24 Oktober 2014, 09:00
Papst fordert Abschaffung von lebenslanger Freiheitsstrafe
 
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Franziskus fordert vor Strafrechtsexperten auch menschenwürdige Haftbedingungen

Vatikanstadt (kath.net/KAP) Papst Franziskus hat eine Abschaffung der lebenslangen Freiheitsstrafe gefordert. Diese sei eine "heimliche Todesstrafe", sagte der Papst am Donnerstag vor Mitgliedern der Internationalen Vereinigung für Strafrecht im Vatikan. Zugleich kritisierte er, dass die Todesstrafe weiterhin "auf dem ganzen Planeten" angewendet wird.

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Franziskus ist seit seinem Amtsantritt vor anderthalb Jahren bereits mehrfach mit Häftlingen zusammengetroffen. Seine Vorgänger Benedikt XVI. (2005-2013) und Johannes Paul II. (1978-2005) hatten sich zwar ebenfalls für eine Abschaffung der Todesstrafe eingesetzt, nicht direkt jedoch für einen Verzicht auf die lebenslange Freiheitsstrafe. Der Weltkatechismus (Katechismus der Katholischen Kirche/KKK) schließt die Todesstrafe in "schwerwiegendsten Fällen" zum Schutz des Gemeinwohls nicht grundsätzlich aus. Zu lebenslänglicher Haft äußert er sich nicht.

Franziskus verwies in seiner Ansprache darauf, dass der Vatikan die Todesstrafe im Rahmen seiner jüngsten Strafrechtsreform abgeschafft habe. Weiter forderte er menschenwürdige Haftbedingungen und äußerte sich besorgt darüber, dass in einigen Ländern mehr als die Hälfte der Häftlinge ohne Gerichtsurteil im Gefängnis sitze. Zugleich wandte er sich gegen die "verbreitete Überzeugung", mit einer öffentlichen Strafe könne man alle sozialen Probleme lösen.

Alle Christen seien heute aufgerufen, nicht nur für die Abschaffung der Todesstrafe in allen Formen einzutreten, sondern auch für eine Verbesserung der Zustände in den Gefängnissen, so Franziskus in seiner Ansprache. Die Todesstrafe sei aus katholischer Sicht nicht hinnehmbar. Dagegen spreche unter anderem, dass die Justiz sich irren könne, und totalitäre Regime oder Diktaturen sie missbrauchten, um politischen Widerstand zu unterdrücken und religiöse und kulturelle Minderheiten zu verfolgen.

Papst Franziskus fordert weltweite Abschaffung der Todesstrafe (Rome Reports)




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