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Der Mittelpunkt

9. Jänner 2017 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
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Franziskus in Santa Marta: Jesus kennen – Jesus anbeten – Jesus nachfolgen. Christus – der einzige Heiland, Herr des Universums, das erste und das letzte Wort des Vaters. Die Einfachheit des christlichen Lebens. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Nach der Weihnachtszeit hat Papst Franziskus am Montag der 1. Woche im Jahreskreis die Feier der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ wieder aufgenommen. Der „Jahreskreis“ habe wieder begonnen, so der Papst in seiner Predigt, doch der Mittelpunkt des christlichen Lebens sei immer Christus, Herr des Universums, das erste und das letzte Wort des Vaters, „der Heiland der Welt. Es gibt keinen anderen. Er ist der einzige“:

„Und das ist der Mittelpunkt unseres Lebens: Jesus Christus. Jesus Christus, der sich offenbart, der sich sehen lässt, und wir sind eingeladen, ihn zu kennen, ihn anzuerkennen, im Leben, in den vielen Umständen des Lebens, Jesus anerkennen, Jesus kennen: ‚Aber ich, Pater, ich kenne das Leben jenes Heiligen, jener Heiligen, oder auch die Erscheinungen von dem und dem...“. Das ist gut, die Heiligen sind die Heiligen, sie sind groß! Nicht alle Erscheinungen sind wahr, ja? Die Heiligen sind wichtig, aber der Mittelpunkt ist Jesus Christus; ohne Jesus Christus gibt es keine Heiligen! Und von da her die Frage: ist der Mittelpunkt meines Lebens Jesus Christus? Wie ist meine Beziehung mit Jesus Christus?“.


Es gebe drei Aufgaben, um sicherzustellen, dass Jesus der Mittelpunkt unseres Lebens sei. Die erste Aufgabe bestehe darin, Jesus zu kennen, um ihn anzuerkennen. Zu seiner Zeit hätten ihn viele nicht anerkannt: die Gesetzeslehrer, die Hohenpriester, die Schriftgelehrten, die Sadduzäer, einige Pharisäer. Sie hätten ihn im Gegenteil verfolgt, „sie haben ihn getötet“. So sei es notwendig, sich die Frage zu stellen: „Bin ich daran interessiert, Jesus zu kennen? Oder interessiert mich vielleicht mehr eine Telenovela im Fernsehen oder das Geschwätz oder der Ehrgeiz, oder interessiert es mich mehr, das Leben der anderen zu kennen?“.

Um Jesus zu kennen, gebe es das Gebet, den Heiligen Geist, aber auch das Evangelium, das man immer bei sich haben sollte, um jeden Tag einen Abschnitt daraus zu lesen: „Das ist die einzige Weise, Jesus zu kennen“. Dann sei es der Heilige Geist, der nachher seine Arbeit tue. Dies sei der Same: „Der Heilige Geist lässt ihn aufkeimen und wachsen“.

Die zweite Aufgabe sei dann, Jesus anzubeten, nicht nur um Dinge zu bitten und zu danken, sondern ihn anzubeten. Der Papst dachte an zwei Arten der Anbetung Jesu: „Die Anbetung in Stille. Dann: aus unserem Herzen das andere wegnehmen, das wir anbeten, das uns mehr interessiert. Nein: allein Gott“. Die anderen Dinge nützten nur, wenn man fähig sei, Gott anzubeten:

„Es gibt da ein kleines Gebet, das wir beten, das Gloria: ‚Ehre sei dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist’. Doch viele Male sagen wir das vor uns her wie Papageien. Dieses Gebet aber ist Anbetung! ‚Ehre’: ich bete den Vater an, den Sohn, den Heiligen Geist. Anbeten, mit kleinen Gebeten, in Stille vor der Größe Gottes, Jesus anbeten und sagen: ‚Du bist der Einzige, du bist der Anfang und das Ende und bei dir will ich mein ganzes Leben bleiben, auf alle Ewigkeit. Du bist der Einzige’. Und die Dinge wegjagen, die mich daran hindern, Jesus anzubeten“.

Die dritte Aufgabe bestehe in der Nachfolge Jesu, wie dies das heutige Evangelium von der Berufung der ersten Jünger zeige (Mk 1,14-20). Nachfolge heiße, Jesus zum Mittelpunkt unseres Lebens zu machen:

„Das christliche Leben ist einfach, es ist sehr einfach, doch wir bedürfen der Gnade des Heiligen Geistes, damit er in uns dieses Verlangen erwecke, Jesus zu kennen, Jesus anzubeten und Jesus nachzufolgen. Und daher haben wir zu Beginn im Tagesgebet den Herrn gebeten, dass wir es verstehen, was wir tun sollen, dass wir die Kraft haben, es zu tun. In der Einfachheit aller Tage – denn um Christ zu sein, braucht es nicht alle Tage etwas Merkwürdiges, Schwieriges, Überflüssiges, nein: einfach! – in der Einfachheit aller Tage schenke uns der Herr die Gnade, Jesus zu kennen, Jesus anzubeten und Jesus nachzufolgen“.

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