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Islam-Experte Bassam Tibi: Erdogan ist ein Islamist

13. Mai 2016 in Aktuelles, 7 Lesermeinungen
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«Erdogan will die Türkei zu einem Scharia-Staat umbauen» - Tibi kritisiert Einfluss der Islamverbände auf die deutsche Politik: Der organisierte Islam sei «salafistisch, islamistisch und schriftgläubig»


Bielefeld (kath.net/KNA) Der Islam-Experte Bassam Tibi hält die türkische AKP für eine islamistische Partei. «Der türkische Präsident Erdogan ist Islamist. Erdogan will die Türkei zu einem Scharia-Staat umbauen», sagte Tibi dem Bielefelder «Westfalen-Blatt» (Freitag). Der emeritierte Göttinger Politikwissenschaftler hat Begriffe wie «Leitkultur», «Parallelgesellschaft» und «Euro-Islam» geprägt.

Die Erfolgsaussichten bei der Integration von mehr als einer Million muslimischer Flüchtlinge in Deutschland schätzt der 72-Jährige eher negativ ein. Die Bundesregierung habe kein Konzept. Derzeit verstehe der Staat unter Integration «die Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen plus Sprachkurse». Es gebe bereits genügend «kurdische, türkische und libanesische Parallelgesellschaften», so Tibi. Bald kämen noch syrische, pakistanische und afghanische dazu. «Bislang gibt Deutschland den Einwanderern keine Identität.» Sein eigenes Integrationskonzept habe drei Säulen, so der aus Syrien stammende Politologe: «Einbürgerung, Arbeit, Wertevermittlung.»


Tibi kritisiert den Einfluss der Islamverbände auf die deutsche Politik. Sie verträten nur einen Bruchteil der Muslime in Deutschland. «Der deutsche Staat ist weltanschaulich neutral, arbeitet aber mit dem weltanschaulich organisierten Islam zusammen», beklagt Tibi. Der organisierte Islam sei «salafistisch, islamistisch und schriftgläubig». Das seien «die großen Hürden auf dem Weg zur Integration»

Man müsse islamistischen Terror weltanschaulich bekämpfen, so Tibi. «Da darf der Staat sich nicht in die neutrale Ecke zurückziehen. Wenn das Grundgesetz bedroht wird, kann der Staat nicht weltanschaulich neutral bleiben.»

Vgl. dazu auch: Bassam Tibi: 'Junge Männer, die die Kultur der Gewalt mitbringen'.

(C) 2016 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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