Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Leo XIV. über Piusbruderschaft: „Wenn sie sich dafür entscheiden, bedauere ich das. Aber…“
  2. Netzwerk „TradRecovery“ hilft Aussteigern aus radikalem Traditionalismus
  3. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  4. „Alles, was auch nur entfernt katholisch aussieht, zu hinterfragen, davor zu warnen“
  5. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  6. Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
  7. Vom „Seelenamt“ zum „Auferstehungsamt“
  8. „NMECHA hat mehr für den christlichen glauben getan als die letzten kirchentage der @EKD“
  9. Moskauer Patriarch Kyrill könnte auf EU-Sanktionsliste kommen
  10. Besorgniserregende antidemokratische und gewaltaffine Haltungen bei jungen Muslimen
  11. Erzbischof von Mailand feiert Messe für LGBT-Gruppe am Fest des Heiligsten Herzens Jesu
  12. Theologische Widersprüche in "Magnifica humanitas"
  13. Verbrechen gegen Menschlichkeit und gegen das Christentum durch Russland!
  14. Elon Musk kündigt rechtliche Schritte gegen das ZDF an
  15. Voodoo-inspirierte Installationen in Kirchen? „Wie konnte das Erzbistum Paris so etwas genehmigen?“

Der rutschige Weg von der Sünde zur Korruption

16. März 2017 in Aktuelles, 12 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus in Santa Marta: Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz! Die Gefahr des verschlossenen und blinden Herzens. Aus Korruption und Verdorbenheit gibt es keine Rückkehr. Die Grenze. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz. Prüfe mich und erkenne mein Denken. Sieh her, ob ich auf einem Weg bin, der dich kränkt, und leite mich auf dem Weg, der zum ewigen Leben führt“: in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Donnerstag der zweiten Woche der Fastenzeit ging Papst Franziskus vom Eröffnungsvers aus, um dann seine Aufmerksamkeit der ersten Lesung aus dem Buch Jeremia zuzuwenden (17,5-10): „Verflucht der Mann, der auf Menschen vertraut, auf schwaches Fleisch sich stützt, und dessen Herz sich abwendet vom Herrn“.

Der Papst hob hervor, dass „der Mensch, der auf den Menschen vertraut, sich auf das Fleisch stützt, das heißt auf die Dinge, die er erledigen kann, auf die Eitelkeit, auf den Stolz, auf die Reichtümer“. Daraus ergebe sich eine Abwendung vom Herrn. Franziskus unterstrich „die Fruchtbarkeit des Menschen, der auf den Herrn vertraut, und die Sterilität dessen, der auf sich selbst setzt“, auf die Macht und den Reichtum. „Dieser Weg“, so die Mahnung des Papstes, „ist ein gefährlicher Weg, wenn ich allein auf mein Herz vertraue: denn es ist unzuverlässig, es ist gefährlich“.

Wenn ein Mensch in seinem verschlossenen Umfeld lebe, atme er jene Luft seiner Güter, seiner Zufriedenheit, seiner Eitelkeit, seiner Sicherheit, und er vertraue nur auf sich selbst, „er verliert die Orientierung, er verliert den Kompass und weiß nicht, wo seine Grenzen sind“. Gerade dies geschehe im Evangelium vom reichen Prasser und dem armen Lazarus (Lk 16,19-31). Der Reiche habe sein Leben damit verbracht, Feste zu geben. Dabei habe er sich nicht um den Armen vor der Tür seines Hauses gekümmert:


„Er wusste, wer jener Arme war: er wusste es. Als er nämlich dann zum Vater Abraham spricht, sagt er: ‚Schick Lazarus zu mir’. Aha, er wusste auch, wie er hieß! Aber er war ihm egal. War er ein Sünder? Ja. Aber von der Sünde kann man sich abkehren: man bittet um Vergebung und der Herr vergibt. Diesen da hat das Herz bis zu dem Punkt auf einen Weg des Todes geführt, dass man nicht zurückkehren kann. Es ist da ein Punkt, ein Moment, eine Grenze, bei der es schwierig ist, umzukehren: das ist dann der Fall, wenn die Sünde sich in Korruption verwandelt. Und dieser da war kein Sünder, er war ein Korrupter. Denn er wusste um das viele Elend, doch er war glücklich und es war ihm egal“.

„Verflucht sei der Mensch, der auf sich selbst vertraut, der auf sein Herz vertraut“, so der Papst, der an Psalm 1 erinnerte: „Nichts ist unzuverlässiger als das Herz, und es heilt schwer. Wenn du jenen Weg der Krankheit kennst, dann wird es schwierig sein, dass du genest“. Ausgehend von diesem Gedanken stellte Franziskus eine Frage, die an alle gerichtet ist:

„Was spüren wir im Herzen, wenn wir auf der Straße unterwegs sind und einen Obdachlosen sehen, wenn wir die Kinder sehen, die allein sind und um Almosen betteln... ‚Nein, aber die sind von der Rasse da, die stehlt...’, gehe ich weiter, mache ich das so? Die Obdachlosen, die Armen, die Verlassenen, auch jene gut gekleideten Obdachlosen, weil sie kein Geld haben, um die Miete zu zahlen, weil sie keine Arbeit haben... was spüre ich? Ist das Teil des Panoramas, der Landschaft einer Stadt, wie eine Statue, die Bushaltestelle, das Postamt – und auch die Obdachlosen sind Teil der Stadt? Ist das normal? Seid vorsichtig! Seien wir vorsichtig. Wenn diese Dinge in unserem Herzen wie normal klingen – ‚Aber ja doch, so ist das Leben... ich esse, ich trinke, aber um mein Schuldgefühl etwas abzuschwächen, gebe ich etwas und gehe weiter’ – der Weg ist nicht in Ordnung“.

Der Papst bekräftigte die Notwendigkeit, es wahrzunehmen, wenn wir „auf dem rutschigen Weg von der Sünde hin zur Korruption sind“. „Was spüre ich“, fragte sich Franziskus weiter, „wenn ich in den Nachrichten sehe, dass dort eine Bombe gefallen ist, auf ein Krankenhaus, und viele Kinder gestorben sind, die armen Leute? Spreche ich ein Gebet und lebe dann weiter, als ob nichts geschehen wäre? Kommt das in mein Herz hinein“ oder „bin ich wie jener Reiche, dem das Drama des Lazarus, dessen sich die Hunde erbarmten, nie ins Herz eintrat?“. Sollte dies so sein, so wäre man auf dem Weg von der Sünde zur Korruption:

„Deshalb bitten wir den Herrn: ‚Erforsche mich, Herr, und erkenne mein Herz. Schau, ob mein Weg falsch ist, ob ich mich auf jenem rutschigen Weg von der Sünde hin zur Korruption befinde, von der man nicht zurückkehren kann’ – normalerweise: wenn der Sünder bereut, kehrt er zurück. Beim Korrupten ist das schwer, denn er ist in sich selbst verschlossen. ‚Erforsche mich, Herr, und erkenne mein Herz’: das sei heute unser Gebet. ‚Und lass mich begreifen, auf welchem Weg ich mich befinde, auf welchem Weg ich gehe’“.

Dem Autor auf Twitter folgen!


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus in Santa Marta

  1. Der Papst und die Engel
  2. Die Gnade des Gebetes, der Nähe, der Gerechtigkeit-Barmherzigkeit
  3. Der Heilige Geist lehrt uns die Sanftmut der Kinder Gottes
  4. Der Hass des Geistes der Weltlichkeit
  5. Der Geist der rigiden Starrheit bringt immer Verstörung
  6. Interreligiöses Gebet für die Befreiung von allen Pandemien
  7. Wie gibt die Welt den Frieden und wie gibt der Herr ihn?
  8. Die Mystik des Bleibens in Jesus
  9. Der Beistand –- der Geist, der im Glauben wachsen lässt
  10. Europa wachse vereint in der Brüderlichkeit






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG nur noch bis 22. JUNI!!!
  2. Leo XIV. über Piusbruderschaft: „Wenn sie sich dafür entscheiden, bedauere ich das. Aber…“
  3. "Wir haben kleines Gebet gesprochen, weil wir glauben, daß Jesus durch das Spiel verherrlich wird"
  4. Linksfeministinnen haben einst katholischen Verband übernommen
  5. ‚Das Christentum ist in Deutschland inzwischen fast so bedroht wie das Auerhuhn‘
  6. „Alles, was auch nur entfernt katholisch aussieht, zu hinterfragen, davor zu warnen“
  7. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  8. Rückflug des Papstes von Teneriffa nach Rom um mehrere Stunden verzögert
  9. 'Ein Akt der Hoffnung': US-Bischöfe weihen die USA dem Heiligsten Herzen Jesu
  10. Netzwerk „TradRecovery“ hilft Aussteigern aus radikalem Traditionalismus
  11. Vom „Seelenamt“ zum „Auferstehungsamt“
  12. „NMECHA hat mehr für den christlichen glauben getan als die letzten kirchentage der @EKD“
  13. Voodoo-inspirierte Installationen in Kirchen? „Wie konnte das Erzbistum Paris so etwas genehmigen?“
  14. Erzbischof von Mailand feiert Messe für LGBT-Gruppe am Fest des Heiligsten Herzens Jesu
  15. Fünf Mythen über den Heiligen Geist

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz