Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  3. Vatikan genehmigte 2025 in 34 Diözesen die Feier der Alten Messe in Pfarrkirchen
  4. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  5. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  6. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  7. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  8. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  9. US-Diözese führt Rosenkranzwochenende ein
  10. Papst versetzt umstrittenen Kurienkardinal Gambetti vom Petersdom in die Provinz
  11. ‚Der Segen für Marie-Garance war auch ein Segen für ihre biologischen Eltern‘
  12. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  13. Das Houellebecq-Szenario: Wenn die politische „Mitte“ die Ränder großfüttert
  14. Vatikan bestätigt Sexualverbrechen des toten Ordensgründers Buela
  15. „Meine Lieben! Darum soll der Rosenkranz nicht vergessen auf dem Boden einer Schublade liegen“

Ende der Verschreibungspflicht

15. März 2015 in Deutschland, 4 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Pille danach“ ist ab sofort rezeptfrei erhältlich - Von Anna Mertens (KNA).


Berlin (kath.net/ KNA)
Ab heute ist die «Pille danach» rezeptfrei erhältlich. Anfang März hatte der Bundesrat über die Änderung der Arzneimittelverordnung entschieden. Frauenärzte und Fortpflanzungsmediziner hatten indes ernsthafte Bedenken geäußert. Die katholische Kirche lehnt eine rezeptfreie Abgabe grundsätzlich ab und ist zudem strikt gegen jedes Präparat mit abtreibender Wirkung.

Lange hatte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) sich gegen den wachsenden Druck gewehrt. Erst als die EU-Kommission Anfang Januar entschied, die Verschreibungspflicht für die «Pille danach» mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat EU-weit aufzuheben, kündigte Gröhe eine Anpassung des deutschen Rechts an - gleich für mehrere Arzneimittel. In einem beschleunigten Verfahren wurde die neue Verordnung gemeinsam mit Ärzten und Apothekern erarbeitet.

Als «Pille danach» wird umgangssprachlich ein hormonell wirksames Präparat zur Schwangerschaftsverhütung in Notfällen bezeichnet. Durch die Änderung der Arzneimittelverordnung ist nun eine rezeptfreie Abgabe von vier Präparaten möglich: das Ulipristalacetet-haltige «ellaOne», sowie drei weitere Levonorgestrel-haltige Präparate. Beide Wirkstoffe verzögern den Eisprung, um eine Befruchtung der Eizelle zu verhindern. Unterschiede gibt es bei der Wirkdauer. Während «ellaOne» bis zu 120 Stunden nach dem Geschlechtsverkehr eingenommen werden kann, sind die Levonorgestrel-haltigen Präparate nur für eine Verhütung binnen 72 Stunden vorgesehen.


Die Arzneien sind künftig in örtlichen Apotheken erhältlich. Kommerzielle Werbung ist nicht erlaubt. Versandapotheken wurden von der Abgabe ohne Rezept ausgenommen, um Missbrauch zu verhindern. Gegen den Versandhandel sprechen demnach die notwendige schnelle Einnahme des Notfallkontrazeptivums binnen Stunden nach dem Geschlechtsverkehr sowie die fehlende Beratung im Netz. Auch ein Kauf auf Vorrat könne beim Internethandel kaum kontrolliert werden.

Die Bundesvereinigung der Apothekerverbände hat erste Handlungsempfehlungen sowie eine Beratungs-Checkliste veröffentlicht. Darin heiß es, dass der Apotheker die «Pille danach» der betroffenen Patientin persönlich und möglichst nicht auf Vorrat verkaufen solle. Bei minderjährigen Kundinnen weisen die Verbände auf die besondere Sorgfaltspflicht hin. Eine Abgabe ist aber laut Verordnung grundsätzlich an «Frauen im gebärfähigen Alter» rechtens. Die endgültige Verkaufsentscheidung liegt daher beim Apotheker.

Für Frauen bis zum vollendeten 20. Lebensjahr soll die «Pille danach» weiterhin kostenlos verfügbar sein. Bedingung ist, dass die Frauen sich die «Pille danach» beim Arzt verschreiben lassen.

Die Verbände der Frauenärzte, Gynäkologen und Fortpflanzungsmediziner halten die bisherigen Handlungsempfehlungen der Apothekerverbände für mangelhaft. So fehle etwa die Information zur sinkenden Wirksamkeit der «Pille danach» ab einem Körpergewicht von 75 Kilogramm. Darüber hinaus werde die hormonfreie Kupferspirale nicht als Alternative genannt. Diese sei jedoch, so die Bewertung der Mediziner, «die sicherste Notfallmaßnahme nach ungeschütztem Sex». Sie sei nicht gewichtsabhängig, zeitlich flexibler und wirke mit Kupferionen und ohne Hormongabe.

Vor allem kritisieren die Ärzte, dass die Regelung nicht ausreichend vor Missbrauch schütze. Da nach derzeitigem Stand die «Pille danach» auch an Dritte verkauft werden dürfe, gebe es in solchen Fällen keine vertrauliche und persönliche Beratung. Gerade nach einem möglichen sexuellen Missbrauch eines Mädchens oder einer Frau etwa innerhalb der Familie oder des Bekanntenkreises sei das ein erhebliches Gefahrenpotenzial für die Betroffenen.

Die Ärzte sprechen sich daher für eine Abgabe nur an die Patientinnen und eine direkte Einnahme in der Apotheke aus. Zudem dringen sie auf eine Evaluation der rezeptfreien Abgabepraxis, um die Verkaufszahlen und die Entwicklung der Schwangerschaftsabbrüche in den kommenden laufend Jahren zu kontrollieren.


(C) 2015 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten. Jegliche mediale Nutzung und Weiterleitung nur im Rahmen schriftlicher Vereinbarungen mit KNA erlaubt.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Abtreibung

  1. USA: Frauen klagen Planned Parenthood wegen Druck in Richtung Abtreibung
  2. ‚Man kann nicht ‚Black Lives Matter‘ sagen, wenn das Leben schwarzer Babys nicht zählt‘
  3. US-Lebensschützer ändern Wortwahl nicht: Abtreibung ist Tötung eines Ungeborenen
  4. Argentinien tritt Lebensschutz-Koalition bei
  5. SPÖ-Ministerinnen fordern ‚Schutzzonen‘ um Abtreibungskliniken
  6. US-Senat bestätigt Todd Blanche als Justizminister – Pläne gegen Versandhandel mit Abtreibungspillen
  7. US-Bischöfe rufen Amerikaner zu Gebet und Aktionen gegen Abtreibungspillen auf
  8. Zürcher ‚Marsch fürs Läbe‘ erneut nach Oerlikon verlegt
  9. GRÜN-Politikerin möchte das Töten von zwölf ungeborenen Kindern finanzieren
  10. ‚Marsch fürs Läbe‘: Organisatoren beharren auf Kundgebung in der Zürcher Innenstadt







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. UN-Bevölkerungsfonds berichtet über das Leid der Frauen in Gaza
  3. Rosenkranzmonat Oktober steht im Zeichen des Friedens
  4. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  5. Reliquien der Kinder von Fatima kommen nach Berlin!
  6. Bekannte US-Influencerin und Mutter von neun Kindern konvertierte zum Katholizismus
  7. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  8. Frankreich und das Zeichen der Wiedergeburt
  9. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  10. Verletzter Priester: "Wir vergeben!"
  11. 'Wir sprechen deshalb zurecht hier nicht von Neuevangelisierung, sondern von Erstevangelisierung'
  12. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  13. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  14. Papst Leo: „Diese vier Tage waren buchstäblich erfüllt mit vielen Segnungen, fast schon Wundern“
  15. Wussten Sie, dass es einen Schutzpatron für Gewichtsheber gibt?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz