Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Antwerpens Bischof Bonny droht jetzt dem Papst
  2. Zehn Jahre ‚Amoris laetitia‘ – Die Kunst, eine Lehre zu ändern, ohne sie zu ändern
  3. Tschechischer Bischof Holub meint: Neuer Ritus ist 'wesentlich' für Synodalität
  4. Schwester Helen und angebliche Flirt-Fantasien der Dominikaner
  5. Papst verkündet neuen Friedensappell der Weltreligionen in Assisi
  6. 25 Jahre KATH.NET: Kardinal Müller wird Schirmherr, Peter Seewald journalistischer Berater!
  7. NZZ: 'Die Kirchen arbeiten an der Ächtung der AfD mit'
  8. Die Mitwirkung der seligen Jungfrau Maria an der Erlösung
  9. Zehn Jahre Amoris laetitia: die Schule des Zuhörens
  10. Wir können NICHT schweigen!
  11. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  12. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“
  13. Papst Leo: 'Ehe offenbart etwas von Gottes Geheimnis'
  14. Christliche Eltern beten für den Mann, der ihre Töchter bei Autounfall tötete
  15. Forscher sprechen von neuen Beweisen für möglichen Fundort der Arche Noah

Bischof Schwarz: Staat muss europäisch geprägten Islam einfordern

19. April 2017 in Österreich, 22 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kärntner Bischof: "Wir brauchen hier bei uns einen europäisch geprägten Islam, sonst wird es schwierig. Es ist Aufgabe des Staates, das einzufordern. Sonst wird unsere europäisch-christlich geprägte Kultur eine Minderheit."


Wien (kath.net/KAP) Religionen müssen im säkularen Staat einen Platz in öffentlichen Einrichtungen zugesichert erhalten, allerdings brauche es dazu einen europäischen Islam, hat der Kärntner Bischof Alois Schwarz in einem "Kurier"-Interview (Ausgabe Ostersonntag) betont. "Die Frage, was Religion bedeutet, wird eine Zukunftsfrage sein. Ich bin zum Beispiel sehr froh über die hohe Beteiligung am Religionsunterricht in Österreich. Aber auch die Erwachsenen haben die Pflicht, sich hier kundig zu machen", sagte Schwarz.

Das Christentum habe den Vorteil, durch Aufklärung und Humanismus neu geformt und dadurch fähig gemacht worden zu sein, dem Staat ein verlässlicher Gesprächspartner zu sein. "Andere Religionen müssen diesen Weg erst gehen", so der Kärntner Bischof. Er räumte allerdings ein, dass die Aufklärung "dem Christentum von außen aufgezwungen" worden sei.


So muss es nach Ansicht von Schwarz Reformen innerhalb des Islam geben. "Wir brauchen hier bei uns einen europäisch geprägten Islam, sonst wird es schwierig. Es ist Aufgabe des Staates, das einzufordern. Sonst wird unsere europäisch-christlich geprägte Kultur eine Minderheit."

Er höre immer wieder, dass die katholische Kirche ihre Stimme lauter gegen Tendenzen radikaler Muslime erheben solle, so Bischof Schwarz. Dazu sei zu sagen, dass es hier "nicht auf die Lautstärke, sondern auf die Botschaft" ankomme.

Differenziert sieht der Bischof von Gurk und Klagenfurt die Kopftuchdebatte. Einmischung müsse es nur hinsichtlich der Vollverschleierung geben - "weil wir eine Kultur des offenen Gesichts sind. Unser Gott hat uns sein Gesicht gezeigt und ist Mensch geworden", begründete Schwarz seine Haltung.

In dem Interview äußerte sich Schwarz auch zu wirtschafts- und umweltethischen Fragen und plädierte für eine "ökosoziale Marktwirtschaft" auf Basis einer "sozialen Leistungsgesellschaft". Er räumte in diesem Zusammenhang auch mit dem Vorurteil auf, dass Papst Franziskus eine unternehmerfeindliche Sicht pflege. "Der Papst spricht auch von der Unternehmertätigkeit als 'edle Berufung, die darauf ausgerichtet ist, Wohlstand zu erzeugen und die Welt für alle zu verbessern'", stellte der österreichische "Wirtschafts- und Umweltbischof" klar.

Um ohne Raubbau an der Erde auch Wohlstand für die Menschen im Süden zu ermöglichen, müssten die reichen Länder Wohlstandsverzicht üben, betonte Schwarz: "Wir leben mit unserem Energieverbrauch und unserer Mobilität auf Kosten der armen Länder. Vielleicht müssen wir in anderen Bereichen wachsen - zum Beispiel in der alternativen Energie, wo Österreich ja auch vorbildlich ist. Man müsste nachhaltige Energie weniger besteuern". Denn es gehe um die Erkenntnis, dass die Welt "kein Materiallager" sei, sondern "ein Geschenk Gottes, der täglich die Sonne aufgehen lässt und uns eine Welt schenkt, in der es eine Artenvielfalt und Lebensentfaltung für Menschen gibt", so der Bischof.

Copyright 2017 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Foto: Bischof Schwarz (c) Diözese Gurk/Helge Bauer



Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Islam

  1. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  2. Meloni kündigt Burka- und Niqab-Verbot, Ausländerquoten an Italiens Schulen an
  3. Der 11. September und die Notwendigkeit eines kämpferischen Christentums
  4. Zwei muslimische Feiertage könnten bald in Kalifornien staatlich anerkannt werden
  5. Ehemaliges Priesterseminar auf Long Island soll muslimisches Internat werden
  6. 'Weil die andere Option darin bestand, in der Hölle zu brennen, ewig an meinen Haaren aufgehängt.'
  7. Historiker Raymond Ibrahim: Kreuzzüge waren Antwort auf islamische Aggression
  8. Berliner Studie: 41 Prozent der islamischen Neuntklässler geben religiösen Regeln Vorzug
  9. Dokumentation zeigt die Islamisierung Birminghams
  10. Italienischer Bischof ruft zur Evangelisierung von Muslimen auf – Unterstützung von Konvertiten







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Bischöfe beauftragen Familien als Missionare
  3. US-Studie: Regelmäßiger Kirchgang sorgt für glücklichere Ehen und mehr Intimität
  4. USA: Monat des Respekts für das Leben im Zeichen des Kampfs gegen Abtreibungspillen
  5. Florentiner Klosterapotheke entwickelte eines der frühesten Cola-Rezepte
  6. Gericht in Tschechien rehabilitiert "Märtyrer-Kardinal" Trochta
  7. Thilo Sarrazin warnt vor Folgen der demografischen Entwicklung in Berlin
  8. Vatikan beendet Reflexionsprozess bei den Servi Jesu et Mariae
  9. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“
  10. Der verworfene Stein wurde zum Fundament: Gott wirft unser Leben niemals weg
  11. Diözese Linz: In der Hälfte der Klassenzimmer in der Stadt Wels fehlten die Kreuze
  12. Christliche Eltern beten für den Mann, der ihre Töchter bei Autounfall tötete
  13. Ukrainischer Bischof: "Es gibt so unglaublich viel Leid"
  14. Ägyptisch-amerikanischer Pastor warnt vor ‚unheiliger Allianz‘ zwischen Linken und Islamisten
  15. Über 3000 Teilnehmer beim Marsch fürs Leben in Wien 2026

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz