Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  3. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  4. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  5. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  6. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  7. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  8. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  9. „Das Ende von Maria 2.0“
  10. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  11. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“
  12. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus
  13. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  14. Politisch aber auch innerkirchlich „gibt es derzeit wieder viel Konfliktpotenzial“
  15. 'Wir sprechen deshalb zurecht hier nicht von Neuevangelisierung, sondern von Erstevangelisierung'

Wenn Kardinal Woelki Flucht und Asyl durcheinander wirft

13. September 2016 in Kommentar, 17 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Es ist unverschämt, der einzigen wirklich konservativen Kraft in unserem politischen Spektrum die Verfassungstreue abzusprechen - kath.net-Kommentar von Peter Winnemöller zum Angriff von Kardinal Woelki auf die CSU


Köln (kath.net/pw) Im Falle von Flüchtlingen, seien eine Kriegs-, Bürgerkriegs- oder auch (Umwelt-)Katastrophenflüchtlingen ist es nicht nur sinnvoll, sondern sogar unbedingt notwendig die Aufnahmezahlen des eigenen Landes zu kontingentieren. Hier muss jedes Land festlegen, in welcher Zahl Menschen aus einer Kriegs- oder Katastrophenregion wie schnell aufgenommen werden können. Ja mehr noch, es ist die moralische Pflicht einer Regierung, die Bevölkerung eines Landes vor Überlastung zu schützen. Hier greifen Moral und Vernunft Hand in Hand. Wer von seinem Volk behauptet, es schaffe etwas, muss auch quantifizieren was zu schaffen ist. Alles andere ist ein Hasardspiel mit der Leistungsfähigkeit der Menschen im Land.

Was sich im Falle von politischem Asyl geradezu verbietet, gebietet also die Vernunft bei Flucht und Vertreibung im Falle von Krieg und Katastrophen. Das ist zudem auch geltendes Völkerrecht und wird allgemein anerkannt. In einem solchen Kontext ist es wenig hilfreich, wenn der Erzbischof von Köln ein wenig blauäugig der CSU mangelnde Verfassungstreue vorwirft, dabei aber selber die Begriffe Flucht und Asyl munter durcheinanderwirft. Man mag ihm zu Gute halten, dass er als Bischof und Hirte das Wohl aller Menschen im Blick hat. Da ist er auf der richtigen Seite, denn der Heilswille Gottes ist ebenso universell, wie es die Heilsmittlerschaft der Kirche sein sollte.


Umso verwunderlicher ist es allerdings, wenn die Hauptleidtragenden des kriegerischen Konflikts in Syrien, die Christen, nicht die größte Aufmerksamkeit durch christliche Politiker und christliche Bischöfe genießen sollten.

Das richtet sich nicht gegen Menschen anderer Religionen, die bedroht und verfolgt sind oder vor Krieg, Terror oder Katastrophen flüchten müssen. Man muss in dieser Situation auch die Solidarität anderer Völker und anderer Weltreligionen einfordern dürfen. Es kann nicht sein, dass ein Land oder ein Kontinent die gesamte Last der weltweiten Migrationsbewegungen trägt.

Wünschenswert wäre hier ein Wort der Bischöfe in unserem Land, das die Menschen in allen Ländern ermutigt, im Sinne des Evangeliums zu handeln. Zu sehr drückt doch hier die Moralkeule auf eine einzige Gesellschaft, die erkennbar an der Grenze dessen angekommen ist, was sie zu tragen bereit ist.

Es ist zu einfach und zu banal, den Menschen dann pauschal Fremdenfeindlichkeit vorzuwerfen. Nahezu unverschämt ist es, der einzigen wirklich konservativen Kraft in unserem politischen Spektrum die Verfassungstreue abzusprechen. Für einen Bischof, dessen Metier doch eher die Evangeliumstreue sein sollte, ist das schon dreist.

Dreistigkeit ist ohnehin die Untugend unserer Tage. Statt die Ängste der Menschen ernst zu nehmen, werden so en passent schon mal die Wähler der AfD fast exkommuniziert. Warum eigentlich nicht die Wähler der Partei, die in Rechtsnachfolge der SED immer noch das DDR- Unrecht – auch – gegen die Kirche nicht anerkennt? Warum werden nach dem entsetzlichen Missbrauchsskandal in der Kirche nicht die Wähler gemaßregelt, die einer Partei ihre Stimme geben, in der Pädosex noch heute nur lauwarm abgelehnt wird? Da stellen sich Fragen, ob denn hier nur populistisch abgewatscht wird oder ob es nicht doch besser wäre, mit fides et ratio einen Blick auf die Gesamtsituation zu werfen. Es ist und bleibt unangenehm, wer konsequent nach der Wahrheit sucht. Man kommt dann nicht so leicht im Medienmainstream unter. Als Stachel im Fleisch des Zeitgeistes ist tut man sich schwerer, von diesem gelobt zu werden. Doch warum sollte ein katholischer Bischof das Lob dieser Welt suchen?

Es ist nicht das Problem, eine falsche Haltung zu kritisieren, wenn es angezeigt erscheint. Geschieht dies jedoch einseitig, immer wieder einseitig und unter Vernachlässigung anderer ganz sicher nicht weniger großer moralischer Probleme in unserer Gesellschaft, dann ist zumindest die Nachfrage erlaubt, warum dem so ist.

Wir haben in unserer Gesellschaft zahlreiche Baustellen, die zu bearbeiteten wären. Das können Bischöfe nicht tun. Doch die Gläubigen geistlich zu führen, die Zeichen der Zeit wahrhaftig zu erkennen, ist eine Aufgabe, die es geradezu verbietet einem politisch korrekten Zeitgeist hinterher zu laufen.

Weiterführender Link: Kardinal Woelki attackiert jetzt auch die CSU

Foto Peter Winnemöller


Foto oben (c) kath.net/Michael Hesemann


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Woelki

  1. Kardinal Woelki: Kirche ohne Priester wäre "nicht mehr katholisch"
  2. Woelki: „Herr, offenbare du deinen Willen für deine Kirche, das ist der Kernsatz aller Synodalität“
  3. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  4. Der Optimismus des hl. Franz von Sales
  5. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  6. Friedensappell für Ukraine von Kardinal Woelki und Weihbischof Hrutsa aus Lwiw
  7. Kirchenrechtler: Papst hat Woelki-Rücktritt offenbar nicht angenommen
  8. Razzia im Erzbistum Köln!
  9. Staatsanwaltschaft Köln weitet Ermittlungen gegen Woelki aus
  10. Staatsanwaltschaft eröffnet keine Ermittlungen gegen Woelki







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Papst Leo an 80.000 Jugendliche im Stade de France: "Wer mit Gott lebt, ist frei"
  3. „Wenn wir Eucharistie feiern, dürfen wir mit allem zu ihm kommen, was in uns unvollendet ist“
  4. Neuer Schülerkreise Joseph Ratzinger / Papst Benedikt XVI. bestätigt bisherigen Vorstand im Amt
  5. Nordische Bischofskonferenz beendet Herbstvollversammlung in Paderborn
  6. Zwischen Stein und Geheimnis: ‚Ohne die Liturgie würde Notre-Dame ihre Seele verlieren‘
  7. Die Menschheitsfamilie zwischen Babel und Pfingsten
  8. Der Mensch ist mehr als eine Maschine - Die Würde des Menschen vor dem Angesicht Gottes
  9. Bischof Erik Varden: „Den Fremden willkommen heißen“
  10. Leo an Bischöfe: „Liebe Brüder, wir müssen immer wieder in die Schule des Kreuzes zurückkehren“
  11. Chefredakteur Philippe Marie: „Ich werfe dem Erzbistum Paris vor, die Pressefreiheit zu verletzen“
  12. Dem Leben verpflichtet: Johanna Gräfin von Westphalen
  13. Kurienkardinal Parolin nennt „Lebensschutz“ eines der Schwerpunktthemen von Leos Frankreichreise
  14. USA: Medienbischof Fulton Sheen ist nun seliggesprochen!
  15. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz