29 August 2003, 09:41
Schönborn: Glücklich wird, wer sich selbst hingibt
 
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Glück sei aber auch zutiefst mit Vergebung verbunden, meinte der Wiener Erzbischof beim "Meeting für die Freundschaft der Völker" in Rimini.

Rimini (www.kath.net / PEW) Papst Johannes Paul II. war gegen den Irak-Krieg, weil er überzeugt ist, dass eine "Politik des Friedens" nur auf einer "stabilen Ordnung des Rechts" aufgebaut werden kann. Dies betonte Kardinal Christoph Schönborn am Mittwochabend beim "Meeting für die Freundschaft der Völker" in Rimini. Das "Meeting" wird alljährlich in der zweiten Augusthälfte von der kirchlichen Erneuerungsbewegung "Comunione e Liberazione" (CL) in der Adriastadt veranstaltet; es steht heuer unter dem Generalthema "Glück".

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Wie Kardinal Schönborn betonte, war das Nein des Papstes zum Irak-Krieg nicht Ausdruck eines "naiven Pazifismus", sondern der Sorge um die Bewahrung des Völkerrechts. Letzten Endes sei dieses Nein durch die Überzeugung begründet, dass Krieg immer eine "Niederlage der Menschheit" ist. Im konkreten Fall sei das "Nein" des Papstes auch ein wichtiger Hinweis darauf gewesen, dass es sich nicht um einen "Religionskrieg" zwischen Christentum und Islam handle.

"Verteidiger der Menschen"

Johannes Paul II. sei seit 25 Jahren nicht nur ein Verteidiger der Rechte der Kirche, sondern ein "Verteidiger der Menschen", unterstrich Kardinal Schönborn. Er trete für die Menschenrechte, für die Familie, für die Ungeborenen, für die soziale Gerechtigkeit, für den Frieden ein, damit "Einzelne und Gemeinschaften ein glückliches Leben führen können". Die christliche Soziallehre betrachte das "Gemeinwohl" als Voraussetzung des "glücklichen" Lebens, erinnerte der Wiener Erzbischof. Daher sei es notwendig, dass sich die Politik auf das Prinzip des Gemeinwohls besinnt.

Kardinal Schönborn verwies darauf, dass das "kleine Glück" des Alltags und das "große Glück" der Mystiker einen gemeinsamen Nenner haben: die Selbsthingabe, wie sie vom Zweiten Vatikanischen Konzil in der Erklärung über die Kirche in der Welt von heute ("Gaudium et spes") und im "Katechimus der Katholischen Kirche" (KKK) beschrieben wird. Glück sei aber auch zutiefst mit Vergebung verbunden, betonte der Erzbischof von Wien und wies auf die Feststellungen Papst Johannes Pauls II. bei der Weihe des Heiligtums der Göttlichen Barmherzigkeit in Krakau-Lagiewniki im Vorjahr hin. Damals habe der Papst deutlich gemacht, dass in der Barmherzigkeit Gottes "die Welt den Frieden und der Mensch das Glück" finden werde.

Die italienische katholische Tageszeitung "Avvenire" berichtete in ihrer Donnerstagausgabe ausführlich über den Vortrag Kardinal Schönborns über das "große" und das "kleine" Glück. In der Reportage wurde dem Kardinal unter anderem bescheinigt, er besitze die bei Klerikern selten zu findende "wertvolle Gabe des Humors" und gewinne durch Einfachheit Sympathie. Der Artikel hob auch hervor, es seien so viele Menschen zu Schönborns Vortrag gekommen, dass selbst der größte Saal des neuen Messegeländes von Rimini nicht ausreichte und viele nur einen Stehplatz fanden.

Im Gespräch mit Radio Vatikan würdigt der Wiener Erzbischof die Rolle des "Meetings" in Rimini: "Das wächst ja von Jahr zu Jahr, wird größer und ist inzwischen ein ganz erstaunliches Phänomen im europäischen Sommer geworden. Für mich ist das Schöne daran, wie aus einer der Bewegungen in der Kirche eine Wirklichkeit gewachsen ist, die weit ausstrahlt in alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens hinein, von Schule und Erziehung über die Kultur und den Sozialbereich bis zum politischen Leben. Hier wird wirklich die gestalterische Kraft des Christentums sichtbar".

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