Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. EWTN-Chefin Maria Montserrat Alvarado wird neue Kommunikationspräfektin
  2. Episkopale Arbeitsverweigerung in einem kleinen Video
  3. Vatikan-Bischof lobt John Lennons atheistisches ‚Imagine‘ als ‚schönstes Lied der Welt‘
  4. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  5. Der synodale Prozess, eine Totgeburt von Anfang an!
  6. Wahrheit ist heilsrelevant
  7. 'Armutsindustrie' in der Kritik: Statistik misst Ungleichheit, nicht echte Not
  8. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  9. Erbärmlich! Lieber Peter Thiel, die meisten Österreicher sind nicht so!
  10. Die 'Akte Lügenfritz': Wenn Staatsgläubigkeit die Meinungsfreiheit verdrängt
  11. Papst Pius X.: ‚Was brauchen wir heute am meisten, um die Gesellschaft zu retten?
  12. Großes Kardinalstreffen mit dem Papst - KI statt Liturgie
  13. Ritus, Zeichen und Symbol: Der Weg zum Mysterium
  14. "Ich glaube, dass ich glaube"
  15. Papst an Pfadfinder: „Ihr verbindet auf kluge Weise das Buch der Natur mit dem Wort Gottes“

Kirchen erneuern ihre Warnung vor Beihilfe zur Selbsttötung

20. April 2015 in Deutschland, 3 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


DBK und EKD bieten bei Auftaktveranstaltung für die „Woche für das Leben“ dem Sterbehilfebefürworter Michael de Ridder eine Plattform


Hamburg (kath.net/KNA) Die katholische und die evangelische Kirche haben am Wochenende in Hamburg die bundesweite «Woche für das Leben» eröffnet. Sie steht unter dem Jahresthema «Sterben in Würde» und stellt die gesellschaftliche und politische Debatte über den assistierten Suizid sowie den Umgang mit schwerstkranken und sterbenden Menschen in den Mittelpunkt. Der Bundestag wird voraussichtlich im Herbst über Gesetzentwürfe zur Sterbebegleitung und Suizidbeihilfe entscheiden.

Im dem ökumenischen Eröffnungsgottesdienst sprachen sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, gegen eine Beihilfe zur Selbsttötung aus.

Marx sprach von einem «Armutszeugnis für eine Gesellschaft, in der die Möglichkeit zur Selbsttötung bloß zu einer weiteren Option unter vielen wird: Pflegeheim, Krankenhaus, Suizid». Humanität messe sich gerade daran, wie eine Gesellschaft mit ihren Alten und Schwerstkranken umgehe. Die Gesellschaft dürfe nicht hinnehmen, dass der Wunsch nach einem schnelleren Tod dadurch entstehe, dass die Menschen sich im Sterben alleingelassen fühlten, mahnte Marx. Auch brauche es Ärzte, die Menschen im Sterben begleiten, aber nicht solche, die töten.


Bedford-Strohm betonte, in Würde sterben zu dürfen bedeute nicht, «alle Optionen zu haben, um sich jederzeit selbst töten zu können». Vielmehr brauche es eine «Kultur des Sterbens» in Deutschland, «die nicht länger von der Angst geleitet ist». Er forderte eine ausreichende Finanzierung der Pflege und der Palliativbegleitung. Die Begleitung des Sterbenden könne niemals von Kosten-Nutzen-Abwägungen abhängig gemacht werden.

Bei einer anschließenden Podiumsdiskussion über Autonomieverlust und Selbstbestimmung am Lebensende forderten Marx und Bedford-Strohm ein Verbot von Sterbehilfevereinen und von Vereinen zur Förderung des assistierten Suizids. Der Berliner Mediziner und Hospiz-Geschäftsführer Michael de Ridder sprach sich dafür aus, assistierten Suizid unter die ethische Gewissensentscheidung des Arztes zu stellen.

Der Hamburger katholische Erzbischof Stefan Heße forderte Respekt vor der existenziellen Gewissensentscheidung eines Menschen, wenn er in die «Dunkelzone» am Lebensende eingetreten sei, in der keinerlei Hilfe mehr möglich sei. Wichtig sei aber auch, dass die Sterbenden nicht von Angehörigen oder Medizinern «dorthin gedrängt werden, wo wir sie haben möchten».

Die Hamburger evangelische Bischöfin Kirsten Fehrs sagte, niemand wisse, was er im Moment des Sterbens fühlen werde und ob er nicht doch länger leben wolle. Würdiges Sterben brauche diesen Raum der Individualität. Es brauche Zeit, Zuneigung, Gespräch und «dass wir uns aussetzen und nicht fliehen». Die Aufgabe der Kirche könne darin liegen, die Gesellschaft zur Einsicht zu führen, dass die Auseinandersetzung mit dem Tod nicht erst auf dem Sterbebett beginne.

Nach der Diskussion besuchten Marx, Bedford-Strohm, Heße und Fehrs noch gemeinsam eine Palliativstation in einer Hamburger Klinik. Die «Woche für das Leben» geht bis zum 25. April. Bundesweit werden zahlreiche Veranstaltungen zum Jahresthema etwa von Gemeinden, Akademien und Kirchen organisiert.

Hamburg: Kirchen eröffnen ´Woche für das Leben´ - Darstellung der Nachrichten: ´Vertreter beider Kirchen sprachen sich gegen eine zu liberale Sterbehilfe aus´


(C) 2015 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Sterbehilfe

  1. Kanadischer Priester mit gebrochener Hüfte erhält im Krankenhaus Sterbehilfeangebote
  2. „Jetzt und in der Stunde unseres Todes“ – Ein neuer Leitfaden für die Zeit des Sterbens
  3. Kanada: 84-Jährige wegen Rückenschmerzen in Notaufnahme, bekommt als Erstes Sterbehilfe angeboten!
  4. Nach Protesten scheitert Frankreichs Euthanasiegesetz im Senat
  5. Kirche: Nein der Slowenen zu Suizidbeihilfe klares Signal an Staat
  6. Verherrlichung eines tragischen Todes – zum assistierten Suizid von Alice und Ellen Kessler
  7. Erzbischof Fisher: „Die Diagnose der Kultur des Todes von Johannes Paul II. war prophetisch“
  8. Vatikan "sehr besorgt" wegen Sterbehilfe-Urteilen in Italien
  9. Kanada: Erzbistum Montreal klagt gegen Bundesstaat Québec wegen Einschränkung der Gewissensfreiheit
  10. Evangelischer Landesbischof Ralf Meister behauptet: "Der Mensch hat ein Recht auf Selbsttötung"






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG noch bis 22. JUNI!
  2. Episkopale Arbeitsverweigerung in einem kleinen Video
  3. Der synodale Prozess, eine Totgeburt von Anfang an!
  4. EWTN-Chefin Maria Montserrat Alvarado wird neue Kommunikationspräfektin
  5. RTL-Journalistin Liv von Boetticher: „Habe die Bundespolizei zwei Nächte lang auf Streife begleitet“
  6. Deutliche Kritik an 'Amoris Laetitia' im Vorfeld des Papstbesuches
  7. Erbärmlich! Lieber Peter Thiel, die meisten Österreicher sind nicht so!
  8. Das brennende Herz des heiligen Philipp Neri: Ein wissenschaftlich dokumentiertes Pfingstwunder
  9. Warum haben alte Kirchen einen verborgenen Raum unter dem Altar?
  10. Schottischer Pfadfinderjunge verweigert Verbeugung vor Allah in der Moschee
  11. Arche-Noah-Nachbildung feiert 10-jähriges Jubiläum
  12. Die große Kraft der Marienverehrung in der Endzeit
  13. Schönborn: Glaube braucht Tradition und kirchliche Einheit
  14. Akademie Johannes Paul II. fordert Kard. Grech auf, den pro-LGBT-Synodenbericht zurückzunehmen
  15. Fossile Bäume lösen Debatte um Arche Noah und die Sintflut aus

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz