Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  2. US-Katholiken mehrheitlich für die Todesstrafe
  3. Vertrauliche Vorlagen des vatikanischen Konsistoriums sind aufgetaucht
  4. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  5. „Ich kann die Kommunion nicht empfangen. Ist es trotzdem sinnvoll, zur Messe zu gehen?“
  6. Viel Bla-Bla zum Neuen Jahr!
  7. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  8. Santo subito? - Vatikan untersucht mögliches Wunder durch Benedikt XVI.!
  9. Brigitte Bardot bedauerte den Verlust des Geheimnisvollen in der Neuen Messe
  10. ‚Dubia‘ an den Vatikan – US-Priester bitten um Klärung hinsichtlich liturgischer Änderungen
  11. Wann enden die perspektivlosen Strukturdebatten?
  12. BILD-Chefin Marion Horn fordert jetzt: Daniel Günther muss das zurücknehmen oder zurücktreten
  13. Papst Leo wird die Gründonnerstags-Fußwaschung wieder im Lateran vollziehen
  14. Papst Leo XIV. bestärkt Bischof Voderholzer auf dem Weg der Neuevangelisierung
  15. Neuer Hirtenstab für Papst Leo XIV. betont die Auferstehung

Stellvertreterkrieg auf deutschen Straßen?

10. Oktober 2014 in Deutschland, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Wie christliche Experten die Ausschreitungen von Kurden und Salafisten bewerten


Hamburg/Bonn/Wiehl (kath.net/idea) In Deutschland wächst die Sorge, dass die Konflikte in Syrien und im Irak stellvertretend auch auf deutschen Straßen ausgetragen werden. Grund sind die jüngsten Ausschreitungen in Hamburg, Celle und Stuttgart. Anlass waren Kurdenproteste gegen den Vormarsch der Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) auf die eingekesselte syrische Stadt Kobane. In Hamburg lieferten sich in der Nacht vom 7. auf den 8. Oktober jeweils rund 400 Kurden und mutmaßliche Salafisten - muslimische Extremisten - Straßenschlachten. Dabei kamen Messer, Macheten und Schlagstöcke zum Einsatz. Nach Angaben der Polizei wurden 14 Personen verletzt, davon vier schwer. In Celle kam es zu Auseinandersetzungen zwischen 400 jesidischen Kurden und muslimischen Tschetschenen. Beide Seiten versuchten, mit Knüppeln, Flaschen und Steinen aufeinander loszugehen und eine Polizeikette zu durchbrechen. Vier Beamte und fünf Demonstranten erlitten Verletzungen. In Stuttgart wurden bei Kurden-Demonstrationen Polizisten mit Steinen und Flaschen beworfen. „Ich sehe die Entwicklung mit großer Sorge“, sagte der evangelikale Islam-Experte Pastor Eberhard Troeger (Wiehl bei Gummersbach) gegenüber der Evangelischen Nachrichtenagentur idea. Der Staat müsse sehr wachsam sein und stärker gegen radikale Muslime vorgehen: „Die Salafisten-Szene und das Umfeld der Sympathisanten sind weit größer, als man weithin annimmt.“ Salafisten forderten, zu den Anfängen des Islams im siebten Jahrhundert zurückzukehren. Deshalb gebe es unter Muslimen viele IS-Sympathisanten: „Denn IS will nur das nachmachen, was der Prophet Mohammed vorgemacht hat.“


Ausschreitungen haben auch einen religiösen Hintergrund

Für den Islamwissenschaftler Carsten Polanz (Bonn) haben die Ausschreitungen auch einen religiösen Hintergrund. Die Salafisten und IS-Sympathisanten seien überzeugt, dass sie die einzig wahren Muslime sind. Sie fühlten sich von Allah berufen, das islamische Kalifat (Gottesstaat) wieder aufzurichten und im Rahmen des Dschihad (Heiliger Krieg) die islamische Gesetzgebung (Scharia) weltweit durchzusetzen. Alle Menschen, die sich diesem Ziel widersetzten, dürften aus ihrer Sicht getötet, unterworfen oder – vor allem im Falle der Frauen – versklavt werden. Das gelte nicht nur für Christen und Jesiden, sondern auch für Muslime wie die Kurden in Syrien und im Nordirak. Sie seien für den IS wegen ihrer liberalen oder nationalistischen Ausrichtung „keine wahren Muslime“, erklärte Polanz gegenüber idea. Er ist Mitarbeiter des Instituts für Islamfragen der Evangelischen Allianzen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Nach seinen Worten könnte es durch die Rückkehr der deutschen IS-Kämpfer zu einem Import von innerislamischen und innerreligiösen Konflikten kommen. Die brutale Eroberungspolitik des IS erhitze die Gemüter von Kurden – aber auch von Jesiden und Christen – hierzulande. Ihre Demonstrationen riefen wiederum die Salafisten auf den Plan, die ihre Solidarität mit dem IS bekundeten und seine Kritiker mundtot machen wollten. Polanz: „IS-Sympathisanten zeigen jetzt bereits sehr deutlich, dass sie nichts von den Spielregeln des freiheitlich-demokratischen Rechtsstaates halten.“

Vom IS-Terror nicht einschüchtern lassen

Polanz plädiert dafür, sich weder in der Politik noch in der gesamten Gesellschaft vom Terror der Islamisten einschüchtern zu lassen: „Die Gewaltbereiten jeglicher Couleur müssen mit allen Mitteln des Rechtsstaates verfolgt werden.“ Islamische Moscheeverbände hätten die Aufgabe, sich in der Jugendarbeit „endlich intensiver mit dem ideologischen Nährboden des Terrors“ zu beschäftigen. Sie sollten problematische Aspekte der eigenen islamischen Tradition wie die Diskriminierung Andersgläubiger und die Verfolgung von Konvertiten nicht länger ausblenden oder schönreden. Gesamtgesellschaftlich gelte es, Toleranz nicht länger mit Gleichgültigkeit zu verwechseln. Polanz: „Christen haben jetzt sowohl die Verantwortung, allen totalitären Tendenzen entschieden entgegenzutreten, als auch die Chance, auf die Einzigartigkeit ihrer frohen Botschaft hinzuweisen und dabei auch Muslimen in der Liebe Christi zu begegnen.“


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Gesellschaft

  1. Warum Kirchen jetzt Frieden, Recht und Wahrheit verteidigen müssen
  2. Botox? – Die unsichtbaren tragischen Folgen des Jugendwahns
  3. Slowakei: Kirchen bitten gemeinsam um Vergebung für Verfehlungen
  4. Zwischen Wölfen und Brüdern
  5. „Alte Fragen, überraschende Antworten“
  6. Mike Johnson: Westen muss sich wieder auf christliche Werte besinnen
  7. Unschuldig angeklagt und verurteilt
  8. Scott Hahn: ‚Mit Kompromissen gewinnen wir nicht’
  9. Verkauf eines Feminismus-kritischen Buchs auf Facebook und Instagram gesperrt
  10. Österreichs Integrationsministerin richtet „Dokumentationsstelle politischer Islam“ ein






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Nach fast drei Wochen bricht die Diözese Rottenburg-Stuttgart das Schweigen
  3. Viel Bla-Bla zum Neuen Jahr!
  4. Santo subito? - Vatikan untersucht mögliches Wunder durch Benedikt XVI.!
  5. Vertrauliche Vorlagen des vatikanischen Konsistoriums sind aufgetaucht
  6. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  7. Hongkongs Kardinal Zen äußerte beim Konstistorium Grundsatzkritik an der letzten Bischofssynode
  8. „Mir sind konkrete Reaktionen von Kindern bekannt, die diese Darstellung als verstörend empfanden“
  9. „Ich kann die Kommunion nicht empfangen. Ist es trotzdem sinnvoll, zur Messe zu gehen?“
  10. 'Exportweltmeister in Moral, ansonsten Beobachter an der Seitenlinie. Beschämend'
  11. MEHR hippe Missionare in Augsburg
  12. BILD-Chefin Marion Horn fordert jetzt: Daniel Günther muss das zurücknehmen oder zurücktreten
  13. Brigitte Bardot bedauerte den Verlust des Geheimnisvollen in der Neuen Messe
  14. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  15. Wann enden die perspektivlosen Strukturdebatten?

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz