09 Oktober 2014, 13:00
Einfach nur Gott? – So einen ‚Spray-Gott’ gibt es nicht!
 
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Franziskus-Perle des Tages: der Freund, der Vater, das Geschenk. Alles Beten ist immer dreifaltig, an den Gott gerichtet, der drei Personen ist und keine abstrakte Idee. Das ‚magis’ Gottes: Gott packt seine Gaben immer gut ein. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Das Tagesgebet bot Papst Franziskus den ersten Ansatzpunkt für seine Betrachtungen in der Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Donnerstag der 27. Woche im Jahreskreis. Gott wird darin um Vergebung gebeten. Er, der so barmherzig ist, möge das hinzufügen, worum das Gebet nicht zu bitten wagt:

„Das hat mich denken lassen: die Barmherzigkeit Gottes besteht nicht allein in der Vergebung – das wissen wir alle –, sondern auch in der Großherzigkeit, darin, dass er ‚mehr’ gibt... Wir haben gebetet: ‚Und füge hinzu, worum das Gebet nicht zu bitten wagt’. Bei unserem Beten bitten wir vielleicht um das und das – und er gibt uns immer ‚mehr’! Immer, immer mehr“.

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Im Tagesevangelium (Lk 11,5-13) fänden sich dann drei Schlüsselworte: der Freund, der Vater, das Geschenk. Jesus zeige seinen Jüngern, was das Gebet sei. Es ist wie bei einem Mann, der um Mitternacht zu einem Freund gehen, um ihn um etwas zu bitten. Im Leben gebe es echte Freunde, die wirklich alles gäben. Es gebe auch andere, die mehr oder weniger gut seien, doch die Bibel sage: einen, zwei oder drei... nicht mehr. Die anderen seien dann zwar „Freunde“, aber nicht wie diese. Auch wenn wir aufdringlich seien, bringe es das Band der Freundschaft mit sich, dass uns gegeben werde, worum wir bitten.

„Jesus geht einen Schritt weiter“, so der Papst, „und spricht vom Vater: ‚Ist unter euch ein Vater, der seinem Sohn eine Schlange gibt, wenn er um einen Fisch bittet, oder einen Skorpion, wenn er um ein Ei bittet? Wenn nun schon ihr, die ihr böse seid, euren Kindern gebt, was gut ist, wie viel mehr wird der Vater im Himmel den Heiligen Geist denen geben, die ihn bitten’ (V. 11-13)“.

Nicht nur der Freund also, der uns auf dem Lebensweg begleite, helfe uns und gebe uns das, worum wir bäten, sondern auch der Vater im Himmel, „der uns so sehr liebt und von dem Jesus gesagt hat, dass er sich darum kümmert, den Vögeln auf dem Feld zu essen zu geben. Jesus will das Vertrauen ins Gebet neu erwecken. So sagt er: ‚Bittet, dann wird euch gegeben; sucht, dann werdet ihr finden; klopft an, dann wird euch geöffnet. Denn wer bittet, der empfängt; wer sucht, der findet; und wer anklopft, dem wird geöffnet’ (V. 9-10). Das ist das Gebet: bitten, danach zu suchen und an das Herz Gottes klopfen“. Und der Vater werde den Heiligen Geist all denen schenken, die ihn darum bäten:

„Das ist die Gabe, das ist das ‚Mehr’ Gottes. Gott macht dir nie ein Geschenk, etwas, worum du ihn einfach so bittest, ohne es gut einzupacken, ohne dieses ‚Mehr’, das es schöner macht. Und dieses ‚Mehr’, das uns der Herr, der Vater schenkt, ist der Geist: die wahre Gabe des Vaters ist das, worum das Gebet nicht zu bitten wagt. ‚Ich bitte um diese Gnade; ich bitte um das, ich klopfe an und ich bete viel... Ich hoffe nur, dass er mir dies gibt’. Und er, der der Vater ist, gibt es mir und noch ‚mehr’: die Gabe, den Heiligen Geist“.

Das Gebet „richtet man an den Freund, der der Gefährte auf dem Weg des Lebens ist, man richtet es an den Vater und man tut dies im Heiligen Geist. Der Freund ist Jesus“.

„Er ist es“, so Franziskus abschließend, „der uns begleitet und uns das Beten lehrt. Und so muss unser Gebet sein: es muss dreifaltig sein. „Aber: glauben Sie?’ – ‚Ja! Ja!’ – ‚An was glauben Sie?’ – ‚An Gott!’ – ‚Aber was ist Gott für Sie?’ – ‚Einfach Gott halt, Gott!’. Doch Gott gibt es nicht. Jetzt werdet nicht ärgerlich: so einen Gott gibt es nicht! Es gibt den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist: sie sind Personen, keine Idee, die irgendwie in der Luft ist... Dieser Spray-Gott – den gibt es nicht! Es gibt Personen! Jesus ist der Weggefährte, der uns das schenkt, worum wir bitten. Der Vater, der sich um uns kümmert und uns liebt. Und der Heilige Geist, der die Gabe ist, er ist jenes ‚Mehr’, das der Vater schenkt, das, worum unser Bewusstsein nicht zu bitten wagt“.


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