Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  2. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  3. Warum bei dem hohen Aufkommen an Bischöfen in Deutschland eine solch vehemente Entchristlichung?
  4. „Drohende Worte von Kardinal Roche: Besucht nicht die überlieferte lateinische Messe!“
  5. Steigende Zahl erwachsener Taufbewerber in ostdeutschen Städten, aber...
  6. „Menschen können die Kirche weder reformieren noch nach eigenem Gutdünken eine neue gründen“
  7. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  8. „Als Bischof ist es meine Pflicht, den Glauben der Kirche zu verkünden“
  9. Am Grab des Petrus – Die diesjährige Romwallfahrt Ad Petri Sedem
  10. Priester spendete bei Zugunglück in Spanien die Generalabsolution, tröstete Opfer und Angehörige
  11. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  12. Eine katholische Fake-Priesterin möchte das Töten kleiner Kinder
  13. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  14. Wir machen da was mit Medien
  15. Neuerlich umstrittene Ehrung durch Kardinal Cupich

Unermüdlicher Mahner Christi

16. März 2017 in Chronik, 6 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Vor 75 Jahren büßte Pfarrer Heinrich Feurstein (Erzbistum Freiburg) seine Anklage gegen Unrecht der Nationalsozialisten mit dem Tod. Er widersprach u.a. Euthanasieprogrammen - Nazis sahen ihn als „Hassprediger“ - Gastbeitrag von Marie-Thérèse Knöbl


Freiburg (kath.net) Tun durch Unterlassen – dieses von der Moralphilosophie des 20. Jahrhunderts erst spät entdeckte Problem der praktischen Philosophie stand für den hochbegabten Donaueschinger Priester, promovierten Volkswirt und Kunsthistoriker Heinrich Feurstein im Zentrum seiner Motivation für christliches Handeln. „Nicht diejenigen sind die Heiligsten, welche die wenigsten Fehler begehen“ so Feurstein, „sondern jene, welche mehr Mut, mehr Großmut, mehr Liebe besitzen. Sonst müsste der phlegmatische Mensch, der nicht aus der Ruhe zu bringen ist, schon zu Lebzeiten heiliggesprochen werden.“

Feurstein hingegen war aus der Ruhe zu bringen und er wehrte sich vehement gegen das Unrecht seiner Zeit, benannte es öffentlich und stand ein für den christlichen Wert der Menschenliebe. Seine Predigten waren scharfe Anklagen gegen die Ideologie des Nationalsozialismus. Eine Beflaggung der Stadtpfarrkirche von Donaueschingen lehnte er 1933 vehement ab. In Folgejahren kritisierte er unverblümt den Hitler-Stalin-Pakt und die Einschmelzung von Kirchenglocken für Kriegszwecke.


In seiner Neujahrspredigt am 1. Januar 1942 benannte Feurstein dann ganz explizit die im Namen der Neuen Weltordnung begangenen Gräuel, insbesondere die bereits weite Kreise ziehenden und viele unschuldige Menschen ermordenden Euthanasie-Programme, die systematische Verfolgung von Priestern und Ordensleuten und die vom Unrechtsstaat verordneten Restriktionen gegen ein gemeindekirchliches christliches Miteinander.

Diese Neujahrspredigt vom 1. Januar 1942 sollte Heinrich Feurstein zum Verhängnis werden. Am 7. Januar 1942 wurde er von der Gestapo in Donaueschingen verhaftet und abgeführt. Der willkürlichen Gefangenschaft im Konstanz folgte dann am 15. Juni desselben Jahres der Abtransport des 65 jährigen Priesters in das Konzentrationslager Dachau, wo er noch im Sommer 1942 starb. Seine Benennung der Gräueltaten der Regierung und sein Einspruch gegen die Ermordung unschuldiger Menschen hatte ihn selbst das Leben gekostet.

Feurstein war der hochbegabte Sohn eines Goldschmiedes gewesen. Das Abitur bestand er in Freiburg im Breisgau mit Bestnoten, bereits mit 22 Jahren wurde er zum Priester geweiht. Er war ein großer Kenner er der Kunstschätze des Hauses Fürstenberg wie auch der Werke Matthias Grünewalds. Zeitlebens hatte er sich für die Beibehaltung der lateinischen Sprache in der hl. Messe und gegen die von den Nationalsozialisten vorangetriebene Eindeutschung und Profanisierung wesentlicher Bestandteile des Messritus eingesetzt. Bereits am zweiten Weihnachtsfeiertag, dem 26. Dezember 1941, hatte er über die wie Kriminelle weggesperrten Priester und Ordensleute in den Gefängnissen und Konzentrationslagern des sogenannten Dritten Reiches gepredigt.

Den Machthabern des Dritten Reiches galt er wegen der Offenlegung des unbeschreiblichen Unrechts und der Gräueltaten des Nationalsozialismus fortan als „Hass-Prediger“, weshalb man beschloss, seinen negativen Einfluss auf die öffentliche Meinung durch Beseitigung seiner Person zu beenden. Auch die in Donaueschingen beheimatete katholische Zeitung „Donaubote“ wurde von führenden NSDAP-Politikern als Gefahr für die Gleichschaltung der öffentlichen Meinung angesehen und war deshalb bereits am 22. April 1933 wegen ihrer angeblich „gehässigen volksverhetzenden Einstellung“ vorübergehend verboten worden.

Heinrich Feurstein wird im Bistum Freiburg hoch verehrt und im Martyrologium der Katholischen Kirche als Märtyrer des 20. Jahrhunderts geführt.

Foto Feurstein (c) Wikipedia/Gemeinfrei


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Märtyrer

  1. 21 Märtyrer: 20 ägyptische Kopten und ein Wanderarbeiter aus Ghana
  2. 50 Priester und Laien des NS-Widerstands in Paris seliggesprochen
  3. US-Erzbischof Cordileone: An die „Märtyrer des Kommunismus“ sollte mehr erinnert werden
  4. Vatikan-Kommission beschäftigt sich mit neuen Märtyrern
  5. "Für Glauben gestorben": In Spanien getöteter Mesner beigesetzt
  6. Mit Glaubenszeugen durch das Jahr
  7. Kinofilm zum Schicksal der 21 christlich-koptischen Märtyrer in Libyen: Drehbeginn steht bevor
  8. Märtyrer von heute – Kraftquelle für bedrängte Christen
  9. Vor fünf Jahren wurden die koptischen Märtyrer in Libyen ermordet
  10. 2019 weltweit 29 katholische Missionare getötet







Top-15

meist-gelesen

  1. „Der Kurierfahrer steuerte die falsche Tür an und landete versehentlich in der Kathedrale“
  2. Vatikan untersagt jährlicher Wallfahrt im Rahmen der überlieferten lateinischen Liturgie den Zutritt
  3. Fatima-Tag in Berlin
  4. Lucky Luke wird in Jubiläums-Comic zum Heiligen
  5. Die Liebe als Mitte des Glaubens: Das Gebot, das den ganzen Menschen umfasst
  6. Auf den Spuren des Hl. Paulus - Mit Michael Hesemann nach Griechenland
  7. Wenn die Falschbehauptung einer evangelischen Sängerin zum Eklat bei einer Musiksendung führt
  8. Chick-fil-A-Chef stellt klar: Keine Öffnung an Sonntagen – das wird sich nicht ändern
  9. Impuls für Körper und Geist: Kirchensportler empfehlen das Jesus-Gebet
  10. Nordische Bischöfe: Europa sucht bei der Migration „nach einem neuen Gleichgewicht“
  11. Im Licht der Liebe
  12. Gott inmitten von Töpfen und Geschirr
  13. Künstlerin Akiane Kramarik erzählt von Vision des Himmels in ihrer Kindheit
  14. Papst vor jüdischer Delegation: Die Kirche duldet keinen Antisemitismus, sie bekämpft ihn
  15. Bravo! Erbprinz Alois legt Veto gegen Abtreibungsgesetz in Liechtenstein ein

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz