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Die Häresie des ‚entweder das – oder nichts’

9. Juni 2016 in Aktuelles, 50 Lesermeinungen
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Franziskus in Santa Marta: der gesunde Realismus der katholischen Kirche gegen Heuchelei und falsche Idealismen. Der Schaden des Gegen-Zeugnisses. Die Befreiung vom Gefangensein im Käfig der Rigidität des Gesetzes. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) „Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit größer ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen“: Papst Franziskus ging in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Donnerstag der zehnten Woche im Jahreskreis von der Mahnung Jesu im Tagesevangelium (Mt 5,20-26) zu einer „weit größeren Gerechtigkeit“ aus, um sich dann auch die Wichtigkeit des christlichen Realismus zu konzentrieren.

Das Volk sei etwas ins Schwanken gekommen, da jene, die das Gesetz lehrten, in ihrem Zeugnis des Lebens nicht kohärent gewesen seien. Jesus fordere daher, dies zu überwinden und höher zu gehen. So stelle er vor das Beispiel des ersten Gebotes der Gottes- und Nächstenliebe und unterstreiche: „Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du gottloser Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein“ (V. 22).

Es tue gut, dies gerade in unserer Zeit zu hören, so der Papst, in der wir uns daran gewöhnt hätten, andere abzuqualifizieren, und uns eines sehr „kreativen“ Wortschatzes bedienten, um die anderen zu beleidigen. Dies sei eine Sünde, „das heißt: töten, denn das bedeutet, die Seele des Bruders, seine Würde zu ohrfeigen“. Oft, so Franziskus mit bitterer Ironie, benutzten wir viele Schimpfworte „mit ‚viel ‚Liebe’, doch wir sagen sie zu den anderen“.

Was die Anwesenheit von Kindern bei der heiligen Messe betrifft, mahnte der Papst, sich nicht aufzuregen, denn: „die ‚Predigt’ eines Kinder in der Kirche ist schöner als die des Priesters, schöner als die des Bischofs und als die des Papstes“. So solle man das Kind Kind sein lassen, das die Stimme der Unschuld sei, die allen gut tue.


Jesus fordere von jenem desorientierten Volk, nach oben zu blicken und vorwärts zu gehen. Dabei betonte Franziskus, wie viel Schaden dem Volk durch das „Gegen-Zeugnis“ der Christen zugefügt werde:

„Wie oft hören wir in der Kirche doch diese Dinge: wie oft! ‚Nun, dieser Priester da, dieser Mann, diese Frau der katholischen Aktion, dieser Bischof, dieser Papst sagen uns: So müsst ihr handeln!’, und er oder sie tut das Gegenteil. Das ist das Ärgernis, das das Volk verletzt und es verhindert, dass das Volk Gottes wächst, dass es voran geht. Das befreit nicht. Auch jenes Volk damals hatte die Rigidität dieser Schriftgelehrten und Pharisäer gesehen, und wenn ein Prophet kam, der ihnen ein wenig Freude schenkte, verfolgten sie ihn und töteten ihn auch: da war kein Platz für die Propheten. Und Jesus sagt ihnen: ‚Ihr habt die Propheten getötet, ihr habt die Propheten verfolgt: jene, die frische Luft brachten!’“.

Die Großherzigkeit, die Heiligkeit, die Jesus von uns fordere, „besteht darin, hinauszugehen, aber immer in die Höhe, in die Höhe. Hinausgehen, in die Höhe“. Darin bestehe die Befreiung von der Rigidität des Gesetzes und auch von den Idealismen, die nicht gut täten. Jesus „kennt uns gut. Er kennt unsere Natur“. So ermahne er uns zur Einigung, wenn es zu Konflikten mit den anderen komme.

Jesus lehre uns auch einen „gesunden Realismus“. Viele Male sei es unmöglich, zur Vollkommenheit zu gelangen, „doch tut wenigstens, was ihr könnt, einigt euch“:

„Dieser gesunde Realismus der katholischen Kirche: die katholische Kirche lehrt nie ein ‚entweder – oder’, ein ‚entweder das – oder das’. Die Kirche sagt: ‚das UND das’. ‚Sei vollkommen: versöhne dich mit deinem Bruder. Beleidige ihn nicht. Liebe ihn. Wenn da ein Problem ist, dann sucht wenigstens nach einer Übereinkunft, damit kein Krieg ausbricht’. Dieser gesunde Realismus des Katholizismus. Ein ‚entweder das oder nichts’ ist nicht katholisch: das ist nicht katholisch. Das ist häretisch. Jesus versteht es immer, mit uns zu gehen, er gibt uns das Ideal vor, er begleitet uns hin zum Ideal, er befreit uns von diesem Gefangensein im Käfig der Rigidität des Gesetzes und sagt uns: ‚Nun, macht es bis zu dem Punkt, zu dem ihr es schafft’. Und er versteht uns gut. Das ist unser Herr, das ist es, was er uns lehrt“.

Der Herr fordere von uns, keine Heuchler zu sein: „nicht hinzugehen und Gott mit derselben Zunge zu preisen, mit der man vorher den Bruder beleidigt hat“. „Tut, was ihr könnt“, so der Papst, „das ist die Mahnung Jesu, vermeidet wenigstens den Krieg unter euch, einigt euch“:

„Und ich erlaube mir, euch das mit einem Wort zu sagen, das merkwürdig erscheinen könnte: das ist die winzigkleine Heiligkeit des Verhandelns. ‚Nun, ich kann nicht alles, aber ich will alles tun, ich einige mich mit dir, dann beleidigen wir uns wenigsten nicht gegenseitig, dann führen wir keinen Krieg und leben in Frieden’. Jesus ist ein großer! Er befreit uns von unserer Armseligkeit. Auch von jenem Idealismus, der nicht katholisch ist. Bitten wir den Herrn, dass er uns zuerst lehre, aus jeglicher Rigidität herauszutreten, aber nach oben, um Gott anbeten und preisen zu können. Und dass er uns lehre, uns untereinander auszusöhnen. Und auch, dass wir uns bis zu dem Punkt einigen, wie wir es vermögen“.

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Lesermeinungen

 Bernhard Joseph 15. Juni 2016 
 

@Trierer

Es geht doch nicht darum, dass der Mensch scheitert, sondern dass er es sich im Scheitern, respektive im Bösen, nicht bequem macht. Wir leben heute in einer Zeit, in der man die Sünde erst zum Sündchen, dann zur Lässlichkeit und schließlich zur Normalität umgedeutet hat. Das Böse provoziert nicht mehr, es wird sozusagen zu einem Wesenszug des modernen Menschen und genau da treffen die von Ihnen zitierten Worte Jesu Christi genau ins Schwarze. Es ist die Versuchung, es sich in der Sünde einzurichten, sie sich als naturhaft zu eigen zu machen und das Gute lediglich als Ideal anzusehen, das man zwar noch als schönen Schein im Herzen bewahrt, das aber ansonsten keine echte Wirklichkeit hat. So wird alles zum Trug, die Ehe zur bloßen Lebensgemeinschaft und die Liebe zum Sex. Der tiefe Ernst des christlichen Glaubens - vergessen wir bitte nicht, dass Jesus für unsere(!) Sünden am Kreuz gestorben ist - geht im heutigen moralischen Laissez faire einfach unter.


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 Trierer 14. Juni 2016 

@carolus romanus

"Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg!"
Ja, so hat Jesus gesprochen!
Und ja, mea maxima culpa, ich wäre blind und ein Krüppel hätte ich diese Konsequenzen gezogen. Nun frage ich alle Ehrlichen und Selbstkritischen hier im Forum (ich bin überzeugt das sind ALLE) wer wäre noch im Vollbesitz seiner Glieder nach dieser Handlungsanweisung?
Und es steht daher für mich außer
Zweifel, dass unser Herr genau das auch gewusst hat und daher niemals diese Anweisung als Befehl im wörtlichen Sinne gemeint haben kann, sondern als Aufforderung und Ansporn mit allen Mitteln zu versuchen das Gute zu erreichen. Aber der Mensch scheitert, und zwar immer wieder neu!
Herr, wolltest DU der Sünden gedenken, wer wollte da noch bestehen?!
Deo gratias.


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 Scotus 13. Juni 2016 

@Hadrianus Antonius
Dass die Aussagen von Papst Franziskus für viele missverständlich sind, mag vor allem daran liegen, dass wir oft nur Zusammenfassungen zu lesen bekommen - und noch dazu als Übersetzung. Papst Benedikt war klar und unmissverständlich. Er dachte und schrieb in unserer Muttersprache. Papst Franziskus‘ Denkweise ist vielen von uns fremd. Ich versuche Franziskus nicht immer beim Wort zu nehmen, sondern ihn mit dem Herzen zu verstehen.

@Bernhard Joseph
Natürlich dürfen die Menschen ihre Verunsicherung äußern. Hier im Forum kann ich mich des Eindrucks aber nicht erwehren, dass einzelne sehr wohl ihren Unmut in unangemessener Weise zum Ausdruck bringen. Damit meine ich nicht Sie.


@Herbstlicht
Sie haben recht: der Papst ist kein Idol. Für mich ist weder Papst Franziskus noch Papa emeritus Benedikt ein "Idol", obwohl ich zweiteren ganz besonders geschätzt habe, und er auf meinem Weg zum Glauben eine ganz wichtige Rolle gespielt hat.


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 Hadrianus Antonius 13. Juni 2016 
 

@scotus: "Schlips"

Sie tun P. Franziskus unrecht.
Seine Worte sind zum übergroßen Teil klar und deutlich und seine Aussagen unmißverständlich.
Es gibt ein ein sehr altes chinesische Sprichwort:
"Drei Sachen bekommst Du im Leben nicht zurück: einen verschossenen Pfeil, ein falsch gesagtes Wort und eine verpaßte Chance".
Das gilt für uns alle; so auch gesehen von Horaz (Ars poet.390) als von der Hl. Catharina von Siena (KI 0906/2016).

Es war nicht meine Mutter die beleidigt wurde in Dezember 2013;
ob jedoch Ihre Wortwahl "auf den Schlips getreten" nun wirklich paßt zu dem Sohn der hier angesprochenen Mutter: da habe ich starkste Bedenken (bzw. ich habe überhaupt keine Zweifel daß so etwas unsäglich ist und gegen die pietas).


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 Simon Cyrenaeus 13. Juni 2016 
 

Eindeutige Wahrheiten? Klare Konturen?

Das NT selbst strotzt geradezu von verwirrenden Aussagen, auch bei den Jesus-Worten. Beispiel gefällig? Hier ist eines:
Mt 12,30: Wer nicht für MICH ist, der ist gegen MICH.
Mk 9,40: Wer nicht gegen UNS ist, der ist für UNS.
Lk 9,50: Wer nicht gegen EUCH ist, der ist für EUCH.
Alles klar? Für mich nicht!


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 Bernhard Joseph 11. Juni 2016 
 

@Scotus

Am Vorschuss an Sympathie, ohne den ein Verstehen unmöglich ist, mangelt es sicher den meisten nicht, die über einige Aussagen des Papstes irritiert sind. Professor Speamann, der schwammige Formulierungen in Amoris laetitia sehr deutlich kritisiert hat und von Chaos und einem Bruch mit der Lehre der Kirche spricht, ist sicher kein Hitzkopf, der einem Papst Böses unterstellt. Hier sind ernste Seelenkonflikte im Spiel, die immer auch eine Not im Glauben bezeugen. Diese Not, ja das Leiden unter einer Verdunkelung des Glaubens durch undeutliche Aussagen des Papstes, insbesondere aber durch die daraus resultierenden willkürlichen Interpretationen, muss sich ja artikulieren dürfen. Wenn Menschen nicht mehr ihre Verunsicherung äußern dürfen, weil sie das Gefühl haben, es wird Nacht in der Kirche, dann stimmt wirklich etwas nicht mehr in der Kirche.


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 Herbstlicht 11. Juni 2016 
 

@Scotus

Ihr Versuch, zwischen Papst Franziskus und den ihn kritisierenden Kommentatoren zu vermitteln, ist sehr anzuerkennen.
Doch es sind nicht nur etliche Kommentatoren hier, die verwirrt und unsicher sind. Die Zahl derer, die Papst Franziskus nicht mehr verstehen, steigt. Es sind in der Sache auch wirklich Versierte darunter, die immer ratloser werden. Dies sollte nicht übersehen werden.
Man kann einen Papst mögen, ihn lieben, ihn wirklich klasse finden. Dennoch ist er kein Idol, sondern ein Mensch mit Fehlern, so wie wir alle.
Er wirkt sympathisch, kommt bei den Menschen gut an. Doch seine Aufgabe ist es nicht, Idol zu sein, sondern Jesus Christus zu verkünden.
Gelegen oder ungelegen!


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 Bernhard Joseph 11. Juni 2016 
 

Gott oder Nichts

"Es ist die Radikalität des Evangeliums, die dieses Buch inspiriert, die Radikalität, die schon viele Glaubenszeugen bewegt und angetrieben hat, die Radikalität einer unausweichlichen Entscheidung, vor der letzlich jeder einzelne Mensch steht, wenn er früher oder später in seinem Leben, den Ruf Christi hört, ihn ernst nimmt, ihm nicht länger ausweichen will und endlich darauf antworten muss. Dann versteht er, dass seine ganze menschliche Existenz auf diese eine Frage zuläuft: Gott oder nichts!"

Vorwort von Erzbischof Georg Gänswein zu dem Buch "Gott oder Nichts" von Kardinal Robert Sarah.

Die Häresie des ‚entweder das – oder nichts’?


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 Scotus 11. Juni 2016 

Papst Franziskus ist schwer zu verstehen.

Aber er ist zu verstehen. Vielleicht braucht es lediglich "jenen Vorschuss an Sympathie, ohne den Verstehen nicht möglich ist." (Papst Benedikt XVI.)

Soweit ich den Heiligen Vater verstehe, kritisiert er nicht die Gläubigen sondern die Heuchler, nicht die Lehre sondern das Festhalten am Buchstaben. Umso interessanter finde ich, dass sich hier im Forum so viele durch die Worte von Papst Franziskus auf den Schlips getreten fühlen.


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 carolus romanus 11. Juni 2016 

Wie soll das nur weitergehen?

Fast täglich neue verwirrende Botschaften, die dann von anderen mühsam "erklärt" werden müssen. Sicher ist die Sprache einfach. Aber man versteht es trotzdem nicht. Glaube beruht auf Vertrauen. Wenn Glaubensinhalte, die seit vielen Jahrhunderten bestehen, plötzlich relativiert oder umgeworfen werden, dann folgt dem Vertrauensverlust der Verlust der Glaubwürdigkeit und letztlich des Glaubens.


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 carolus romanus 11. Juni 2016 

Die Häresie des ‚entweder das – oder nichts’ ??

Tagesevangelium vom Freitag:
Mt 5,27-32
In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Ihr habt gehört, dass gesagt worden ist: Du sollst nicht die Ehe brechen. Ich aber sage euch: Wer eine Frau auch nur lüstern ansieht, hat in seinem Herzen schon Ehebruch mit ihr begangen. Wenn dich dein rechtes Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus und wirf es weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle geworfen wird. Und wenn dich deine rechte Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab und wirf sie weg! Denn es ist besser für dich, dass eines deiner Glieder verloren geht, als dass dein ganzer Leib in die Hölle kommt. Ferner ist gesagt worden: Wer seine Frau aus der Ehe entlässt, muss ihr eine Scheidungsurkunde geben. Ich aber sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, liefert sie dem Ehebruch aus; und wer eine Frau heiratet, die aus der Ehe entlassen worden ist, begeht Ehebruch.


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 queenie 10. Juni 2016 
 

Papst will, daß alle dort anfangen, wo wir stehen.

Der Schuldner, der das Gefühl hat, seine Schulden ohnehin nicht mehr zahlen zu können, öffnet die Briefe des Inkassoinstituts oder des Gerichtsvollziehers nicht mehr. Er bleibt unerreichbar. Deshalb scheint es für ihn ein alles oder nichts nicht zu geben: auch ein etwas dient Gott und ist steigerungsfähig. Heilige sind schon im Himmel; Menschen kämpfen noch auf der Erde und sind mit der Erbsünde belastet. Wie bei einem potentiellen Käufer, von dem man zu viel verlangt, Reaktanz eintritt, will er verhindern, das die Menschen die Schotten für Gott zu machen und von Perfektionisten abgeschreckt werden. Diese Personen werden unnahbar und unerreichbar.


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 R.W 10. Juni 2016 
 

Es ist zum Heulen

Es ist einfach bodenlos. Man muss sich immer wieder klar machen, was bei den Menschen hängen bleibt: Es gibt keine klaren Konturen mehr, es gibt keine eindeutigen Wahrheiten mehr, sowohl als auch... warum nicht Christ und Buddhist. Was solls. ...bis das der Tod euch scheidet oder halt auch nicht ...Du sollst keine anderen Götter neben mir haben... aber wenns dir gut tut, ist auch ok...Hauptsache du trennst deinen Müll ordentlich und bist ein netter Kerl. Es ist zum Heulen. Und es braucht hier keiner das "Kontext-Argument" zu bringen. Ein Papst kann egal in welchem Kontext nicht sagen, dass Ausschließlichkeit unkatholisch ja sogar häretisch sei. Das muss man sich mal vorstellen HÄRETISCH. Ich erinnere mich nicht, dieses Wort von Franziskus in einem anderen Kontext bisher gehört zuhaben. Aber diejenigen, die sich ohne Einschränkung und ohne Kompromisse zu Christus bekennen sind häretisch. Armer Augustinus ...einst ein Heiliger heute Häretiker...Es bleibt nur Beten!


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 Tonika 10. Juni 2016 
 

Doktrin oder keine Doktrin, das ist hier die Frage.

Papst Franziskus ist auch rigide und denkt in entweder das oder nichts , wenn es um seine Idee von Barmherzigkeit geht.

Ich finde der Papst sollte klar und deutlich sagen, dass er wie viele andere auch glaubt, dass die katholische Doktrin zu unrealistisch, zu hoch und hart ist um danach leben zu können und daher diese den Katholiken nicht zuzumuten sei.

Das ständige päpstliche Anprangern von Katholiken, die die Einhaltung der katholischen Lehre logischerweise als verbindlich für die Gläubigen betrachten und sie hochhalten und verteidigen, ist unnötig.

Entweder man schafft die katholische Doktrin ab oder man fordert ihre Einhaltung, in dieser Hinsicht gibt es nur Schwarz oder Weiß.


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 Tonika 10. Juni 2016 
 

Christen sollen nach dem Ideal der Heiligkeit streben.

Christus hat von seinen Jüngern sehr viel abverlangt und sie herausgefordert.

Jesus war auch ziemlich rigide und sagte zu der Sünderin: Geh hin und sündige NICHT MEHR. Er sagte nicht: Geh hin versuche, gib dir Mühe nicht zu sündigen und wenn es nicht klappt, ist es auch okay.

Der Weg den Christen gehen sollen ist schmal und unbequem. Jesus will nicht, dass wir uns in unseren Sünden einrichten oder vor ihnen kapitulieren. Vielmehr will uns befreien, transformieren und uns anspornen nach dem Ideal der Heiligkeit zu trachten, die aus menschlicher Sicht unmöglich ist. Christus wusste, was für Menschen unmöglich ist, ist für Gott möglich.

Es ist keine Häresie, wenn Christen sich nicht mit spiritueller Mittelmäßigkeit bzw Lauheit zufriedengeben. Viele Heilige dachten entweder Jesus oder nichts.

Alle Heilige und alle Märtyrer waren radikal und ihr Ideal war: wie Jesus sein.


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 Hadrianus Antonius 10. Juni 2016 
 

Verbum Dei manet in aeternum

Einige der Aussagen in dieser Predigt kollidieren frontal mit dem Worten Unseres Hernn Jesus Christus selbst (und wohl in Mt5, 17-20 und parallel Lk 16,16-17).
Jesus Chrsitus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben.
Verbum Dei manet in aeternum.
Und mit Mt. 28,18-20 (salopp: "Matthäus zum Letzten")haben wir den Auftrag Sein (Christi) Evangelium zu verkünden und die Heiden zu taufen- nichts Anders und auch nicht die Botschaft eines Anderen.
Omnia instaurare in Christo.

Wie das Wort Unseres Herrn Jesus Christi häretisch sein kann, erschließt sich mir nicht.
Der angesprochene minimale Konsens in Moral entspricht ganz der sog. "Haalbaarheidsethiek" ("Erreichbarkeitsethik") von Roger Burggraeve, früher Prof. für Moralphilosophie in Löwen, großem Freund von Kard. Danneels und Berater und Mitarbeiter der berüchtigten Religionsunterrichztsbüchern in niederländischsprachig Belgien; auf diesem Mist, dem philos. Unterbau, gedieh dier Tolerierung der dortigen Sexualdeviationen.


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 Simon Cyrenaeus 10. Juni 2016 
 

@Thomas05

Sie können den Schwibach-Bericht problemlos mit dem Bericht von Radio Vatikan vergleichen:

http://de.radiovaticana.va/news/2016/06/09/papstmesse_die_mini-heiligkeit_des_verhandelns/1235866

Und übrigens: Vielleicht sollten wir gerade jetzt genau das tun, worum Franziskus am Schluss so vieler seiner Ansprachen und Reden immer wieder gebeten hat: für ihn beten!


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 Thomas05 10. Juni 2016 
 

Traurig, aber wahr: Wie fern und fremd ist mir dieser Papst

Je länger ich über die gestrige Predigt des Papstes nachdenke, auch auf der Folie von Amoris Laetitia, desto mehr werde ich gewahr, wie fern mir dieser Papst in der Tiefe meines Herzens ist.

Das Gegeneinanderausspielen von Idealismus und "gesundem Realismus" erlebe ich als äußerst bedrückend und macht die gegenwärtige Situation in der Kirche für mich schwer zu ertragen.

Ich habe Jesus Christus immer als die Inkarnation des göttlichen Idealismus begriffen, und ich tue es bis jetzt.

Glaubensferne Menschen in meinem Bekanntenkreis haben Jesu Kreuzestod immer als "Torheit" und "Tat eines Wahnsinnigen" bezeichnet.

So würde ich es ohne Glauben auch sehen (müssen). Es ist in meinen Augen jedenfalls nicht die Tat eines "gesunden Realismus". Es ist ein "ALLES oder nichts", es ist ein "ALLES". Es geht bei Gott immer um ein "ALLES", wie die ungezählten Martyrer bezeugen. Es geht nicht um das Verhandeln eines gemeinsamen Nenners. Hätte der HERR nicht auf "ALLES" gesetzt, blieben wir unerlöst.


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 Thomas05 10. Juni 2016 
 

Diese Predigt des Papstes korrespondiert in vollkommener Weise mit dem Dokument Amoris Laetitia

Es ist ein und der selbe Grundgedanke, der hier verkündet wird, nämlich die Verschiebung zwischen Absolutheitsanspruch des Guten und Kontextualität des Guten. Der Papst spricht von einer "Heiligkeit des Verhandelns", und erläutert selbst, dass ein "wie wir es vermögen" besser sei als gar nichts zu "verhandeln".

Meiner Meinung nach ist die Wirkung einer Theologie der Gradualität aber spirituell verheerend. Ein Beispiel verdeutlicht: Nach der Lehrtradition der Kirche ist eine homosexuelle Handlung absolut und ausnahmslos eine schwere Sünde. Jeder Diskurs unter Christen muss diese Grundlage anerkennen, alles andere ist eine Aufgabe der Lehrtradition, denn die Gebote Gottes sind unverhandelbar.

Deshalb muss ich an dieser Stelle bekennen, dass sowohl mein Gottesbild als auch meine Auffassung von der Befähigung des Menschen durch Gott nicht dem entsprechen, was der Papst verkündet. Ich sehe mich allerdings in guter Gesellschaft, Klügere als ich nehmen einen Bruch der Lehrtradition wahr.


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 wandersmann 10. Juni 2016 
 

Entwder oder

Normativ verstanden ist die Aussage natürlich Unsinn, denn Gott will nie, dass Sünde und Heiligkeit nebeneinander bestehen.

Irgendwann kommt die große Scheidung und die Einen kommen dorthin, wo die Sünde zu Hause ist und die anderen kommen in den Himmel, wo es keine Sünde mehr gibt.

Das von Gott gewollte Ziel eines jeden Menschen ist NUR die Heiligkeit und nicht "das UND das".


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 wandersmann 10. Juni 2016 
 

Entweder oder

„Dieser gesunde Realismus der katholischen Kirche: die katholische Kirche lehrt nie ein ‚entweder – oder’, ein ‚entweder das – oder das’. Die Kirche sagt: ‚das UND das’.



Mt 6,24 Niemand kann zwei Herren dienen, denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird dem einen anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon!

Entweder wir dienen Gott oder dem Mammon.


Die Kirche sagt: ‚das UND das’.

Die Frage ist natürlich, ob das eine rein beschreibende oder eine normative Aussage ist.

Liest man sie rein beschreibend für unsere spirituelle Situation, dann stimmt die Aussage doch, denn wir sind alle Sünder und wir tun nicht immer nur Gottes Willen, sondern oft auch unseren eigenen.
In diesem Sinne meint der Papst vielleicht: „doch tut wenigstens, was ihr könnt," und hat damit recht. Allerdings ist das, was wir können ohne Gottes Gnade nicht viel. Deshalb müssen wir darum bitten.


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 Herbstlicht 10. Juni 2016 
 

noch einmal @Agnostikath

Taufe, Erstkommunion, Firmung!
In Ihren Augen Zwang für das Kind.

Sie sehen es so und schreiben daher:

"Da kann mir keiner mehr mit "Freiheit" kommen. Das ist und da geht es um Macht. Und zwar um Macht über Menschen, hier, heute und jetzt - nicht im Jenseits."

Und ich halte Ihnen entgegen:

Unser Körper braucht Nahrung, um überleben zu können.
Unser Herz braucht Liebe und Zuwendung, die wir schenken und die wir geschenkt bekommen, um leben zu können.
Und unsere Seele braucht GOTT!
Ohne Ihn kann sie nicht leben. Sie verkümmert! (G.N.)


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 Herbstlicht 10. Juni 2016 
 

@Agnostikath

Was Sie nachträglich als Zwang empfinden, nämlich die Taufe, Erstkommunion und Firmung im Kindesalter, ist sicher für viele Eltern lediglich ein gesellschaftliches "Muss", weil es halt so üblich ist.
Andere Eltern wiederum, vielleicht auch die Ihren, hatten den innigen Wunsch, ihr Kind bittend der Fürsorge Gottes anzuvertrauen.
Aber jeder, der dies, also auch Sie, als Zwang und als Einengung persönlicher Freiheit betrachtet, hat als Erwachsener die Möglichkeit, aus der Kirche auszutreten. Und ich gehe davon aus, dass Sie das getan haben.

Ein weltliches Beispiel: Wenn eine Mutter beschließt, ihr Kleinstkind in eine Ganztagskita zu geben aus welchen Gründen auch immer, ist das nicht auch Zwang?
Welches Kind würde freiwillig in eine ganztägige Fremdbetreuung gehen, würde man es fragen?
Tagein, tagaus, stundenlang ohne Mutter verbringen zu müssen, ist bestimmt nicht gut für die Psyche des kleinen Kindes.
Aber Kitas werden gezielt propagiert.
Doch es ist Zwang: aus Sicht des Kindes.


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 Herbstlicht 10. Juni 2016 
 

@Genesis

Vielen Dank für den ersten Teil Ihres Kommentars. Sie haben darin die Gefühlslage glaubenstreuer Christen sehr gut zum Ausdruck gebracht.

Was den zweiten, mehr persönlichen Teil betrifft, möchte ich Sie fragen, ob Sie nicht die Möglichkeit haben, in Ihrer Nähe oder zumindest nicht allzuweit entfernt eine Hl. Messe im ausserordentlichen Ritus zu besuchen? Dort bräuchten Sie keine unliebsamen "Überraschungen" zu fürchten.
Aber wenn es diese Möglichkeit nicht gibt und Sie deshalb gezwungen sind, die hl. Messe am Ort zu besuchen, so geben Sie sich während der Messfeier vertrauensvoll in Gottes Hand. Er weiß, wie sehr Sie sich eine würdige Feier wünschen. Dass dies nicht immer so ist, haben nicht Sie zu verantworten. Bei Ihm zählt nur Ihr guter Wille und die Absicht, einer gehaltvollen Messe beiwohnen zu wollen.
Aber vielleicht machen Sie sich doch einmal auf die Suche nach einem geeigneten Ort.


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 Robert S 10. Juni 2016 
 

Häresie?!

Gelobt seien JESUS CHRISTUS und MARIJA, "Die katholische Kirche lehrt nie ein ‚entweder – oder’, ein ‚entweder das – oder das’", Doch genau das lehrt die katholische Kirche.Und dies haben alle Päpste bis zu Franziskus gelehrt.Und unser HERR JESUS CHRISTUS lehrt es in Matthaeus 12:30:"Wer nicht mit mir ist, der ist wider mich;" Entweder wir sind für JESUS oer gegen ihn. Entweder lieben wir IHN und halten seine Gebote wie er es sagt in Johannes 14:15 "Liebet ihr mich, so haltet ihr meine Gebote." oder wir lieben ihn nicht. Natürlich ist unser HERR JESUS CHRISTUS da wenn wir fallen.Im Sakrament der Beichte.Aber ER verlangt dann auch eine Umkehr von uns und dass wir nicht mehr sündigen wie er es dem gerade durch IHN geheilten MANN in Joh 5,14 sagt: "Siehe, du bist gesund geworden; sündige hinfort nicht mehr, dass dir nicht etwas Schlimmeres widerfahre." JESUS würde nie was verlangen was wir nicht halten können -ein Ideal.Was ER von uns verlangt dass können wir auch -mit SEINER GNADE. +PAX+


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 modest 10. Juni 2016 

@genesis: Sie haben irgendwie auch recht!

Der Papst versucht Jesus zu folgen. Immer "treibt" er sich an den Rändern herum. Das war schon für die Apostel schwer und sogar für die Gottesmutter (vgl. Mk). Er sandte sie aus und ermutigte sie groß zu denken und noch größer zu handeln (Berge, die sie verpflanzen und Dämonen, die sie austreiben sollten). Und ja, nur sehr selten barg er sie in seiner Liebe ganz offensichtlich: "Kommt und ruht ein wenig bei mir aus!" Als er ihnen zum Schluss sich selbst im Mahle gab, verstanden sie es nicht, weil sie im Streit untereinander innerlich gefangen waren. Mit diesem Wissen ging er ans Kreuz. Keiner von uns könnte glauben oder gar leben, so nicht Gottes Barmherzigkeit größer wäre als unsere Gerechtigkeit. Das Christentum ging weiter und die Mithrasreligion ging unter, weil sie keine Sündenvergebung kannte. Versöhnung heißt eben nicht Schwamm drüber, sondern dass einer bitter alle Schuld für uns bezahlt hat.


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 Veritasvincit 10. Juni 2016 

Streit um die Wahrheit

Das ist es, was der Papst vermeiden möchte. Wenn zwei sich um um ihre vermeintlichen verschiedenen Wahrheiten streiten, geschiehbt es leicht, dass mindestens eine häretisch ist. Der Papst möchte von diesem Gezänk wegkommen. Man kann die gemeinsame Wahrheit auch friedlich suchen und sie vielleicht auf einer höheren Ebene finden. Dann kommt gemeinsame Freude auf. "Die Liebe freut sich an der Wahrheit" sagt schon Paulus.


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 Stefan Fleischer 10. Juni 2016 

@Agnostikath

Was man noch hinzufügen könnte: Kein Mensch wächst unbeeinflusst von seiner Umgebung und deren Werte auf. Wenn ihm die Eltern und/oder anderen Erzieher keine Werte vermitteln, nimmt es eben jene auf, die es sonst in seiner Umgebung wahrnimmt, oder - was noch schlimmer ist - die ihm sehr oft fanatisierte Aussenstehende zu aufzudrängen versuchen. Dadurch aber wird er nicht freier in seinen Entscheiden, sondern vielmehr schlussendlich entscheidungsunfähiger.


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 Stefan Fleischer 10. Juni 2016 

@ @Agnostikath


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 Veritasvincit 10. Juni 2016 

@Agnostikath

Sie betrachten offenbar die Kindertaufe als Religionszwang und Machtsuche der Kirchenführer. Wären Sie vomm Glauben an das ewige Leben erfüllt, würden sie anders denken. Schon das natürliche Leben braucht von Anfang an Nahrung, und es würde niemandem einfallen, einer Mutter, die ihr Kind stillt, ungebührlichen Zwang und Machtstreben vorzuwerfen. So ist die frühe Taufe und die religiöse Erziehung der Kinder ein Geschenk, das sie im Glaubensleben und in der Liebe wachsen lässt und das ewige Leben ermöglicht. Im Augenblick des Todes kommt es genau darauf an, ob ich die Liebe, die dem Glauben entspricht, gepflegt habe. Dieser Glaube muss verkündet werden, damit die Menschheit nicht irregeht. Es ist gut, wenn man damit schon bei den Kindern anfängt und das Leben von Anfang an fördert.


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 Agnostikath 10. Juni 2016 
 

@Stefan Fleischer und @ockham

Das Problem, so wie ich es sehe, ist, dass die RKK dazu neigt, Lebenssachverhalte zu verabsolutieren.

Lassen Sie es mich an meinem Beispiel darstellen: Ich wurde als Baby getauft, Kommunion und bevor ich rechtlich religionsmündig war gefirmt. Das kann ich noch nicht einmal meinen Eltern vorwerfen, weil der Katechismus genau das von ihnen erwartet hat. Hätten sie irgendwann mal auf der Strecke: "Halt, Stop!" gerufen, weil sie erkannt hätten, dass sie damit in meine Religionsfreiheit eingreifen, hätte man sie exkommunizieren können.
Ähnlich geht das Judentum teilweise mit Eltern um, die Kinder nicht beschneiden lassen.
Alle Religionen nehmen gerne erwachsene Konvertiten auf ... aber ebenso sind irgendwie alle darauf bedacht, mit der endgültigen Aufnahme nicht zu warten, bis Menschen wirklich mündig sind.

Da kann mir keiner mehr mit "Freiheit" kommen. Das ist und da geht es um Macht. Und zwar um Macht über Menschen, hier, heute und jetzt - nicht im Jenseits.


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  9. Juni 2016 
 

Danke, Papst Franziskus

Diese Predigt werde ich über meinen Schreibtisch hängen. Damit werde ich immer wieder an den Sinn des Neuen Testamentes erinnert.
Barmherzigkeit ist unsere Aufgabe! Die Bewertung unserer Taten oder Untaten wird von Gott geleistet und ich hoffe, er ist auch barmherzig. Sonst habe ich keine Chance.


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 carolus romanus 9. Juni 2016 

Non intellego Papam istum....

Gratias ago R. W propter nuntium prudentem.


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 Genesis 9. Juni 2016 

Hätte ich einen Wunsch bei Gott frei...

würde ich mir wünschen, dass der Heilige Vater auch mal auf die treuen Schäfchen blicken möchte. Auf die Schäfchen, die Papst-und-Lehramtstreu sind, und es bleiben möchten,denn gerade diesen macht man das Leben zur Hölle, wenn sie sich dem modernistischen Wellenreiten entgegenstellen. Der Heilige Vater möchte mal ein Wort zu den Bischöfen und Priestern sagen, dass es auch Gläubige gibt, die nach Heiligkeit streben, und sie mögen bitte, bitte, sie ihren Weg gehen lassen ohne dass man sie lächerlich macht.

Ja, das wäre mein einziger Wunsch an Gott. Ich habe schon wie oft dafür gebetet, und es sind deswegen schon viele Tränen geflossen. Am schlimmsten ist es, wenn ich wiedermal am Boden bin und zur Hl. Messe gehe, dann erlebe ich oftmals eine "Überraschung". Denn gerade an diesem Tag fügt man der Hl. Messe wieder etwas hinzu, was nicht dazu gehört...und ich gehe kraftlos wieder nach Hause.


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 agnese 9. Juni 2016 
 

Wenn man nicht einmal die Zehn Gebote als Gottes Gesetz rigoros einhalten soll, da hört sich alles auf.Das ich von einem Papst sowas hören muss, ist für mich beängstigend, das kann man interpretieren wie man will, das hõrt sich nicht gut an.Aber er will uns damit erklrären, weshalb er Erleichterungen einführen will da die Gesellschaft nicht mehr gewillt ist Gottes Gesetze(!) einhalten zu müssen oder können.


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 Stefan Fleischer 9. Juni 2016 

@ ockham

"Liebe braucht kein Gesetz, sondern Freiheit" Sehr richtig!
Aber kaum ein Mensch - ich auf alle Fälle nicht - ist einer solchen Liebe fähig, die keine Gesetze braucht. Gesetze und Vorschriften sind - immer nach meiner persönlichen Ansicht - Geschenke Gottes an uns, Wegweiser und Leitplanken, damit wir nicht allzu oft vom Weg abirren oder ihn gar endgültig verlieren. Dafür bin ich dankbar. Deshalb bemühe ich mich sie, so gut als dies in meiner Schwachheit möglich ist, zu halten. Wenn das aber nicht immer gelingt, dann vertraue ich auf Gottes Barmherzigkeit und überlasse mich seiner Gerechtigkeit.


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 Thomas05 9. Juni 2016 
 

@R.W. Danke für die Erinnerung an den wunderbaren Hymnus des Thomas von Celano

Tag des Zornes, Tag der Sünden,
wird das Weltall sich entzünden,
wie Sibyll und David künden.

Welch ein Graus wird sein und Zagen,
wenn der Richter kommt, mit Fragen
streng zu prüfen alle Klagen!

Laut wird die Posaune klingen,
durch der Erde Gräber dringen,
alle hin zum Throne zwingen.

Schaudernd sehen Tod und Leben
sich die Kreatur erheben,
Rechenschaft dem Herrn zu geben.

Und ein Buch wird aufgeschlagen,
treu darin ist eingetragen
jede Schuld aus Erdentagen.

(...)

Weh! Was werd ich Armer sagen?
welchen Anwalt mir erfragen,
wenn Gerechte selbst verzagen?

(...)

Milder Jesus, wollst erwägen,
dass Du kamest meinetwegen,
schleudre mir nicht Fluch entgegen.

Bist mich suchend müd gegangen,
mir zum Heil am Kreuz gehangen,
mög dies Mühn zum Ziel gelangen.

Richter Du gerechter Rache,
Nachsicht üb in meiner Sache
eh ich zum Gericht erwache.

Seufzend steh ich schuldbefangen,
schamrot glühen meine Wangen,
lass mein Bitten Gnad erlangen.

(...)


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 montreal 9. Juni 2016 
 

auch der Schluss der Lesung ist interessant

Matthäus 5,25 und 26. Denkt nicht, dass ihr vor Gericht durchkommt und das Geld behalten könnt. Jeden Rappen werdet ihr bezahlen und ihr werdet nicht mehr heraus kommen aus eurem Verliess, bis es geschehen ist!


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 ockham 9. Juni 2016 
 

Glauben kann nur eine Einladung sein

Die Rigidität des Gesetzes gehört auf den Müllhaufen der (Kirchen)geschichte. Sie ist nicht katholisch, sondern häretisch, sagt der Papst. Wir sollten alle dankbar sein. Hat es je einen Papst gegeben, der die Barmherzigkeit über die Gesetzeszucht gestellt hat?
Danke, Papst Franziskus für diese mutigen Worte!

Liebe braucht kein Gesetz, sondern Freiheit:
"Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat."


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 Stefan Fleischer 9. Juni 2016 

Aus meiner Sicht

ist mit "alles oder nichts" hier wahrschein ein "wir müssen unterscheiden" gemeint. Wir müssen wieder lernen, bei der Sünde an sich (beim Tatbestand) ganz klar NEIN zu sagen, aber bei der Schuldfrage, da müssen wir alles offen, bzw. dem Urteil Gottes überlassen. Erleben wir nicht immer selber wieder, wie wir beim "besten Willen" irgend etwas wirklich falsch gemacht haben, und - wenn wir dann genauer hinsehen - uns auch die Frage stellen müssen: "War es wirklich bester Wille oder war vielleicht doch etwas Egoismus oder gar Bosheit im Spiel?" Gott hasst die Sünde, aber er liebt den Sünder. Um das sollten auch wir uns bemühen. Am besten gelingt das vielleicht, wenn wir überzeugt sind, dass auch die Gesetze Gottes reine Liebe (und vielleicht sogar Barmherzigkeit) sind.


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 Stefan Fleischer 9. Juni 2016 


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 stefanr191 9. Juni 2016 
 

@ Xaverflo

Das wichtigste Gebot ist das Gebot der Nächstenliebe und der Verehrung des einen Gottes;
Wo das Gesetz benutzt wird, um (bloße)(selbst)Gerechtigkeit herzustellen, ist der Wille des Gesetzgebers (Gottes) nicht erfüllt;

daher sagt auch unser Herr, dass er nicht gekommen ist, um das Gesetz aufzuheben, sondern zu erfüllen (vgl auch: Der Sabbat ist für den Menschen da, nicht der Mensch für den Sabbat)

Das Gesetz ist meines Erachtens dazu da, um den sündigen und fallenden Menschen zur Verwirklichung der beiden wichtigsten Geboten zu helfen;
Dieser Gesetzgeberwille steht immer über dem Gesetz und soll durch dieses verwirklicht werden;

das Gesetz ist (vor allem in Randbereichen) auslegbar; sowohl in den Zweifelsfällen, als auch beim Leben des Gesetzes selbst muss meines Erachtens immer der Wille des Gesetzgebers (Gottes) im Zentrum stehen


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 Ehrmann 9. Juni 2016 

@Xaverflo - ich kann nicht weiterhelfen, nur eine Menge ergänzenn

vor allem mit dem Entweder-Oder : z.B. wernicht sammelt, der zerstreut, wer nicht für mich ist, ist gegen mich, wer Vater oder Mutter...mehr liebt als Mich, der ist Meiner nicht wert, ja, auch (eigentlich ganz im Sinn von PapstFranziskus) "ihr könnt nicht Gott dienen und zugleich dem Mammon" (aber wer seine Hoffnung auf den Mammon setzt - ob er Vermögen hat oder nicht,-zählt auch zu den Anbetern des Mammon) u.v.a.m. - bis zu "Gott oder nichts".....meint er das auch????


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 Thomas05 9. Juni 2016 
 

Bestürzendes über das Reale

Ich gehe davon aus, dass Herr Schwibach hier sehr korrekt berichtet. Für den Fall, dass die Worte des Papstes genau so gefallen sind, kann ich nur noch meine Bestürzung äußern. Idealismus und Entschiedenheit derartig preiszugeben, ja an den Pranger der Häresie zu stellen, ist mit meinem Glauben an Jesus Christus nicht zu vereinbaren.

Ich kann hier nur meine persönliche Lebensorientierung bekennen, und dazu ist ja auch ein Forum da, im eigentlichen Sinne: Wäre Gottes Wesen so, wie es die Predigt des Papstes skizziert, könnte ich keinen Glauben haben.

Ich sehe mich in der Lebensführung durch diejenige Aufforderung Christi gebunden, die in der Hl. Schrift unmittelbar dem Papst-Zitat vorausgeht: "Seid also vollkommen, wie euer himmlischer Vater vollkommen ist."

Und ich möchte an das Wort Jesu erinnern: "Wer nicht mit mir ist, der ist gegen mich."

Ich glaube an Jesus Christus, weil seine Liebe so entschieden und unbeugsam (rigidus) ist, dass er für mich den Kreuzestod gestorben ist.


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 jaeger 9. Juni 2016 
 

Evangelium Gaudium

Ich frage mich, wo Jesus einen "gesunden Realismus" gelehrt hat. Mir scheint, es ist eher das neue "Evangelium Gaudium" der Gradualität, das der Papst hier an den Haaren einer haltlosen Exegese der echten Evangelien herbeiziehen will. Ist derjenige, der in einem anderen Evangelium gesagt hat: Wer nicht für mich ist, ist gegen mich" dann etwa auch ein Häretiker des "Entweder-Oder"?


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 Vergil 9. Juni 2016 

Sind Gebote Gesetz?

Sind die Zehn Gebote eigentlich - sagen wir statt "rigid": - RIGOROSES "Gesetz" oder nur göttliche Tipps zur graduellen Vervollkommnung? - Im Neuen Testament wird der Begriff "Gesetz" über 150 mal positiv verwendet. Die Eltern Jesu, Jesus selbst wie auch seine Jünger halten sich immer "ans Gesetz". In der heutigen Kirche herrscht m.E. kaum irgendwo eine Überbetonung von Gesetzen (z.B. das Sonntagsgebot), sondern überall konstatiert man eine völlige Vernachläßigung aller Normen und Regeln des Glaubens. Ich fände es eigentlich mutiger, davon zu sprechen: Dass insbesondere junge Christen den Ernst ihres Glaubens durchaus daran prüfen können, ob sie die Forderungen Jesu und der Kirche einhalten oder nicht: das Gesetz, das in unser Herz geschrieben ist. Dazu gehört als Minimalforderung: die sonntägliche Eucharistie, das Fasten an Aschermittwoch und Karfreitag, sowie die jährliche Beichte und die Beichte bei schwerer Sünde.


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 R.W 9. Juni 2016 
 

Dies irae dies illa

Papa potens sed indoctus, apud multos gratiosus sed sanctae ecclesiae doctrinae immemor. Saevus in homines vere catholicos sed lenis in eos, qui ecclesiam discutant.

"Quantus tremor est futurus,
Quando iudex est venturus,
Cuncta stricte discussurus!"


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 queenie 9. Juni 2016 
 

Wo ein Gefangensein im Käfig der Rigidität

des Gesetzes herrscht, wächst nur noch schwer Gras. Oder wie die Chinesen sagen:
Wo das Wasser zu klar ist, da sind keine Fische mehr drin.


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 Xaverflo 9. Juni 2016 
 

Freiheit

Mt 24,12: "Und weil die Missachtung von Gottes Gesetz überhandnimmt, wird die Liebe bei vielen erkalten." Ich frage mich, wie Franziskus' Forderung einer "Befreiung von der Rigidität des Gesetzes" mit obiger Aussage Jesu verträglich ist. Vielleicht kann mir jemand weiterhelfen.


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 Bernhard Joseph 9. Juni 2016 
 

Papst Benedikt hat da durchaus differenziert

"Die andere, mit dem Gottschauen und mit der Kundgabe des Namens wie auch mit dem Manna eng zusammenhängende Gabe des Mose, durch die Israel überhaupt es selbst wird, Gottes Volk wird, ist die Tora - das wegweisende und zum Leben führende Wort Gottes. Israel hat immer deutlicher erkannt, dass dies die grundlegende und bleibende Gabe des Mose war; dass darin die eigentliche Auszeichnung Israels bestand, Gottes Willen zu kennen und so den rechten Weg des Lebens. Der große Psalm 119 ist ein einziger Ausbruch der Freude und der Dankbarkeit für dieses Geschenk. Eine einseitige Sicht des Gesetzes, die sich aus einer einseitigen Auslegung der paulinischen Theologie ergibt, verstellt uns den Blick auf diese Freude Israels: die Freude, Gottes Willen zu kennen und so diesen Willen leben zu können, zu dürfen." (Jesus von Nazareth Band 1)


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