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Wo Kardinal Marx die roten Linie zieht – und wo nicht!

18. Jänner 2017 in Kommentar, 43 Lesermeinungen
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DBK-Vorsitzender zieht eine „rote Linie“ gegenüber der AfD. Doch wie steht es mit der „roten Linie“ bei Abtreibung, Zerstörung der Familien, Gender-Ideologie, innerer und äußerer Sicherheit usw.? kath.net-Kommentar von Martin Wind


Bonn (kath.net/mw) „Zwischen den „LINKEN“ und der katholischen Kirche gebe es eine 'rote Linie', die nicht überschritten werden dürfe – etwa 'bei Inländerfeindlichkeit, Verunglimpfung von Religionsgemeinschaften, bei einer Überhöhung der Identitätslosigkeit, bei Feindschaft gegen das eigene Volk, Antisemitismus, bei Herabwürdigung der Wertschöpfenden in der Welt, auch bei der Art und Weise, wie wir miteinander reden. Wo grob vereinfacht wird, wo Parolen zur Feindschaft beitragen – da kann ein Christ eigentlich nicht dabei sein', so Marx“.

Sind Sie jetzt erstaunt? Verständlich. Eine solche Wortmeldung haben Sie vom Vorsitzenden der Bischofskonferenz, dem Erzbischof von München und Freising, Reinhard Kardinal Marx noch nie gehört. Ähnlich deutlich aber hat er sich über die AfD geäußert. Es ist zutiefst ärgerlich, ja beinahe schon wütend machend, wie unbedarft sich derzeit deutsche Amtsträger politisch zu Wort melden. Sie zwingen beinahe schon, eine politische Richtung zu verteidigen, zu deren Verteidigung man eigentlich nicht unbedingt etwas beitragen will. Wohlwollend kann man ihnen noch zugute halten, dass sie aufgrund ihres Amtes und wegen der Filterblase, die ihre Entourage um sie herum bilden, den Bezug zur Realität verloren haben. Aber das, was da derzeit von einigen Amtsträgern zu hören ist, ist von einer derart beschämenden Blauäugigkeit und Einseitigkeit geprägt, dass man den Heiligen Geist um Erleuchtung anrufen möchte.

Die „LINKE“ hat sich gerichtlich bestätigen lassen, dass sie die legitime Nachfolgepartei der SED sei. Man kann nicht genau festhalten, weshalb sie das machen ließ, aber immerhin sind ja weltweit noch ein paar Milliarden veruntreuter Euro im Umlauf, über die Gregor Gysi so überhaupt keine Auskunft zu geben bereit ist. Aber das sind peanuts. Viel wichtiger ist, mit welchem Ballast eine Partei in den Ring steigt. Schauen wir doch mal die Bilanz dieser extremen Flügelparteien an. Bei der SED/DIE LINKEN kommen wir in der Bilanz auf rund 300 Tote an einer Demarkationslinie, rund 25.000/anno Observationen und operative Vorgänge gegen die eigenen Bürger, Unterdrückung der freien Meinung, Unterdrückung der Presse, ideologische Bevormundung der Bevölkerung, Privilegien für Parteifunktionäre, Sippenhaft, Einzäunung der Menschen in eines der größten Freiluftlager der Gegenwart und weitere Verbrechen gegen die Menschlichkeit.


Jetzt schauen wir doch mal, was die AfD so auf dem Kerbholz hat: Keine Toten, ohne repressive Handlungen gegen die Bürger des Staates, ohne Verantwortung für die Unterdrückung Andersdenkender, ohne Sippenhaft und ohne jegliche Verantwortung für irgendwelche Verbrechen gegen die Menschlichkeit.

Und dennoch zieht ein Erzbischof, ja gar Kardinal der katholischen Kirche in Deutschland „rote Linien“ gegenüber einer Partei aus dem demokratischen Spektrum, die zu überschreiten eines Christen nicht würdig seien. Rote Linien sind gut, so sie für alle gelten. Und rote Linien sind auch dann gut, wenn sie von einem Amtsträger aus dem Evangelium hergeleitet werden und an alle angelegt werden. Und genau das vermissen viele angesichts der derzeitigen Wortmeldungen häufig.

Wie steht es denn mit der „roten Linie“ Lebensschutz? Wo finden wir eine „rote Linie“ der Amtsträger der Kirche gegenüber der Politik bezüglich der Überprüfung der Folgen und Umstände der derzeitig gültigen gesetzlichen Regelungen zu Abtreibung, wie das Bundesverfassungsgericht dies vorschreibt? Wie steht es mit der „roten Linie“ Zerstörung der Familien durch strukturelle Veränderungen zu Lasten der Familien und mangelnde Förderung und Schutz der Familien? Wie steht es um die flächendeckende Indoktrination der Gesellschaft durch Gender-Ideologie und vorgebliche Sexualaufklärung der Kinder? Wie steht es um die wirtschaftlich und sozial Abgehängten in unserer „sozialen Marktwirtschaft“, die unsere Parteien gerne der Obhut der Kirche überlassen? Wie steht es um unsere innere und äußere Sicherheit, die wir Bürger durch unsere Steuergelder finanziert sehen wollen, die der Staat aber nur noch mehr schlecht als recht gewährleisten will oder gar kann?

Das waren jetzt nur wenige eklatante Anfragen, die man als Amtsträger erwähnen könnte, so man Christen überhaupt eine Handreichung zur Beurteilung der Politik oder Parteien geben sollte. Die meisten Christen sind mündig genug, um sich eigene Meinung und Entscheidung zu bilden. Diese Erkenntnisse ergeben sich in der Regel aus gelebtem Christentum und praktiziertem Glauben. Interessanterweise bekommt der Münchner Kardinal für seine „roten Linie“ überwiegend von solchen Menschen Beifall, die in der Vergangenheit für die Ablehnung eines „Klerikalismus“ und das Zurückdrängen der Kirche ins Private standen.

Erstaunlich ist auch, dass dem Kardinal vage Punkte Sorgen bereiten, die sich im Programm der inkriminierten Partei nur durch Interpretation oder Projektion finden lassen. Kardinal Marx hat hingegen keine Berührungsängste, wenn er Vertreter anderer Religionen „zum gegenseitigen Austausch“ „einlädt“, die Homosexuelle verfolgen lassen, Frauen als minderwertig betrachten, andere Religionen institutionell herabmindern und Ungläubige zu Freiwild ihrer Mordlust deklarieren und zu guter Letzt massiven Antisemitismus – nein, keine Israel-Kritik! - offenen Judenhass propagieren. Erstaunlich ist auch, dass dem Kardinal offensichtlich kaum Sorge bereitet, wenn er sich mit diesen Menschen trifft, bei denen beinahe jegliche Glaubensverkündigung – um es mal mit ihm zu formulieren - „Parolen zur Feindschaft“ mündet.

Hier seien schon deutlich die Fragen erlaubt, weshalb der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz sich zu so unbedachten Äußerungen hinreißen lässt. Was verspricht er sich von so einseitigen politischen Stellungnahmen? Will er damit den etablierten Parteien einen Gefallen tun? Geht es hier mittel- und langfristig darum, durch Wohlverhalten ein System zu erhalten, in dem die Kirche in Deutschland bisher sehr profitabel agiert hat? Immerhin wurden in den vergangen Jahren mehrfach von kleineren Parteien der staatlich vorgenommene Einzug der Kirchensteuer kritisiert. Und es wurden Statusprivilegien kirchlicher Einrichtungen – zum Beispiel das Privileg der Körperschaft öffentlichen Rechts – in Frage gestellt. Es wäre schön, wenn in Zukunft die Amtsträger unserer Kirche dennoch den Eindruck einer allzu geringen Distanz zum politischen Establishment vermieden. Selbst wenn diese Parteien formal ein „C“ für „christlich“ im Namen tragen. Denn Sie sollen Gott und den Menschen dienen, nicht den Parteien und der Regierung.

In eigener Sache: kath.net hat die Diskussionsmöglichkeit bei diesem Beitrag geschlossen. Warum? Damit sich die Gemüter etwas abkühlen und weil es es auch zeitlich für uns manchmal nicht möglich ist, so eine Kommentarflut zu bewältigen. Wir danken für Ihr Verständnis!

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