10 März 2016, 09:00
'Ich MUSSTE sie nehmen' – Ein Jahr 'Pille Danach' ohne Rezept
 
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Die großen Leitmedien rufen es inzwischen von den Dächern: Wer die Antibabypille nimmt, kann an einer Lungenembolie oder einer Thrombose erkranken oder sterben. Die 'Pille danach' ist noch deutlich höher dosiert. Gastkommentar von Monika Espe

München (kath.net) Die großen Leitmedien rufen es inzwischen von den Dächern: Wer die Antibabypille nimmt, kann an einer Lungenembolie oder einer Thrombose erkranken oder sterben. Die Frauen bekommen Angst und suchen nach einer sicheren und gesunden Alternative. Schließlich wollen sie leben, lieben und geliebt werden.

Im Netz befinden sich genügend Blogs und Facebook-Gruppen mit der allgemeinen Bezeichnung ‚NFP Natürliche Familienplanung‘. Viele wissen jedoch nicht, dass darunter alles und nichts gemeint sein kann. Dort findet sich zwischen vernünftigen Beiträgen allerhand Halbwissen, das die eilige Leserin dann nur partiell erfasst. Es ist ein offenes Geheimnis, dass die Pharmaindustrie und ihre ideologischen Partner in diesen Foren als Privatperson getarnt, gezielt Verwirrung stiften. Die Wahrheit wird zum Leidwesen der Frauen bis zur Unkenntlichkeit verdreht, verschwiegen oder auf unhöfliche Weise in der Luft zerfetzt.

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Der moderne Mensch wollte frei sein. Welches Paar wollte die hart erkämpfte Freiheit aufgeben, um durch „unsichere“ Methoden gegen den eigenen Willen eine große Kinderschar untergejubelt zu bekommen. Der Papst hatte ja nichts Anderes anzubieten als katholikenvermehrende Methoden?!? Oder?

Doppelter Käse, wir wissen das inzwischen. Ihrem Auftrag gemäß erzieht die Kirche Jesu Christi zur Freiheit und Verantwortung. Die am Ende aufgelisteten natürlichen Methoden erkannte die Kirche als gut. Diese sind sehr sicher, wenn gerade kein Kinderwunsch besteht, ausschließlich gesund, liebevoll, für Kinder offen und so gut wie kostenlos. Außerdem begrüßt die Kirche eine verantwortliche Planung der Kinderzahl durch die Ehepaare.

Erfreulicherweise zieht die Mär vom Papst nicht mehr so wie früher. Heute dominiert zunehmend die Angst vor den lebensbedrohlichen Komplikationen durch die Pille.

Mit Hilfe diverser Apps oder Zykluscomputern verlässt sich die wenig informierte Nutzerin dann unhinterfragt auf einen Algorithmus, den eine fremde Person gegen Geld zur Verfügung stellt. In den fruchtbaren Tagen wird mit einer der unsicheren Barrieremethoden verhütet, obwohl gerade kein Kinderwunsch besteht. Das Kondom ist nach wie vor Barrieremethode Nummer 1. Selbstverständlich ist die Knistertüte immer noch unsicher und versagt auf die eine oder andere Weise.

„Hilfe“! Da haben wir den Notfall. Die Angst und der Zeitdruck führen die über ihren Zyklus uninformierte Frau alternativlos in die nächste Apotheke.

Dort wartet bereits die „Pille Danach“, die jetzt ohne Umwege zum Arzt rezeptfrei erworben werden kann. Wobei wir endlich beim eigentlichen Thema angekommen wären.

Was du ohne Hürden bekommen kannst, kann so schlimm nicht sein. Das entlastet die Seele, denn die spürt mehr oder weniger, dass ein Präparat mit einer derart durchschlagenden Wirkung nicht ohne Nebenwirkungen sein kann.

Bereits nach acht Monaten Rezeptfreiheit der „Pille danach“ verdoppelte sich der Umsatz. 81 % der Frauen kamen ohne Rezept in die Apotheke. Heute holen sich 85 % der Frauen aller Altersgruppen die „Notfallverhütung“ ohne Verordnung. Zu den Kundinnen gehören Mädchen ab 14 Jahren, die hierzu keine Einverständniserklärung der Eltern benötigen. Die Apotheken in meiner Nähe berichten, dass die Frauen diese Hormone überwiegend erstmals einnehmen. „Wir geben das Präparat an Frauen unter 14 nur im Beisein der Eltern ab.“ Das ist aber ganz schön verantwortlich. Die Pharmaindustrie kennt die deutschen Kundinnen sehr gut, denn Deutsche lieben die Selbstmedikation. Da ist bestimmt noch Luft nach oben, im Hinblick auf steigende Umsätze.

In meiner Arbeit als Referentin für Natürliche Empfängnisregelung bin ich mit folgenden Beratungssituationen konfrontiert:
„Ich MUSSTE die Pille danach nehmen!“ Bei diesen Gesprächen ist viel Feingefühl notwendig, weil die Frauen mit dem Wort „müssen“ bereits ihre Not zum Ausdruck bringen. Ich biete ihnen dann an, die Regeln noch einmal durchzugehen und diese der eigenen Gesundheit zu liebe klug zu nutzen. Wenn gerade kein Kinderwunsch besteht, darf das Paar die fruchtbare Zeit abwarten und die volle Intimität in der sicher unfruchtbaren Zeit (Regeln nach Rötzer) genießen. Ich ermutige sie, gut zu überlegen, was sie wollen und authentisch danach zu leben. An Enthaltsamkeit ist noch niemand gestorben. In diesen Gesprächen ist selbstverständlich Platz um Trauer, Ängste und Enttäuschungen aussprechen zu können.

„Bei mir geht NER nicht.“, höre ich ab und an, wenn nicht auswertbare Zyklen auf den Tisch gelegt werden. Nicht selten stellt sich heraus, dass es eine „Panne“ in der fruchtbaren Zeit gab. Natürlich läuft nach der Einnahme der „Notfallverhütung“ der Zyklus nicht weiter, als wäre nichts geschehen. Dass Barrieremethoden miserabel verhüten, haben die Paare selbst erlebt. Somit erledigt sich die Annahme: „Bei mir geht NER nicht“, und ein Neubeginn ist möglich.

Eine weitere junge Frau MUSSTE die PiDaNa nehmen. „Warum?“ wollte ich wissen, „weil ich mich nicht mehr erinnern konnte, ob…“ Durch das Gespräch, in dem ich hauptsächlich Zuhörerin war, konnte die Frau ihr Verhalten überdenken. Sie kam zur Erkenntnis, dass es besser sei, weniger Alkohol zu trinken, um einem Filmriss vorzubeugen. Nach einigen sachlichen Informationen setzte sie für ihre Zukunft neue Maßstäbe. Wir sprachen über die 50fache Dosierung der PiDaNa im Vergleich zur Minipille. Wenn eine Frau gerade so gut zweieinhalb Packungen der Minipille schlucken könnte, um das gleiche Ergebnis zu erzielen, dann bleibt das im Bildgedächtnis der Frauen durchaus haften. Für die Minipille ist ein ärztliches Rezept auch heute obligatorisch.

Würden die Frauen über ihren Zyklus Bescheid wissen, würden sie die Überflüssigkeit der PiDaNa/EllaOne-Intervention erkennen. Da ist von professionellen Beratern der verschiedenen natürlichen Methoden sehr viel Aufklärungsarbeit zu leisten. Darunter zählen Referenten des Institutes für Natürliche Empfängnisregelung Prof. Dr. med. Rötzer e. V., die Gruppe nfp/sensiplan ® der Maltheser, fertilityCare, NaProTec und nicht zuletzt die für Ehe- und Familie zuständigen Abteilungen der Bischöfe.

Monika Espe (Foto) ist 43 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder, sie ist Lehrerin für Gesundheits- und Pflegeberufe und seit 2009 Referentin am Institut für Natürliche Empfängnisregelung INER Prof. Dr. Rötzer e. V..

WDR - Todkrank durch die Pille? - Frauen kämpfen gegen Bayer




Bayrischer Rundfunk - Antibabypille gefährlicher als gedacht - Mit Fallbeispiel: 30-Jährige starb an der Pille





Foto Monika Espe (c) Monika Espe









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