Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  2. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  3. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  4. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  5. Für alle, die bis jetzt zweifelten: Nun gehen sie wieder ins Schisma!
  6. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen
  7. Papst Leo XIV. empfing Katholiken, die mit gleichgeschlechtlicher Neigung keusch leben möchten
  8. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“
  9. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  10. Die große Täuschung
  11. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  12. Medienkrise verschärft sich: Dramatische Auflagenverluste für Tageszeitungen in Deutschland
  13. Fatales Gerichtsurteil in Deutschland: Chefarzt siegt gegen katholisches Klinik-Verbot
  14. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  15. Hunderte Einsprüche gegen Pfarrauflösung in der Diözese Linz - Keine Antworten aus Rom

'Der Tod, das muss ein Wiener sein...'

28. Oktober 2016 in Österreich, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Den Wienern sagt man einen Hang zur Morbidität nach - Von der Spurensuche auf dem Wiener Zentralfriedhof bis zur Mumienschau in der Michaelergruft


Wien (kath.net/KAP) "Der Tod, das muss ein Wiener sein, genau wie die Lieb a Französin. Denn wer bringt dich pünktlich zur Himmelstür? Ja da hat nur ein Wiener das G'spür dafür" - Spätestens seit der österreichische Chansonnier und Liedermacher Georg Kreisler dem Wiener mit diesem Lied ein morbid-charmantes Denkmal setzte, werden Tod und Wien gerne in einem Atemzug genannt.

Dass der Tod nicht nur zum Leben gehört, sondern geradezu vom Leben eingeholt wird, wird wohl nirgends so sichtbar wie am Wiener Zentralfriedhof. Sobald sich die Tore zur letzten großen Ruhestätte öffnet, drehen die ersten Jogger ihre Runden; Radfahrer und Inline-Skater rollen die langen schattigen Straßen hinunter. Selbst eine eigene Buslinie gibt es, sie führt quer durch das Gelände. Beinahe ist es, als befände man sich in einem großen Erholungsgebiet. "Der Zentralfriedhof ist eine Grünoase und ein großes Stück Wien", erklärt Christian Schertler. Seit mehr als 25 Jahren ist er Grabgräber am Zentralfriedhof. Der rund 2,5 Quadratkilometer große Friedhof, Europas zweitgrößte Anlage, sei nicht nur "letzte Ruhestätte, sondern gehört mitten ins Herz des Wieners".


Mit seinen Kollegen begleitet Schertler Menschen auf ihrem letzten Weg. Rund 15.000 Todesfälle pro Jahr zählt man in der österreichischen Bundeshauptstadt: "Es ist im wahrsten Sinn des Wortes ein Knochenjob", meint Schertler. Wie es so ist, Menschen zu begraben? "Ich möchte bewusst keine Geschichten der jeweils Verstorbenen kennen", sagt der Totengräber und schwingt sich auf sein Dienstfahrzeug - ein Fahrrad, auf dem seitwärts eine Schaufel angehängt ist. Anonymität und Diskretion - sie sind nicht nur Voraussetzung für den Beruf eines Grabgräbers, sondern vor allem Selbstschutz, damit der Tod einem im Arbeitsalltag nicht zu nahe kommt.

Zentralfriedhof: Beethoven, Brahms, Falco

Beethoven, Brahms, Falco, Bruno Kreisky oder Schauspieler Curd Jürgens - ein buntes Publikum liegt am Zentralfriedhof begraben. Seit der Eröffnung im Jahr 1874 wurden mehr als drei Millionen Menschen begraben. Ein "Aphrodisiakum für Nekrophile", hatte ihn Andre Heller einmal genannt. Auch der ehemalige Wiener Bürgermeister Helmut Zilk hat ein Ehrengrab gleich am Rondell der Borromäus-Kirche, ein schönes Plätzchen. "Am schönsten ist der Friedhof im Herbst, wenn es leerer wird, wenn Nebelschwaden in der Früh über den Gräbern liegen", sagt Schertler.

Ganz ohne Leben ist der Zentralfriedhof nie - selbst wenn sich des Abends hinter Besuchern, Gärtnern, Radfahrern und Erholungssuchenden die Tore schließen: Dachse, Wildhasen, Igel, selbst Turmfalken, Eulen und sogar Rehe tummeln sich zwischen den Gräbern von Schönberg, Strauss, Schubert oder auch der Schriftsteller Friedrich Torberg und Arthur Schnitzler.

"Friedhof der Namenlosen"

Doch Wien hat mehr zu bieten: Friedhofs-Touristen sei etwa der "Friedhof der Namenlosen" in Wien-Simmering empfohlen. Wer hier seine letzte Ruhestätte findet, hat seine Identität verloren, ist unbekannt, anonym geworden. Unfallopfer, Selbstmörder oder "durch fremde Hand"-Verstorbene ruhen hier.

Besonderes Schmuckstück ist der St. Marxer Friedhof, der einzige erhaltene Biedermeierfriedhof der Bundeshauptstadt. Wolfgang Amadeus Mozart ruht hier: Ursprünglich zwar in einem Massengrab beerdigt, wurde ihm hier doch ein "Scheingrab" errichtet, an dem Besucher Blumen ablegen oder Kerzen entzünden.

Aber auch am Friedhof Hietzing sind die Gräber bekannter Toter zu entdecken: Neben vielen Vertretern des k.u.k-Adels ruhen hier z. B. Franz Grillparzer, Gustav Klimt oder Architekt Otto Wagner. Prunkvolle letzte Ruhestätten sind auch in Heiligenstadt und Döbling zu finden. Zu den ältesten Friedhöfen Wiens zählt z. B. der jüdische Friedhof in Währing.

Kaiser- und Michaelergruft

Wer das Besondere sucht, besucht die Kaisergruft bei der Kapuzinerkirche: Hier wurden 145 Habsburger nach altem Ritus bestattet; bewundert werden können hier ihre prächtigen Särge. Anders in der Michaelergruft: Neben hunderten - zum Teil offenen - Särgen liegen tausende Knochen; und mumifizierte Leichen verleihen dem Ganzen eine schaurig-schöne Note.

"Doch auch Wiener Madeln sterben, wenn der Herrgott es will, und wenn das einem Madel geschieht, dann is's aus mit dem Tanzen, dann lächelt s' nur still und singt ganz versonnen das Lied: Der Tod, das muss ein Wiener sein..."

Copyright 2016 Katholische Presseagentur KATHPRESS, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten
Foto: Symbolbild


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Tod

  1. Feuer oder Erde? -Urne oder Sarg?
  2. Der Tod. Meditationen über einen Lebensweg - Leseprobe 4
  3. Der Tod. Meditationen über einen Lebensweg - Leseprobe 3
  4. Der Tod. Meditationen über einen Lebensweg - Leseprobe 2
  5. Der Tod. Meditationen über einen Lebensweg - Leseprobe 1
  6. Der Tod - Meditationen über einen Lebensweg
  7. Zurück aus dem Jenseits - Leseprobe 4
  8. Zurück aus dem Jenseits - Leseprobe 3
  9. Zurück aus dem Jenseits – Leseprobe 2
  10. Zurück aus dem Jenseits - Leseprobe 1






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Endgültiger Bruch mit Rom droht: Priesterbruderschaft St. Pius X. kündigt Bischofsweihen an
  3. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  4. Bischof Oster legt nach: Grundsatzkritik am (deutsch-)Synodalen Weg
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Kard. Müller nach Gespräch mit Papst Leo: „Atmosphäre ist von wechselseitigem Vertrauen bestimmt“
  7. Nach „Wort zum Sonntag“: Staatsanwaltschaft ermittelt weiter gegen Pastorin Behnken
  8. Der Vatikan ist in Kontakt mit der Bruderschaft St. Pius X., um eine Spaltung zu vermeiden
  9. Weihen ohne päpstliche Erlaubnis geplant: Papst Leo XIV. berät mit Vatikanbehörde
  10. Bischöfe und Funktionäre im Paralleluniversum
  11. Massive Medienvorwürfe gegen den Priester Wolfgang Rothe als Mitglied des Betroffenenbeirats
  12. Schwere Zensur-Vorwürfe aus den USA: EU unterdrückt die Meinungsfreiheit
  13. Wohltuende Überraschung: Papst beruft norwegischen Bischof Erik Varden OCSO zu seinem Fastenprediger
  14. Bischof Oster: „In der Sache selbst war ich ja in mehrfacher Hinsicht kritisch“
  15. Die synodale Sackgasse der Anderskatholischen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz