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Was Gott vor der Schöpfung getan hat...

6. Februar 2017 in Aktuelles, 83 Lesermeinungen
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Franziskus in Santa Marta: Der Christ – ‚Sklave der Liebe’. Die Angst vor der Freiheit lässt das Geschenk und die Wunder Gottes ablehnen. Der ‚Sklave der Pflicht’ versteckt sich hinter der rigiden Strenge der Gebote. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Herr, mein Gott, wie groß bist du!“: Papst Franziskus ging in seiner Predigt bei der heiligen Messe am Montag der 5. Woche im Jahreskreis in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ vom Antwortpsalm (104) auf die erste Lesung aus dem Buch Genesis (1,1-19) aus. Der Psalm – ein Lobpreis auf Gott für seine Wunder. Der Vater, so Franziskus „arbeitet, um dieses Wunder der Schöpfung zu schaffen und um dann mit dem Sohn dieses Wunder der Neu-Schöpfung zu wirken“. Der Papst erzählte, wie ihn einmal ein Kind gefragt habe, was Gott vor der Erschaffung der Welt getan habe. „Er liebte“, sei seine Antwort gewesen.

Franziskus stellte sich die Frage, warum Gott die Welt geschaffen habe: einfach „um seine Fülle zu teilen, um jemanden zu haben, dem er etwas geben und mit dem er seine Fülle teilen konnte“. Bei der Neu-Schöpfung dann sende Gott seinen Sohn, um die Dinge „neu in Ordnung zu bringen“, um aus dem Hässlichen Schönes, aus dem Irrtum Wahres, aus dem Schlechten Gutes zu machen:


„Wenn Jesus sagte: ‚Der Vater wirkt immer. Auch ich wirke immer’, ärgerten sich die Gesetzeslehrer und wollten ihn dafür töten. Warum? Weil sie es nicht verstanden, die Dinge Gottes als Geschenk zu empfangen! Nur als Gerechtigkeit: ‚Das sind die Gebote. Aber es sind wenige, wir wollen mehr machen’. Und statt das Herz dem Geschenk zu öffnen, haben sie sich versteckt, sie haben ihre Zuflucht in der rigiden Strenge der Gebote gesucht, die sie bis auf fünfhundert oder noch mehr vervielfacht hatten... Sie verstanden es nicht, das Geschenk zu empfangen. Und das Geschenk empfängt man nur mit der Freiheit. Und diese Starren hatten Angst vor der Freiheit, die Gott uns gibt: sie hatten Angst vor der Liebe“.

Aus diesem Grund sage das Evangelium, dass sie Jesus, nachdem er das gesagt habe, „töten wollten“. Denn er habe gesagt, „dass der Vater dieses Wunder als Geschenk geschaffen hat. Das Geschenk des Vaters empfangen...“:

„Und deshalb haben wir heute den Vater gepriesen: ‚Herr, mein Gott, wie groß bist du! Ich habe dich so gern, weil du mir dieses Geschenk gemacht hast. Du hast mich gerettet, du hast mich neu geschaffen’. Und das ist das Gebet des Lobpreises, das Gebet der Freude, das Gebet, das uns im christlichen Leben Fröhlichkeit schenkt. Und nicht jenes verschlossene und traurige Gebet dessen, der es nie versteht, ein Geschenk zu empfangen, da er Angst vor der Freiheit hat, die immer ein Geschenk mit sich bringt. Er weiß nur die Pflicht zu tun, doch die verschlossene Pflicht. Sklaven der Pflicht, nicht aber der Liebe. Wenn du zu einem Sklaven der Liebe wirst, dann bist du frei! Das da ist eine schöne Knechtschaft! Doch diese da verstanden das nicht“.

Der Papst betonte erneut die „beiden Wunder des Herrn“: das Wunder der Schöpfung und das Wunder der Erlösung, der Neu-Schöpfung. Abschließend fragte sich Franziskus: „Wie empfange ich diese Wunder?“:

„Wie empfange ich, was Gott mir gegeben hat – die Schöpfung? Als Geschenk? Und wenn ich sie als Geschenk empfange, bewahre ich die Schöpfung? Denn sie ist ein Geschenk gewesen! Wie empfange ich die Erlösung, die Vergebung, die Gott mir geschenkt hat – dass er mich mit seinem Sohn zum Kinde gemacht hat: mit Liebe, mit Zärtlichkeit, mit Freiheit? Oder verstecke ich mich hinter der rigiden Strenge der verschlossenen Gebote, die immer, immer – in Anführungsstrichen – ‚sicherer’ sind, aber keine Freude schenken, weil sie dich nicht frei machen. Ein jeder von uns kann sich fragen, wie er diese beiden Wunder lebt, das Wunder der Schöpfung und das noch größere Wunder der Neu-Schöpfung. Und der Herr lasse uns dieses Große begreifen, und er lasse uns das verstehen, was er vor der Schöpfung der Welt getan hat: er liebte! Der Herr lasse uns seine Liebe zu uns begreifen, und wir können sagen – wie wir es heute getan haben –: ‚Herr, mein Gott, wie groß bist du! Danke, danke!’. So wollen wir vorangehen“.

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