist. ‚Nein: das wurde immer so gemacht, und so muss man das machen. Komm mir nicht mit diesen Neuheiten, Petrus. Sei ruhig... nimm dir eine Tablette, die dir die Nerven beruhigt... Sei ruhig...’. Das ist die Verschlossenheit gegenüber der Stimme Gottes. Und der Herr spricht im Psalm zu seinem Volk: ‚Verhärtet euer Herz nicht, wie dies eure Väter taten’“.

Der Herr, so der Papst mit dem Blick auf das Evangelium vom Tag über den Guten Hirten (Joh 10,1-10), fordere von uns immer, unser Herz nicht zu verhärten. „Ich habe noch andere Schafe, die nicht aus diesem Stall sind; auch sie muss ich führen, und sie werden auf meine Stimme hören; dann wird es nur eine Herde geben und einen Hirten“ (V. 16): „was der Herr will“, so Franziskus, „ist, dass es andere Völker, andere Herden gibt, die nicht dazu gehören, doch dass es nur eine Herde und einen Hirten geben wird“. Jene, die als Heiden, als „Verdammte“ angesehen worden seien, seien auch nach ihrer Bekehrung als „Gläubige zweiter Klasse“ betrachtet worden. Keiner habe es gesagt, doch so sei es de facto gewesen:

„Die Verschlossenheit, der Widerstand gegen den Heiligen Geist. Jener Satz, der immer verschließt, der dich einhalten lässt: ‚Es ist immer so gemacht worden’. Und das tötet die Freiheit, das tötet die Freude, es tötet die Treue zum Heiligen Geist, der immer nach vorwärts gerichtet handelt und die Kirche voranbringt. Doch wie kann ich wissen, ob etwas vom Heiligen Geist ist oder der Weltlichkeit entstammt, dem Geist der Welt, oder ob es vom Geist des Teufels kommt? Wie kann ich das? Man muss um die Gnade der Unterscheidung bitten. Das Instrument, das der Geist selbst uns gibt, ist die Unterscheidung. Unterscheiden, in jedem Fall, wie man handeln muss. Das ist es, was die Apostel getan haben: sie haben sich versammelt, sie haben gesprochen und gesehen, dass das der Weg des Heiligen Geistes war. Jene dagegen, die diese Gabe nicht hatten oder die nicht gebetet hatten, um sie zu erhalten, sind verschlossen und im Stillstand geblieben“.

Wir Christen, so der Papst abschließend, müssten in der Lage sein, unter den vielen Neuheiten zu unterscheiden zu wissen, eins vom anderen zu unterscheiden, „zu unterscheiden, was die Neuheit ist, der neue Wein, der von Gott kommt, was die Neuheit ist, die vom Geist der Welt kommt, und was die Neuheit ist, die vom Teufel stammt“. „Der Glaube, so Franziskus, „ändert sich nie. Der Glaube ist derselbe. Doch er ist in Bewegung, er wächst, er weitet sich aus“.

Der Papst erinnerte an den heiligen Vinzenz von Lérins, einen Mönch der ersten Jahrhunderte, und unterstrich: „Die Wahrheiten der Kirche gehen voran: sie festigen sich mit den Jahren, sie entwickeln sich mit der Zeit, sie vertiefen sich mit dem Alter, damit sie mit der Zeit, mit den Jahren stärker werden, damit sie sich mit der Zeit ausweiten und mit dem Alter der Kirche erhöhter werden. Wir wollen den Herrn um die Gnade der Unterscheidung bitten, um nicht den falschen Weg einzuschlagen und nicht der Bewegungslosigkeit zu verfallen, der Rigidität, der Verschlossenheit des Herzens“.

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