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Lebt einen übernatürlichen Lebensstil

30. Juli 2016 in Familie, 5 Lesermeinungen
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Katechese von Bischof Oster bei der Gemeinschaft Emmanuel auf dem Weltjugendtag in Krakau - Ein Bericht von Peter Winnemöller aus Krakau


Krakau (kath.net)
Vor über tausendfünfhundert Jugendlichen im Zelt der Gemeinschaft Emmanuel hielt Bischof Stefan Oster am Freitag eine Katechese über das Thema „Werdet zu einem Werkzeug der Barmherzigkeit“. Der Katechese lag die Gerichtsrede aus dem Matthäusevangelium (Mt 25, 34-41) zu Grunde.

Der Bischof forderte die Jugendlichen einen übernatürlichen Lebensstil zu pflegen. Damit meinte er nicht okkulte Praktiken, wie er betonte, sondern die Freundschaft zu Jesus. Um das zu verdeutlichen, führte Bischof Oster die Jugendlichen zurück an den Anfang des Evngeliums. Dort finden wir Johannes, eine wilde Figur. Der Prophet predigte am Jordan, dem Schicksalsluß des Volkes Israel. Über diesen Fluß war das Volk nach der Befreiung aus Ägypten und einer vierzigjährigen Wüstenwanderung ins gelobte Land eingezogen. Das Volk Israel sollte im verheißenen Land als Volk Gottes leben. Hier am Jordan beginnt auch die Geschichte von Johannes. Seine Botschaft, so vermittelte der Bischof den jungen Pilgern, ist einfach: Lebt als Gottes Volk. Wie Jesus habe ich Johannes schon das Gericht angekündigt. Seine Predigt sei Eindrucksvoll gewesen, denn viele seien zu ihm gekommen, um sich taufen zu lassen.

Da habe doch, so der Bischof, die Frage nahe gelegen, ob Johannes der Messias sei. Nein, er ist es nicht. Johannes tauft nur mit Wasser, der Messias mit Feuer und heiligem Geist.

Um den Unterschied zu verstehen, müsse man sich die Verkündigung des Johannes anschauen, erklärte Bischof Oster. Johannes lehrte zusamengefaßt, daß die Menschen anständig in ihrer Gesellschaft leben sollten. „Das ist noch nicht Feuer und Heiliger Geist.“


Jesus gehe da viel weiter. Ihm gehe es um das Herz der Menschen und er wolle es ganz. Ganz klar gesagt: „Übernatürlich leben heißt: Jesus will auf den inneren Thron in unseren Leben.“, brachte der Bischof es auf einen Satz. Dabei sei uns doch im Grunde alles möglich wichtig und am Ende seien nur wir selber uns wichtig. Das steht dem natürlich entgegen. Das steht auch dem Weg ins Reich Gottes im Weg. Um den Weg zu veranschaulichen machte der Bischof den jungen Pilgern deutlich, daß man ein neuer Mensch werden muß, um in das Reich Gottes zu kommen. Plötzlich bekomme der Mensch so eine neue Wertekategorie. Das eigene Ego trete dahinter zurück, die Liebe sei dann nicht mehr besitzergreifend.

„Jesus will Dein Herz so verwandeln, daß Du mehr lieben und weniger brauchen kannst.“, führte Bischof Oster seine Gedanken weiter aus. Das sei die Freundschaft mit Jesus: „Du bist zu Hause, es kann passieren, was will.“

Damit hatte der Bischof in seiner Katechese die Gerichtsrede in einen größeren Kontext eingebunden, um den Jugendlichen Pilgern die Bedeutung der vorher gehörten Perikope zu verdeutlichen. „Es wird richtig wild am Ende.“, leitete er über zum Text der Rede Jesu. Eingebunden sei die Rede mehrere Gleichnisse, deren Bedeutung er jeweils auf eine Kurze Formel brachte. Der Einbrecher – wachsam bleiben, gute und der schlechte Knecht – treu bleiben, die klugen und die törichten Jungfrauen – Beziehung zum Herrn halten und pflegen, die Talente – bringt Eure Gaben zum Einsatz. Darauf folge die Gerichtsrede, in der der Herr den Überraschungseffekt für die Hörer schon weg nehme. Die kurze Formel hierfür laute, so der Bischof: Den Herrn im anderen erkennen. Das bedeute zu verstehen, daß ich ein geliebtes Geschöpf Gottes bin. Dann lerne der Mensch, daß auch der andere ein geliebtes Geschöpf Gottes sei. Jeder verdiene daher meine Liebe. Nicht nur der, von dem man selber etwas habe. Und besonders erwähnte der Bischof hier die Armen.

Was daran neu sei, stellte Bischof Oster als Leitfrage für die folgenden Gedanken. Das neue daran sei, immer zuerst von Jesus aus zu denken. Dann, so fuhr er fort, wenden wir uns den Menschen zu, wie es für sie richtig sei. Das gehe aber nur, wenn man Jesus erkannt habe. Hier zitierte der Bischof den Theologen Hans Urs von Balthasar: „Glaub doch nicht, daß Du Jesus im anderen erkennen kannst, wenn Du ihn nicht vorher schon erkannt hast.“

Jesus müsse also in ihr Herz. Der Bischof sprach hier von einer Kultur der Freundschaft mit Jesus. Diese Kultur entstehe durch Gebet, Empfang der Sakramente, z.B. der Beichte und die Feier der Hl. Messe. Er forderte die Jugendlichen auf, Zeit zu verschwenden. Die Welt finde nämlich Gebet und Sakramente durchaus verschwenderisch. Jesus wolle diese Art der Verschwendung. „Tu die Dinge, die Du tust so, daß Du sie auch tust, wenn Dich keiner sieht ausßer Jesus“, riet der Bischof den Jugendlichen. Den Blick sollten sie immer mehr auf Jesus lenken, so daß sie alles für Jesus tun. Das, so der Bischof sei der Lebensstil einer Freundschaft mit Jesus. „Werdet so ein Werkzeug der Barmherzigkeit in seinem Namen.“ schloß Bischof Stefan Oster seine Katechese für die Jugendlichen.

Im Anschluß an die Katechese war Zeit für Fragen der Zuhörer. Danach feierte der Bischof mit den Pilgern die Heilige Messe. Im Interview mit kath.net äußerte sich Bischof Stefan Oster sehr beeindruckt von den jungen Menschen, die es bei dem herrlichen Wetter geduldig und mit großer Aufmerksamkeit im Zelt ausgehalten hatten. Die Pilger dankten dem Bischof am Ende für seine Unterweisung in Katechese und Predigt mit einem langen und kräftigen Applaus. Viele Pilger diskutierten die Gedanken aus der Katechese beim verlassen des Zeltes. Die Worte hatten offensichtlich einen starken Eindruck hinterlassen.












Fotos: (c) Peter Winnemöller


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