17 März 2015, 13:00
Die offenen Türen der Kirche, Haus Jesu
 
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Franziskus in Santa Marta: Der Konflikt zwischen den selbsternannten ‚Gerechten’ und den abgelehnten Sündern, die umkehren wollen. Die Türen der Kirche dürfen nicht verschlossen bleiben. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Oft schon hatte Papst Franziskus in der Vergangenheit einen inneren Konflikt betont: den Konflikt zwischen Jesus, der die Türen allen öffnet, vor allem den Fernstehenden und Sündern, damit sie umkehren, und den Christen, die oft diese Türen vor jenen, die an die Tür der Kirche klopfen, verschlossen halten oder sie ihnen vor der Nase schließen. Dabei handelt es sich für den Papst um einen Konflikt zwischen der völligen Barmherzigkeit Christi und der geringen Barmherzigkeit dessen, der vielleicht auch an ihn glaube.

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In seiner Predigt bei der heiligen Messe am Dienstag der vierten Woche der Fastenzeit in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ stellte Franziskus das „Wasser“ in den Mittelpunkt, wie es in den Lesungen vom Tag hervortritt (Ez 47,1-9.12; Joh 5,1-16) – das „rettende Wasser“, wie es der Prophet Ezechiel beschreibt: „Der Mann, der mich begleitete, führte mich zum Eingang des Tempels zurück, und ich sah, wie unter der Tempelschwelle Wasser hervorströmte und nach Osten floss; denn die vordere Seite des Tempels schaute nach Osten. Das Wasser floss unterhalb der rechten Seite des Tempels herab, südlich vom Altar“ (V.1) – „Ich sah, wie Wasser vom Tempel hervorströmte; und alle, zu denen das Wasser kam, wurden gerettet“ (vgl. Messbuch, Antiphon zum sonntäglichen Taufgedächtnis).

Es handle sich dabei um das Wasser des Teiches von Betesda, wie es im Evangelium beschrieben werde, wo auch ein Mann liege, der schon achtunddreißig Jahre krank gewesen sei (vgl. Joh 5,5), ein traurig gewordener „und auch ein wenig fauler“ Gelähmter, der nie die Gelegenheit gehabt habe, in das Wasser des Teiches getaucht zu werden, wenn dieses aufwallte, um so geheilt zu werden. Jesus dagegen lasse ihn gesunden und ermutige ihn, aufzustehen und vorwärtszugehen. Dies jedoch rufe die Kritik der Gesetzeslehrer hervor, da es zu der Heilung an einem Sabbat gekommen sei. Eine „Geschichte“, so Franziskus, die sich oftmals auch heute wiederhole:

„Ein Mann – eine Frau –, der oder die sich in der Seele krank, traurig fühlt, der oder die viele Fehler im Leben gemacht hat, spürt in einem gewissen Augenblick, dass ‚das Wasser aufwallt’. Es ist der Heilige Geist, der etwas in Bewegung setzt, oder er/sie hört ein Wort... ‚Ach, da möchte ich hingehen!’... Und er/sie fasst Mut und geht los. Und wie oft stehen sie dann in den christlichen Gemeinden vor verschlossenen Türen: ‚Nein, du kannst nicht, nein, du kannst nicht. Du hast da einen Fehler gemacht und deshalb geht das nicht. Wenn du kommen willst, dann komm am Sonntag in die Messe, aber bleib dort, mehr darfst du nicht tun’. Und das, was der Heilige Geist im Herzen der Menschen wirkt, zerstören die Christen mit einer Psychologie wie der von Gesetzeslehrern“.

„So was tut mir leid“, erklärte der Papst, denn die Kirche müsse ihre Türen immer offen haben:

„Die Kirche ist das Haus Jesu, und Jesus nimmt auf. Doch er nimmt nicht nur auf, er geht hin, um die Leute zu suchen, wie er hingegangen ist, diesen Gelähmten da zu suchen. Und wenn die Menschen verwundet sind, was macht Jesus? Tadelt er sie, weil sie verwundet sind? Nein, er kommt und trägt sie auf seinen Schultern. Und das heißt ‚Barmherzigkeit’. Und wenn Gott sein Volk tadelt – ‚Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer! (Mt 12,7)’ – dann spricht er davon“.

„Wer bist du“, so Franziskus, „dass du die Tür deines Herzens vor einem Mann, vor einer Frau verschließt, die besser werden wollen, die wieder in das Volk Gottes zurückkehren wollen, weil der Heilige Geist ihr Herz aufgewühlt hat?“. Die Fastenzeit möge dabei helfen, nicht den Fehler dessen zu begehen, der die Liebe Jesu zum Gelähmten verachte, nur weil sie „gegen das Gesetz“ gewesen sei:

„Heute wollen wir in der Messe beim Herrn um eine Umkehr für uns bitten, für einen jeden von uns und für die ganze Kirche, um eine Umkehr zu Jesus, um eine Umkehr zur Barmherzigkeit Jesu. Und so wird das Gesetz vollends erfüllt werden, da das Gesetz sagt, Gott zu lieben und den Nächsten wie sich selbst“.


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