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Kardinal Schönborn: Wien braucht 'Evangelium des Lebens'

23. Mai 2003 in Österreich, keine Lesermeinung
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Am Freitagabend wurde die Stadtmission eröffnet - Wiener Erzbischof: "Es gibt viele Ungeborene, für die diese Stadt eine tödliche Stadt ist"


Wien (www.kath.net) "Wien ist eine Stadt, die dringend des Evangeliums neu bedarf." Das sagte Kardinal Christoph Schönborn am Freitagabend bei der Eröffnung des Internationalen Evangelisationskongresses und der Stadtmission auf dem Wiener Stephansplatz. Viele Menschen seien auf der spirituellen Suche. In einer Stadt mit 50 Prozent Single-Haushalten gebe es viel Einsamkeit und Isolation; die Selbstmordrate sei sehr hoch. Wien sei eine sehr sichere Stadt, aber "in dieser Stadt sind die Ungeborenen sehr unsicher. Es gibt viele Ungeborene, für die diese Stadt eine tödliche Stadt ist", mahnte Schönborn. Wien bedürfe auch des "Evangeliums des Lebens". Die vielen Einrichtungen für Mütter, Kinder, alte und sterbende Menschen seien positive Ansätze in dieser Richtung.

Die Anwesenheit der vielen Menschen zeige, "dass es sehr viel mehr Freude am Glauben gibt als man meint", betonte Schönborn. Das Entscheidende an der Stadtmission seien die Begegnungen. Wiens Bürgermeister Michael Häupl betonte bei der Begrüßung, Wien sei in der glücklichen Lage, mit dem Stephansdom nicht nur ein historisches, sondern auch ein spirituelles Zentrum zu besitzen.

Ein buntes Programm mit Musik, Jonglierkunststücken und Präsentationen der vier Großstädte Wien, Lissabon, Brüssel und Paris prägte den Abend. Viele Gäste aus dem In- und Ausland trafen mit Koffern und Rucksäcken bepackt ein. Bei Bier und Würsteln kamen erste Gespräche in Gang. Müde Füße wurden wieder lebendig, als es wenig später "Alles Walzer" hieß. Höhepunkt des abendlichen Events war eine Menschenkette rund um den Stephansdom, Hand in Hand beteten Portugiesen und Österreicher, Franzosen und Afrikaner das Vaterunser. Flanierende Touristen blieben stehen und wunderten sich wohl, als um zehn Uhr nachts volles Glockengeläut einsetzte. Während die Pummerin läutete, flatterte eine weiße Taube im nachtblauen Himmel aufgeregt rund um den Turm. Mit einer Anbetungsstunde im Stephansdom endete der Auftakt-Abend zur Stadtmission.

Foto: (c) www.kath.net



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