Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. „Unwahrscheinlich aber eindeutig: Gemeinsamkeiten zwischen der Piusbruderschaft und Priesterinnen“
  2. Vatikan sieht Kirche vor Traditionsbruch
  3. AfD-Gemeinderat muss Katholische Landjugendbewegung verlassen
  4. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren
  5. Britischer Erzbischof Longley erlaubt zwei Messfeiern im vortridentinischen Sarum-Usus
  6. „Die trügerische Taktik der stillen Revolution“
  7. USA: Zahl der Teenager-Mädchen, die sich als lesbisch oder bisexuell bezeichnen, sinkt stark
  8. Good news - Vatikan: Papst Leo ist krebsfrei und braucht keine weitere Therapie!
  9. Hartl: Wenn das in Frankreich „Schülerproteste sind, warum weht so oft die Palästinenserfahne?“
  10. Herabstürzendes Kruzifix tötet Priester während der Messe
  11. Papst Leo sagt die Assisi-Reise ab!
  12. „Wenn du ihn verstehst, ist es nicht Gott“
  13. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  14. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“
  15. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse

Zweifel an rechtlichen Regelungen zu Sterbehilfe wachsen

4. November 2014 in Deutschland, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Sogar Grünen-Politikerin Renate Künast sieht für eine Änderung keinen Anlass und fordert: «Wir brauchen nämlich mehr Fürsorge und nicht mehr Strafrecht.» - Früherer EKD-Präses Huber spricht von Schieflage und «isolierter Debatte»


Frankfurt (kath.net/KNA) Vor der Sterbehilfe-Debatte im Bundestag am 13. November wächst die Skepsis vor neuen rechtlichen Regelungen. Die Grünen-Politikerin Renate Künast erinnerte am Montag in einem Interview des Fernsehsenders n-tv daran, dass derzeit die Beihilfe zur Selbsttötung straffrei bleibe, wenn «die letzte Handlung vom Betroffenen selber vorgenommen wird». Sie sehe für eine Änderung keinen Anlass, so die Vorsitzende des Justizausschusses im Bundestag. Stattdessen gelte es, in der Debatte andere Prioritäten zu setzen: «Wir brauchen nämlich mehr Fürsorge und nicht mehr Strafrecht.»

Auch der evangelische Theologe Wolfgang Huber kritisiert eine Schieflage bei der aktuellen Diskussion über Sterbehilfe. Eine «isolierte Debatte» über den ärztlich begleiteten Suizid führe in die falsche Richtung, schreibt der langjährige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in einem Gastbeitrag für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Montag). «Stattdessen muss das ärztliche und pflegerische Handeln in der Endphase unheilbarer Krankheiten zum Thema werden.»


Huber verwies auf Artikel 2 des Grundgesetzes. Darin werde neben dem Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit auch dem Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit «eine starke Stellung» zuerkannt. «Zwar kann man aus diesem Recht auf Leben nicht eine Pflicht des Einzelnen zum Leben, sehr wohl aber eine Pflicht der Rechtsgemeinschaft zum Schutz des Lebens ableiten.»

In der aktuellen Diskussion über den ärztlich assistierten Suizid werde an diesen Grundlagen gerüttelt, so Huber: «Was allenfalls als Ausnahme auf Grund einer persönlich verantworteten Entscheidung in Frage kommen kann, soll rechtlich geregelt werden.» Zudem sei der Schritt von der ärztlichen Beihilfe zum Suizid hin zur ärztlichen Tötung auf Verlangen nicht besonders groß. Das ergebe sich schon aus dem vorherrschenden Sprachgebrauch, der mit dem Begriff der «aktiven Sterbehilfe» die Grenzen verwische. Beim ärztlich assistierten Suizid sei der Patient der Handelnde, bei der ärztlichen Tötung auf Verlangen hingegen der Mediziner.

Der Malteser Hilfsdienst warnte vor Verallgemeinerungen. Die katholische Organisation äußerte sich mit Blick auf das Schicksal von Brittany Maynard. Die 29-jährige US-Amerikanerin nahm sich am Wochenende mit einer tödlichen Dosis eines ärztlich verschriebenen Präparates das Leben. Den Zeitpunkt ihres Todes hatte sie zuvor im Internet angekündigt.

Prominente Einzelfälle dürften auch in Deutschland nicht zum Maßstab der öffentlichen Debatte werden, so die Malteser. Befürworter eines ärztlich begleiteten Suizids sollten zudem bedenken, dass damit auch der Druck auf Schwerkranke wachsen könne, ihrem Leben ein Ende zu setzen.

Ebenso wie Künast und Huber forderte die Organisation, das Thema Sterbegleitung stärker in den Vordergrund zu rücken. «Die moderne Palliativversorgung sollte in der Lage sein, körperliche Schmerzen und seelische Belastungen für den Patienten in solchen Grenzen zu halten, dass ein würdevoller und natürlicher Tod möglich ist.»

Palliativmedizin - Sterben ohne Schmerzen


(C) 2014 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Sterbehilfe

  1. Kanadischer Priester mit gebrochener Hüfte erhält im Krankenhaus Sterbehilfeangebote
  2. „Jetzt und in der Stunde unseres Todes“ – Ein neuer Leitfaden für die Zeit des Sterbens
  3. Kanada: 84-Jährige wegen Rückenschmerzen in Notaufnahme, bekommt als Erstes Sterbehilfe angeboten!
  4. Nach Protesten scheitert Frankreichs Euthanasiegesetz im Senat
  5. Kirche: Nein der Slowenen zu Suizidbeihilfe klares Signal an Staat
  6. Verherrlichung eines tragischen Todes – zum assistierten Suizid von Alice und Ellen Kessler
  7. Erzbischof Fisher: „Die Diagnose der Kultur des Todes von Johannes Paul II. war prophetisch“
  8. Vatikan "sehr besorgt" wegen Sterbehilfe-Urteilen in Italien
  9. Kanada: Erzbistum Montreal klagt gegen Bundesstaat Québec wegen Einschränkung der Gewissensfreiheit
  10. Evangelischer Landesbischof Ralf Meister behauptet: "Der Mensch hat ein Recht auf Selbsttötung"







Top-15

meist-gelesen

  1. Impuls für Körper und Geist: Kirchensportler empfehlen das Jesus-Gebet
  2. Patrozinium im Mailänder Dom, während draußen Explosionen und Sirenen zu hören sind
  3. War der katholische Soldat Gus March-Phillipps (+1942) ein Vorbild für die Filmfigur James Bond?
  4. „Lourdes ganz nah: Komm und begegne der heiligen Bernadette“
  5. Papst beruft Wiener Uni-Professor Tück in die Internationale Theologenkommission
  6. Papst sprach auch mit Selenskyj über Lage in Frontstadt Oleschky
  7. Apostolisch und nix anderes
  8. Die Bibel schweigt nicht zur Abtreibung. Es gibt die Zehn Gebote: Du sollst nicht töten!'
  9. Norwegischer Bischof Erik Varden über „Laetitiae amor“ und „Amoris laetitia“
  10. "Ministrant Putins": Tück übt scharfe Kritik an Moskauer Patriarch
  11. „Mehr Katholiken in Afrika als in Europa“
  12. Was wir mit unserem Körper tun, ist theologisch“
  13. Ohne Furcht und Heuchelei. Die Freiheit für das Gute ohne Kompromisse
  14. Genesungswünsche für Papst: "Lieber Papst Leo ..."
  15. Vatikan: Bischöfe fordern langfristige Begleitung von Ehepaaren

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz