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Patientenschützer warnen: «Offenkundig ist Töten ansteckend»

12. Mai 2016 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
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Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz sieht eine dramatische Entwicklung: «Zehnmal mehr Menschen sterben in den Niederlanden durch Euthanasie als dort im Straßenverkehr» .


Osnabrück (kath.net/KNA) Vor der Amsterdamer Weltkonferenz «Euthanasia 2016» hat die Deutsche Stiftung Patientenschutz vor einer weiteren Zunahme aktiver Sterbehilfe in den Beneluxstaaten gewarnt. In einem Gespräch mit der «Neuen Osnabrücker Zeitung» (Donnerstag) sagte Vorstand Eugen Brysch wörtlich: «Offenkundig ist Töten ansteckend.» In den Niederlanden, wo aktive Sterbehilfe erlaubt ist, sei die Zahl der Fälle seit 2006 um knapp 300 Prozent auf 5.277 Fälle im Jahr 2015 gestiegen. In Belgien habe sich die Zahl im selben Zeitraum von 429 auf 2.021 verfünffacht.

Brysch sieht darin eine dramatische Entwicklung: «Zehnmal mehr Menschen sterben in den Niederlanden durch Euthanasie als dort im Straßenverkehr.» In der Öffentlichkeit werde der Eindruck erweckt, als sei die aktive Sterbehilfe weltweit auf dem Vormarsch. Das Gegenteil sei der Fall. Nur in den Niederlanden, Belgien und Luxemburg habe sich die aktive Sterbehilfe durchgesetzt: «Bei Menschen in Lebenskrisen überlässt der Staat dort das Feld den Euthanasie-Befürwortern», kritisierte Brysch. «Die anderen 190 Länder der Welt gehen einen anderen Weg.»


Ein «Sterbe-Tourismus» in die Nachbarländer ist laut Brysch nicht festzustellen. So müsse ein Deutscher eine sehr enge Beziehung zu einem niederländischen Arzt haben. Das sei in der Regel aber nicht der Fall.

Das Verbot von aktiver Sterbehilfe und geschäftsmäßiger Beihilfe zum Suizid in Deutschland dürfe aber nicht die alleinige Antwort auf die Nöte schwerstkranker Menschen sein. Brysch forderte mehr Alternativen für Kranke und Leidende: «Schwerstkranke, Sterbende, Pflegebedürftige und Menschen in Lebenskrisen brauchen umfassende und professionelle Angebote der Begleitung.» Gerade die Sterbenden in den Pflegeheimen hätten von dem neuen Hospiz- und Palliativ-Gesetz kaum etwas. «Für die 200.000 sterbenden Pflegeheimbewohner mit Palliative-Care-Bedarf brauchen wir mehr Pflegekräfte und Geld, um sie auf Hospiz-Niveau zu versorgen», sagte Brysch. Dafür müsse Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) 720 Millionen Euro pro Jahr bereitstellen.

Am Donnerstag beginnt in der niederländischen Hauptstadt Amsterdam die Weltkonferenz «Euthanasia 2016» mit rund 800 Wissenschaftlern, Juristen, Politikern und Ärzten. Die Konferenz wird alle zwei Jahre von der Initiative «Niederländische Vereinigung für ein freiwilliges Lebensende» organisiert.

Symbolbild Sterbehilfe


(C) 2016 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


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Lesermeinungen

 anjali 13. Mai 2016 
 

@mirjamvonabelin

Aber ein Kranker ist doch kein Last! Es gibt Leute (wie ich zum Beispiel) die gerne jemand versorgen und pflegen.


2
 
 mirjamvonabelin 13. Mai 2016 
 

Werde ich mich eines Tages, falls,

ich mich nicht mehr selbst versorgen kann, widersetzen können? Um nicht meinem Nächsten zur Last zu fallen.


0
 
 anjali 12. Mai 2016 
 

Euthanasie

Ich bin hollaenderin, und finde diese Entwicklungen schreckhaft. Hier ist Euthanasie ziemlich normal. Nur ganz othodoxe Katholiken widersetzen sich. Aber die gibt es immer weniger.


6
 

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