Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Was interessiert mich das Geschwätz von Rom...
  2. Papst warnt vor eigenmächtigen Änderungen bei der Messe
  3. Wenn sich Gratismut in Angst verwandelt
  4. „Trägt der synodale Prozess dazu bei, die Seelen Christus und dem ewigen Heil näherzubringen?“
  5. Katholiken fordern Exkommunikation der „katholischen“ US-Gouverneurin Maura Healey
  6. Bußgeldverfahren gegen Schüler nach Weigerung an LGBT-Workshop teilzunehmen
  7. 500 Euro für ein Sakrament oder was ist das wirkliche Problem?
  8. Der integre Leib der Gottesmutter und ihr unbeflecktes Herz
  9. Warum der Teufel das Braune Skapulier so sehr hasst!
  10. "Ich würde Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen, sage ich Ihnen ganz ehrlich"
  11. ‚Waldbrände in der Kurie‘
  12. Das Kirchenjahr als Weg durch die Heilsgeschichte. Dem Gottesdienst soll nichts vorgezogen werden!
  13. Schwuler Aktivist übt scharfe Kritik an Jens Spahn: „Es gibt kein Grundrecht auf ein Kind!“
  14. Der Glaube, der Gott nicht loslässt
  15. Influencerin bezeichnet Trans-Politiker als Mann: zu zwei Jahren Hausarrest verurteilt

Medizinethiker warnt vor Dammbruch bei Freigabe von Sterbehilfe

29. Oktober 2015 in Deutschland, keine Lesermeinung
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Niederländischer Experte verweist auf Erfahrungen in seinem eigenen Land: Die Freigabe der aktiven Sterbehilfe schafft nicht nur Transparenz für Fälle, die sonst im Geheimen stattgefunden hätten, sondern ruft auch neue Fälle hervor.


Frankfurt (kath.net/KNA) Der niederländische Medizinethiker Theo Boer warnt vor einem Dammbruch im Zusammenhang mit der Freigabe der aktiven Sterbehilfe. Seit der Einführung des Sterbehilfegesetzes in den Niederlanden sei die Hemmschwelle zur Selbsttötung deutlich gesunken, sagte der Medizinethiker an der Theologischen Universität Kampen der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» am Mittwoch im Interview. Die Zahl der Fälle sei von 1.800 im Jahr 2005 auf 5.300 im Jahr 2014 angestiegen. In den Niederlanden ist die aktive Sterbehilfe und die Beihilfe zur Selbsttötung seit 2001 legal. Am 6. November debattiert der Bundestag über eine Regelung zur Suizidbeihilfe.


Aktive Sterbehilfe sei in den Niederlanden nicht länger eine Ausnahme, sondern habe sich zu einer «normalen Sterbensweise» entwickelt, sagte Boer. Immer mehr Menschen entschieden sich bei einer fatalen Diagnose für aktive Sterbehilfe, ohne die Möglichkeiten der Palliativmedizin in Betracht zu ziehen. Nach Einschätzung Boers schafft das geltende Gesetz nicht nur Transparenz für Fälle, die sonst im Geheimen stattgefunden hätten, sondern ruft auch neue Fälle hervor. Hätten früher hauptsächlich Krebskranke und Aids-Patienten Sterbehilfe in Anspruch genommen, seien heute hunderte Fälle verschiedenster Art hinzugekommen, etwa Demenzkranke, psychiatrische Patienten oder Menschen mit altersbedingten Beschwerden.

Gelegentlich gebe es auch Fälle, in denen Druck von außen nicht ausgeschlossen werden könne, so Boer, der bis 2014 Mitglied in der Kontrollkommission für aktive Sterbehilfe war. Besorgniserregend sei jedoch weniger eventueller Druck von außen, sondern vielmehr, «dass ein Patient, der am eigenen Leben verzweifelt ist und deshalb einen Sterbewunsch äußert, dabei von seiner Umgebung nicht den erforderlichen Widerstand erfährt». Länder, die derzeit über eine Freigabe aktiver Sterbehilfe diskutierten, sollten deswegen zunächst die kritische Reflexion der Niederländer über damit einhergehenden Entwicklungen abwarten, so Boer.

Vgl. dazu kath.net-Interview mit Diakon Peter Hepp, der selbst taubblind ist und über die Euthanasierung von erwachsenen taubblinden Zwillingen in Belgien äußerte: „Ich war schockiert!“.

(C) 2015 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Sterbehilfe

  1. Kanadischer Priester mit gebrochener Hüfte erhält im Krankenhaus Sterbehilfeangebote
  2. „Jetzt und in der Stunde unseres Todes“ – Ein neuer Leitfaden für die Zeit des Sterbens
  3. Kanada: 84-Jährige wegen Rückenschmerzen in Notaufnahme, bekommt als Erstes Sterbehilfe angeboten!
  4. Nach Protesten scheitert Frankreichs Euthanasiegesetz im Senat
  5. Kirche: Nein der Slowenen zu Suizidbeihilfe klares Signal an Staat
  6. Verherrlichung eines tragischen Todes – zum assistierten Suizid von Alice und Ellen Kessler
  7. Erzbischof Fisher: „Die Diagnose der Kultur des Todes von Johannes Paul II. war prophetisch“
  8. Vatikan "sehr besorgt" wegen Sterbehilfe-Urteilen in Italien
  9. Kanada: Erzbistum Montreal klagt gegen Bundesstaat Québec wegen Einschränkung der Gewissensfreiheit
  10. Evangelischer Landesbischof Ralf Meister behauptet: "Der Mensch hat ein Recht auf Selbsttötung"






Top-15

meist-gelesen

  1. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  2. Wenn sich Gratismut in Angst verwandelt
  3. Bußgeldverfahren gegen Schüler nach Weigerung an LGBT-Workshop teilzunehmen
  4. Bischof Hansen/Oslo kündigt Diözesansynode an – Keine Abstimmung über die kirchliche Lehre
  5. "Mit Leib und Seele bei Gott – unsere Berufung zur Vollendung"
  6. "Satanisches Lachen" - US-Demokraten aus Massachusetts feiern Ermorden von Kindern bis zur Geburt!
  7. "... der Sieg, der die Welt besiegt hat, ist unser Glaube” (1 Joh 5,4)"
  8. "Ich würde Kinderbetreuung nicht als Arbeit sehen, sage ich Ihnen ganz ehrlich"
  9. Influencerin bezeichnet Trans-Politiker als Mann: zu zwei Jahren Hausarrest verurteilt
  10. Bistum Limburg: Franziskaner verlassen nach mehr als 150 Jahren Kloster Marienthal
  11. Kardinal Aveline: „Der christliche Glaube hat heute viel mit Widerstand zu tun“
  12. Ein Fall für den Staatsfunk: Wie Georg Restle Verschwörungsmythen als „Haltung“ verkauft
  13. Präfekt des Dikasteriums für die Gesetzestexte: Kirchenrecht soll dem Heil der Seelen dienen
  14. Frankreich: Massenansturm auf Kartenreservierungen für die Papst Leo-Reise!
  15. Trauer im Bistum Hongkong: Ältester Trappist der Welt im Alter von 108 gestorben

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz