Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. So nicht, Mr. Präsident!
  2. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  3. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  4. Wer dir beim letzten Atemzug beisteht
  5. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  6. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  7. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  8. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  9. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  10. Burke: Ein anhaltender Clash zwischen Papst Leo und Trump? „Das ist übertrieben“
  11. Italien: Seligsprechungsverfahren für Teenager eröffnet
  12. Schwedischer Kirchenhistoriker: Viele junge Menschen wollen katholisch werden, besonders Männer
  13. Setzt euer Vertrauen nicht in Prinzen!
  14. Trump gegen Papst Leo: Wenn Weltpolitik auf das „Heilige“ trifft
  15. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?

Der Glaube – zwischen Kosmetik und Wahrheit

14. Oktober 2014 in Aktuelles, 10 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus-Perle des Tages: Ein ‚kosmetischer Glaube’ – nein! Was zählt, ist ein Glaube, der in der Liebe wirksam ist. Glauben heißt nicht nur, das Credo aufzusagen. Schmutz und Verwesung der ‚weiß getünchten Gräber’ überwinden. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Der Glaube hat es nicht nötig, einfach in Erscheinung zu treten, er muss „sein“. Er hat es nicht nötig, in Freundlichkeiten gehüllt zu werden, besonders wenn diese heuchlerisch sind. Der Glaube bedarf eines Herzens, das fähig ist, auf echte Weise zu lieben. Dies betonte Papst Franziskus nach dem Bericht von „Radio Vaticana“ in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Dienstag der 28. Woche im Jahreskreis und konzentrierte sich dabei auf das Tagesevangelium (Lk 11,37-41).

„Ein Pharisäer lud Jesus zum Essen ein. Jesus ging zu ihm und setzte sich zu Tisch. Als der Pharisäer sah, dass er sich vor dem Essen nicht die Hände wusch, war er verwundert“ (vgl. V. 37-38). Erneut unterstrich Franziskus, dass Jesus diese Art von „Sicherheit“ verurteile, die ganz auf die Erfüllung des Gesetzes angelegt sei:

„Jesus verurteilt diese Spiritualität der Kosmetik: gut, schön auszuschauen, doch in Wahrheit ist das im Innern etwas anderes! Jesus verurteilt die Menschen von guten Manieren, aber mir schlechten Gewohnheiten, jene Gewohnheiten, die man nicht sieht, sondern die im Verborgenen wirken. Doch der Schein ist richtig: diese Leute, denen es gefiel, auf den Plätzen zu spazieren, sich beim Beten sehen zu lassen, sich mit ein wenig Schwäche beim Fasten ‚zu schminken’... Warum ist der Herr so? Ihr seht, dass er hier zwei Worte benutzt, die jedoch miteinander verbunden sind: Raubgier und Bosheit (vgl. V. 39)“.


„Weiß getünchte Gräber“: so werde sie Jesus in einem ähnlichen Abschnitt aus dem Matthäusevangelium nennen (vgl. Mt 23,27), wobei er den Finger in die Wunde gewisser Haltungen lege, die er hart als „Schmutz“ und „Verwesung“ bezeichne. „Gebt lieber, was in euch ist, den Armen, dann ist für euch alles rein“, sei sein Gegenvorschlag. Das Almosen „ist in der biblischen Tradition sowohl im Alten als auch im Neuen Testament ein Prüfstein für die Gerechtigkeit gewesen“. Auch Paulus diskutiere in der heutigen Lesung aus demselben Grund mit den Galatern: wegen ihrer Verbundenheit mit dem Gesetz. Und identisch sei das Ergebnis der Auseinandersetzung, da das Gesetz allein nicht rette.

„Was zählt, ist der Glaube“, so der Papst: „Welcher Glaube? Der Glaube, ‚der in der Liebe wirksam ist’ (vgl. Gal 5,6). Dieselbe Rede, wie sie Jesus an den Pharisäer richtet. Ein Glaube, der nicht allein darin besteht, das Credo aufzusagen: wir alle glauben an den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist, an das ewige Leben... Wir alle glauben! Doch das ist ein unbeweglicher, nicht wirksamer Glaube. Was in Christus Jesus von Wert ist, ist die Wirksamkeit, die aus dem Glauben kommt, oder besser: der Glaube, der in der Liebe wirksam ist, das heißt der zum Almosen zurückkehrt. ‚Almosen’ im weitesten Sinn des Wortes: sich von der Diktatur des Geldes zu befreien, vom Götzendienst des Geldes. Jede Form von Habsucht entfernt uns von Jesus Christus“.

Franziskus rief dann eine Episode aus dem Leben von P. Pedro Arrupe SJ (Generaloberer der Jesuiten von 1965 bis 1981) in Erinnerung. Eines Tages habe ihn eine reiche Dame zu sich eingeladen, um ihm Geld für die Missionen in Japan zu spenden, für die sich Arrupe eingesetzt habe. Die Überreichung des Couverts mit dem Geld sollte gleichsam auf der Türschwelle und vor Journalisten und Fotografen stattfinden. P. Arrupe habe erzählt, dass dies für ihn eine große Erniedrigung gewesen sei. Dennoch habe er das Geld für die Armen in Japan angenommen. Als er das Couvert geöffnet habe, hätten sich darin zehn Dollars befunden

„Fragen wir uns“, so der Papst abschließend, „ob unser Leben ein christliches Leben der Kosmetik, des Scheins ist oder ein christliches Leben mit einem Glauben, der in der Liebe wirksam ist. Das rät uns Jesus: ‚Blast nicht in die Posaune!’. Der zweite Rat: ‚Gebt nicht nur das, was übrig bleibt!’. Und er erzählt uns von jener alten Frau, die alles gegeben hat, was sie zum Leben hatte. Und er preist jene Frau dafür, dass sie das getan hat. Und sie hat es ein wenig im Verborgenen getan, vielleicht weil sie sich schämte, nicht mehr geben zu können“.


Dem Autor auf Twitter folgen!


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus in Santa Marta

  1. Der Papst und die Engel
  2. Die Gnade des Gebetes, der Nähe, der Gerechtigkeit-Barmherzigkeit
  3. Der Heilige Geist lehrt uns die Sanftmut der Kinder Gottes
  4. Der Hass des Geistes der Weltlichkeit
  5. Der Geist der rigiden Starrheit bringt immer Verstörung
  6. Interreligiöses Gebet für die Befreiung von allen Pandemien
  7. Wie gibt die Welt den Frieden und wie gibt der Herr ihn?
  8. Die Mystik des Bleibens in Jesus
  9. Der Beistand –- der Geist, der im Glauben wachsen lässt
  10. Europa wachse vereint in der Brüderlichkeit







Top-15

meist-gelesen

  1. Wer dir beim letzten Atemzug beisteht
  2. So nicht, Mr. Präsident!
  3. Kard. Müller: „Niemand hat das Recht den Papst zu kritisieren, wenn er treu seinem Auftrag folgt“
  4. BILD spricht von Kurswechsel in Berlin: Papst Leo XIV. schickt „Dompteur“ für deutsche Bischöfe
  5. "Man hätte also Hitler gewähren lassen sollen?" - Trump-Leo-Streit eskaliert
  6. Wenn der Funktionär den Bischof ersetzt
  7. US-Vizepräsident JD Vance legt Papst Leo XIV. nahe, sich aus der US-Politik herauszuhalten
  8. Bischof: „Bin durch diese Äußerungen von Staatsanwälten und Richtern verletzt. Das ist Hassrede“
  9. Sängerin Nina Hagen bereut ihre Abtreibungen
  10. "Derselbe Polarstern"
  11. Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen christlichen YouTuber
  12. Der unerklärte Formatwechsel beim Konsistorium der Kardinäle im Januar
  13. Phil Lawler: Die Kontroverse zwischen Trump und Papst Leo ging von Washington aus
  14. Vorstoß im Bundestag: AfD fordert Ende der Staatsleistungen für Kirchen
  15. Papst Leo gegen Präsident Trump – Was steckt dahinter?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz