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Druck wegen Islamkritik: Katholischer CDU-Politiker tritt zurück

3. Februar 2015 in Deutschland, 33 Lesermeinungen
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Hans-Jürgen Irmer möchte öffentlich sagen können, dass Muslime „natürlich Teil unseres Landes sind. Aber ich wünsche mir auch, dass wir sagen können, dass zur deutschen Identität der Islam nicht gehört, anders als die christlich-jüdischen Wurzeln“.


Wetzlar/Wiesbaden (kath.net/idea) Wegen innerparteilicher Kritik an einer Koran-kritischen Anzeige sowie an einem Grundsatzartikel zu Christenverfolgung und islamistischem Terror in dem von ihm herausgegebenen Monatsblatt „Wetzlar Kurier“ hat der CDU-Politiker Hans-Jürgen Irmer (Wetzlar) seine Ämter in der Landtagsfraktion niedergelegt. Der Katholik trat am 31. Januar als bildungspolitischer Sprecher und stellvertretender Fraktionsvorsitzender zurück, behält aber sein Landtagsmandat. „Wenn man zu seinen Überzeugungen steht, muss man auch die Konsequenzen ziehen“, sagte Irmer der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Dennoch bleibe die CDU seine politische Heimat. Der Politiker: „Ich bin im letzten Jahr in geheimer Wahl mit 100 Prozent im Amt als CDU-Kreisvorsitzender bestätigt worden. Dieses Vertrauen will ich nicht enttäuschen.“


Der Islam gehört nicht zur deutschen Identität

In dem von ihm verfassten Artikel plädiert Irmer für eine unverkrampfte Debattenkultur über den Islam. Diese Religion habe ihre Aufklärung noch vor sich. Weil es keine oberste theologische Instanz im Islam gebe, sei die muslimische Welt ein leichtes Opfer verbrecherischer Fanatiker. Nötig sei eine vorbehaltlose Diskussion über das Verhältnis des Islam zur Gewalt. Irmer: „Wenn aktuell in Nigeria islamische Terroristen von Boko Haram die Kleinstadt Baga überfallen und 2.000 Menschen, darunter viele Kinder, barbarisch umbringen, so kann man hier an der Friedfertigkeit des Islam zweifeln.“ Er wünsche sich, öffentlich sagen zu können, dass Muslime „natürlich Teil unseres Landes sind. Aber ich wünsche mir auch, dass wir sagen können, dass zur deutschen Identität der Islam nicht gehört, anders als die christlich-jüdischen Wurzeln“.

CDU-Fraktionschef: Anzeige ist mit CDU-Grundsätzen unvereinbar

Auf Kritik seiner Partei stieß vor allem eine halbseitige Anzeige des Vereins „Die Deutschen Konservativen“ (Berlin) mit der Überschrift „Der Koran im Klartext: Religion des Friedens?“. Dort heißt es, dass es „204 bitterböse Koran-Verse“ gebe, die sich gegen Nicht-Muslime richteten. Zudem wird aus Suren zitiert, in denen es um Gewalt gegen Ungläubige geht. Wie Irmer dazu sagte, ist es nicht seine Aufgabe, Anzeigen zu zensieren. Von „erheblicher Kritik und großem Unmut“ sprach der Vorsitzende der CDU-Fraktion im Hessischen Landtag, Michael Boddenberg (Wiesbaden). Die Anzeige sei „mit den Grundsätzen der hessischen CDU unvereinbar“. Nach Irmers Worten will er mit seinem Rücktritt das Klima innerhalb seiner Fraktion nicht weiter belasten. Aber er werde sich weiterhin - nun aus der letzten Reihe - für Themen wie Arbeitseinwanderung und Missbrauch des Asylrechts engagieren. Wie er idea sagte, habe er nach Bekanntwerden seines Rücktritts Hunderte E-Mails bekommen, in denen sein Rücktritt bedauert werde.

Foto Irmer © www.cdu-lahn-dill.de


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