14 Februar 2017, 13:00
Aufrechter Mut – Gebet – Demut: die Kennzeichen des Missionars
 
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Franziskus in Santa Marta: Cyrill und Methodius – Herolde des Wortes Gottes, die Europa stark gemacht haben. Nur aus einem Herzen im Gebet kann das Wort Gottes kommen. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Cyrill und Methodius – sie haben Europa stärker gemacht. Bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Dienstag der 6. Woche im Jahreskreis, Festtag der heiligen Schutzpatrone Europas, stellte Papst Franziskus diese großen Heiligen und das Wesen des Missionars in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen. Säer des Wortes, Missionare, wahre Herolde: sie seien notwendig, um das Volk Gottes zu bilden, Herolde, wie dies die beiden Brüder und Zeugen Gottes gewesen seien.

Der Papst verwies auf drei Charakterzüge der Person eines „Gesandten“, der das Wort Gottes verkünde. Davon handelten die erste Lesung vom heutigen Festtag aus der Apostelgeschichte mit den Gestalten des Paulus und Barnabas (Apg 13,46-49) sowie das Evangelium von der Aussendung der zweiundsiebzig Jünger (Lk 10,1-9), die der Herr „zu zweit voraus in alle Städte und Ortschaften sandte, in die er selbst gehen wollte“.

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Das erste Merkmal des „Gesandten“ sei die Aufrichtigkeit, welche Kraft und Mut einschließe:

„Das Wort Gottes kann man nicht so überbringen, als handle es sich um einen Vorschlag – ‚Nun, wenn es dir gefällt....’ – oder um eine gute philosophische oder moralische Idee – ‚Nun, so kannst du leben...’. Nein. Es ist etwas anderes. Es ist notwendig, dass es mit dieser Aufrichtigkeit vorgebracht wird, mit jener Kraft, damit das Wort bis ins Knochenmark eindringe, wie Paulus sagt. Das Wort Gottes muss mit dieser Aufrichtigkeit verkündigt werden, mit dieser Kraft... mit Mut. Der Mensch, der keinen Mut hat – spirituellen Mut, Mut des Herzens –, der Mensch, der nicht in Jesus verliebt ist – denn daraus kommt der Mut! –, nun, er wird etwas sagen, ja. Etwas Interessantes, etwas Moralisches, etwas, das gut tun wird, ein philanthropisches Gut, aber das Wort Gottes ist nicht da. Und dieses da, dieses Wort vermag es nicht, das Volk Gottes zu bilden. Nur das mit dieser Aufrichtigkeit, mit diesem Mut verkündete Wort Gottes ist fähig, das Volk Gottes zu bilden“.

Dem Lukasevangelium könnten dann die Grundzüge eines „Heroldes“ des Wortes Gottes entnommen werden. Es handle sich bei dieser Stelle um ein „etwas merkwürdiges Evangelium“, so der Papst, da es reich an Elementen sie, die die Verkündigung beträfen. „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden“ (V. 2), wiederholte Franziskus. Nach dem Mut also sei das Gebet für die Missionare notwendig:

„Das Wort Gottes muss auch mit dem Gebet verkündet werden. Immer. Ohne das Gebet kannst du eine schöne Konferenz halten, eine schöne Instruktion geben: gut, gut! Aber das ist nicht das Wort Gottes. Nur aus einem Herzen im Gebet kann das Wort Gottes kommen. Das Gebet, dass der Herr diese Aussaat des Wortes begleite, dass der Herr den Samen bewässere, damit er aufkeime, das Wort. Das Wort Gottes muss mit dem Gebet verkündigt werden: das Gebet ist es, das das Wort Gottes verkündigt“.

Der Papst erinnerte daran, dass im Evangelium noch ein dritter interessanter Aspekt erwähnt werde: „Ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe“ (V. 3), so Jesus zu den Jüngern:

„Der wahre Verkündiger ist der, der um seine Schwäche weiß, der weiß, dass er sich nicht aus sich selbst heraus verteidigen kann. ‚Du gehst wie ein Schaf mitten unter die Wölfe’ – ‚Aber Herr, damit sie mich fressen?’ – ‚Du geh! Das ist der Weg’. Und ich glaube, es war Chrysostomus, der eine tiefgehende Reflexion vorlegt, wenn er sagt: ‚Wenn du nicht wie ein Schaf unter die Wölfe gehst, sondern wie ein Wolf, dann schützt dich der Herr nicht: verteidige dich allein!’. Wenn der Verkündiger sich für zu intelligent hält oder wenn der, der die Verantwortung dafür trägt, das Wort Gottes voranzubringen, schlau sein will – ‚Ach, ich schaff das schon mit diesen Leuten!’ – dann wird er ein böses Ende nehmen. Oder er wird über das Wort Gottes verhandeln: mit den Mächtigen, mit den Hochmütigen“.

Um die Demut der großen Herolde zu betonen, erwähnte Franziskus eine Episode von einem, der gemeint habe, das Wort Gottes gut zu verkündigen, und sich wie ein Wolf gefühlt habe. Nach einer schönen Predigt „ist er in den Beichtstuhl getreten, und da ist ihm ein großer Fisch untergekommen, ein großer Sünder, und der weinte... er wollte um Vergebung bitten“. Und dieser Beichtvater „begann, sich eitel aufzublasen, und seine Neugier ließ ihn danach fragen, welches Wort ihn so sehr berührt habe, dass er nun bereue“. „Das war, als Sie gesagt haben ‚Gehen wir zu einem anderen Argument über’. „Ich weiß nicht“, so der Papst, „ob diese Geschichte wahr ist. Gewiss aber ist es wahr, dass man ein schlechtes Ende nimmt, wenn man das Wort Gottes überbringt und sich dabei seiner selbst sicher fühlt und nicht wie ein Schaf, das der Herr verteidigen wird“.

Darin also bestehe die Missionarität der Kirche und der großen Herolde, so Franziskus abschließend, „die ausgesät und den Kirchen in der Welt geholfen haben, zu wachsen, sie sind mutige Männer gewesen, Männer des Gebets und demütig“. Die heiligen Cyrill und Methodius „mögen uns helfen, das Wort Gottes nach diesen Kriterien zu verkünden, wie sie dies getan haben“.

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