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Die deutsche Synoden-Sonderwurst

6. Oktober 2014 in Kommentar, 26 Lesermeinungen
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Die ‚Synode der Medien’. Dem Absurden sind keine Grenzen gesetzt. Wenn der Vatikan dem Teufel den Steigbügel hält. UPDATE: Die Falschübersetzung wurde korrigiert. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Am gestrigen Sonntag hat Papst Franziskus mit einer feierlichen heiligen Messe die außerordentliche Generalversammlung der Bischofssynode zum Thema der Familie im Kontext der Evangelisierung eröffnet. So weit, so gut.

Der Papst hielt eine tiefgehende Predigt vom „Traum Gottes“ über sein „heiliges Volk“ und erklärte: Synodenversammlungen sind nicht dazu da, schöne und originelle Ideen zu diskutieren oder zu sehen, wer intelligenter ist. Sie sind dazu da, an Gottes Traum, seinem Plan der Liebe für sein Volk mitzuarbeiten. So weit, so gut.

Gegen Ende seiner Predigt kam Franziskus zu einem Kernpunkt seiner Betrachtungen: „Auch für uns kann es die Versuchung geben, aus Gier, die in uns Menschen immer vorhanden ist, den Weinberg ‚an uns zu reißen’. Der Traum Gottes kollidiert stets mit der Heuchelei einiger seiner Diener. Wir können den Traum Gottes ‚vereiteln’, wenn wir uns nicht vom Heiligen Geist leiten lassen“. So weit, so gut.

Aber: natürlich musste der Teufel seinen besonderen Akzent setzen, und natürlich tat er dies nur für den deutschsprachigen Raum, der ja sowieso bereits durch eine künstliche Debatte zum nebensächlichen Thema „Kommunion für wiederverheiratete Geschiedene“ besonders erregt ist. Und diesmal tat es der Teufel mit Hilfe des Vatikans.


Der Papst setzte seine Predigt in der vom Vatikan veröffentlichten Version mit den Worten fort: „Der Geist schenkt uns die Weisheit, die über die Lehre hinausgeht, um großherzig in wahrer Freiheit und demütiger Kreativität zu arbeiten“.

„Wie bitte?“, fragt sich natürlich sofort ein katholisches Ohr. Eine Weisheit die über die (Glaubens-) Lehre hinausgeht?? Was soll das sein? Eine neue Weisheit der Welt? Der Papst sagt, dass der Heilige Geist Weisheiten vermittelt, die über die Lehre hinausgehen? Sie ändern? Sie brechen? Sie verwandeln? Sie zu etwas anderem werden lassen? Ein Papst bricht mit der Tradition?

Genau auf diesen Punkt stürzten sich natürlich die Medien, allen voran die katholischen offiziellen Stellen. Es wurde verkündet: Franziskus habe deutlich gemacht, dass die geltende kirchliche Lehre bei der Mitarbeit am Plan Gottes der Liebe zu seinem Volk nicht das alleinige Kriterium sein dürfe. Genau das, was sich viele erwartetet hatten: die „geltende kirchliche Lehre“ kann relativiert werden. Was gestern wahr war, kann heute weniger oder anders oder nicht mehr wahr sein. Der Geist wird es schon regeln. Und das Wunschdenken vieler schien erfüllt zu sein.

Nun muss man die Medienvertreter teilweise entschuldigen, denn: wer diesen Stein in den Teich geworfen hat, wo sofort der übliche Schlamm aufgewirbelt wurde, war – der Vatikan, der eine falsche Übersetzung veröffentlicht hatte. Ein Wort, EIN Wort ist oft ausreichend, um den Sinn einer Aussage radikal zu verfälschen und dem Papst und dem Anliegen einer Synode großen Schaden zuzufügen.

Der Papst sprach nämlich nicht wie oben zitiert. Franziskus sagte: „Der Geist schenkt uns die Weisheit, die über das reine Wissen hinausgeht, um großherzig in wahrer Freiheit und demütiger Kreativität zu arbeiten“. Nicht „über die Lehre hinausgeht“, sondern „über das reine Wissen, die Wissenschaft (scienza, knowledge, science, ciencia, ciência) hinausgeht“. Und das ist ein großer Unterschied zu der vom Vatikan veröffentlichten falschen deutschen Version. Somit sprach der Papst wie sein Vorgänger, wie der heilige Thomas, wie der heilige Augustinus, wie der heilige Paulus, wie....

Fazit: EIN Wort ist ausreichend, um den Teufel in dieser angespannten Situation sein Werk der Verwirrung fortsetzen zu lassen, und es scheint ihm besonders zu gefallen, dies im deutschsprachigen Raum zu tun.


PS: kath.net hat sich die Freiheit genommen, die falsche Übersetzung des Vatikans zu korrigieren und diese sofort, nachdem der Heilige Vater seine Predigt beendet hatte, in der berichtigten Version zu veröffentlichen.

PPS: Es wäre Pflicht der Medienvertreter, dem Wort des Papstes genau zu folgen, denn: „Es gilt das gesprochene Wort“. Und: wie es bei Texten des Papstes in der Regel üblich ist, ist die Sprache des „Originals“ das Italienische (was auch unter Benedikt XVI. der Fall war).

PPPS: Texten, die das Wort des Papstes wiedergeben, muss mit Respekt und Kenntnis sowohl inhaltlicher als auch sprachlicher Natur begegnet werden, wozu anscheinend wenige fähig oder willens sind. Was den gestrigen Vorfall betrifft: eine zu erwähnende Ausnahme ist die ARD-Tagesschau Rom mit ihrem Korrespondenten Tilmann Kleinjung.


Nachtrag:

Im Laufe des Vormittags wurde auf der Internetseite des Vatikans eine korrigierte Version veröffentlicht.


Predigt Papst Franziskus Eröffnung Familiensynode




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Lesermeinungen

 Hans-Maria 10. Oktober 2014 
 

Synode

Wenn ich schon Synode lese...Das besagt doch schon alles. Das ist protestantische Diskutierei in der Beliebigkeit.


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 Wäller 7. Oktober 2014 
 

@bellis

Meinen Sie das im Ernst oder sind Sie nicht von dieser Welt?


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 wandersmann 7. Oktober 2014 
 

@bellis

Ich weiß nicht, ob die richtige pastorale Zuwendung hier viel
bewirken kann. Ich bezweifele das. Ich halte die Auffassung von
Augustinus für zutreffend und wunder mich allein deswegen, wie
es sein kann, dass immer alle zur Kommunion gehen (ohne Beichte).


„Ich glaubte, die Enthaltsamkeit sei Sache der eigenen Kraft ...
denn in meiner Torheit wußte ich nicht, was geschrieben steht:
daß ‚keiner enthaltsam sein kann, außer wem Gott es gibt‘. Du
hättest es mir gegeben, wenn ich mit innerlichem Seufzen dein Ohr
bestürmt und in gefestigtem Glauben meine
Sorge auf dich geworfen hätte" (Augustinus, conf. 6,11,20).


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 bellis 6. Oktober 2014 

Sünde

Jeder Geschlechtsakt außerhalb der katholischen Ehe ist Sünde. Das betrifft alle Ehebrecher und alle Nicht-Verheirateten. Das ist in zwei Sätzen gesagt, dazu braucht es keiner Synode. Die Synode braucht es, wie man es pastoral erreichen kann, dass diese Sünden aufhören.


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 Thaddäus Öllenstroth 6. Oktober 2014 
 

Ich verbuche diesen, ähem, „Übersetzungsfehler“ unter Freudsche Fehlleistung.


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 jadwiga 6. Oktober 2014 

Es ist doch alles wuscht...

Und ich glaube überhaupt nicht daran, dass für die deutsche Kirche relevant ist, was der Papst sagt. Hier kocht man so wie so gerne ein eigenes "Süppchen"
Sowohl der Benedikt als auch J.P.II haben z.B.empfohlen die Kommunion kniend zu empfangen. Und was macht man in Deutschland? Man startet ein schwachsinniges Projekt: "So geht katholisch", eine Wanderausstellung, die eindeutig zeigt, dass man die Kommunion auf die Hand empfangen soll!

Ich möchte Niemanden zu nahe kommen, aber für mich ist das Projekt eher diabolisch als katholisch. In der Bibel steht, dass sich vor dem Herrn Jesus jedes Knie beugen wird, selbst die Unterirdischen.
Hätten die Herren die Hostie ein Mal im Geiste gesehen, dann hätten sie den Gläubigen empfohlen sich platt auf dem Boden zu legen.


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 Zarah N 6. Oktober 2014 
 

Wer Jesus liebt hält die Gebote und der Geist geht nicht über die Lehre hinaus.

Liebet ihr mich, so haltet ihr meine Gebote, sagte Jesus in Joh.14:15
Christus hat auch gesagt: „Wenn du das Leben erlangen willst, halte die Gebote." (Matthäus 19:17.)
„Der Geist schenkt uns die Weisheit, die über die Lehre hinausgeht,um großherzig in wahrer Freiheit und demütiger Kreativität zu arbeiten“.
Nein der Geist geht niemals über die Lehre hinaus und wird sich untreu.Die Stimme des Heiligen Geistes wird zu oft mit dem eigenen Willen, mit der eigenen Weisheit oder mit dem Gewissen gleichgesetzt.Haltet fest an der gesunden Lehre.Lasst Euch in dieser trügerischen Zeit nicht von jedem Wind der Lehre hin- und herwerfen,sondern beständig in der gesunden, heiligen Lehre unseres Herrn verharren,Epheser 4:14,2Tim,1:13,ApG 2:42.Ich ermahne euch aber, Brüder, dass ihr achthabt auf die, welche entgegen der Lehre, die ihr gelernt habt, Parteiungen und Ärgernisse anrichten, und wendet euch von ihnen ab! Röm 16,17,schreibt Apostel Paulus erfüllt und beglaubigt vom Heiligen Geist.


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 wandersmann 6. Oktober 2014 
 

@placeat tibi

Also: Aus meiner Sicht ist eine zivile Zweitehe eine schwere Sünde. Wenn jemand eine derart schwere Sünde begeht, dann muss er sich auch nicht wundern, wenn Gott ihn dann in Situationen kommen lässt (Kinder in der neuen Beziehung), die auf gewöhnlichem Weg nicht mehr lösbar sind, sondern nur noch durch ein großes Opfer (hier: Enthaltsamkeit).

"Da gibt es keine Alternative, kein "drüberhinaus", die Frage kann nur so oder so beantwortet werden."

Ja klar. Da haben Sie recht.

Ich glaube, dass ich irgendwie wohl in der Diskussion etwas nicht verstanden habe. Mir scheint, dass wir aneinander vorbeidiskutiert haben.

Es gibt natürlich keine vom Hl. Geist geschenkte "Lehre", Einsicht usw. über der Lehre der Kirche, denn die kommt ja schon vom Hl. Geist. Damit widerspräche der Hl. Geist sich ja selbst oder müsste sich selbst korrigieren.


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 placeat tibi 6. Oktober 2014 
 

@Wandersmann

Ich verstehe, worauf Sie hinauswollen.

Aber unsere Lehre ist eben, bis auf ganze wenige Dinge - die Sonntagspflicht, das Gebot mindesten einmal pro Jahr zu beichten und die Kommunion zu empfangen, sowie die (nur noch zwei!) strengen Fastentage einzuhalten und die eucharistische Nüchternheit (von nur noch einer Stunde!)- kein Regelwerk mit konkreten Handlungsvorgaben.
War sie auch früher nicht, auch wenn sie (ein klein wenig) mehr verlangte.

Sie setzen nun Dinge entgegen, die eher den Bereich der persönlichen Frömmigkeit betreffen, was man aber nicht gegen das Magisterium ausspielen darf.

Was nun die Ehelehre, um die geht es ja hier, betrifft, kann entweder nur wahr sein, daß eine (zivile) Zweitehe schwere Sünde ist - oder eben nicht. Da gibt es keine Alternative, kein "drüberhinaus", die Frage kann nur so oder so beantwortet werden.
Und da kommen wir genau an den von Ihnen zitierten Punkt "Joh. 8.43"


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 M.Schn-Fl 6. Oktober 2014 
 

Der Teufel ist nur da interessiert, wo es sich lohnt.

Wo lohnt es sich denn mehr als im Vatikan?
Ich freue mich, dass Armin Schwibach das so deutlich zum Ausdruck bringt.
Michail Bulgakow hat in seinem bedeutenden Roman "Der Meister und Margarita" beschrieben, wie der Teufel auf die Aussage reagiert, dass es ihn nicht gibt. Er zeigt den Menschen in Russland mal so richtig, was er alles kann und wie real er ist.
Es existiert ein "Gutachten" einer Theologengruppe für die DBK, das mal hier vereinfacht gesagt ausdrückt, dass der Böse nicht Person ist, wie wir auch Gott als Person, verstehen. Im Klartext heißt das: den Teufel und die Dämonen gibt es nicht. Deshalb hat der unten genannte Bischof dem Exorzisten nur erlaubt, ein Befreiungsgebet zu sprechen. (Mal wieder ein Beweis dafür, was viele deutsche Bischöfe von den Anordnungen des Heiligen Stuhls halten)
Ich glaube mit A.Schwibach, dass gerade im Vatikan der Teufel den "Ungläubigen" zeigt, was er so alles drauf hat. Deshalb spricht der Papst ständig vom Teufel. "Wer Ohren hat, der höre...


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 Chris2 6. Oktober 2014 
 

Jetzt ist die Zeit, um den Heiligen Geist zu beten

denn SEIN Wille geschehe, nicht unserer...


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 M.Schn-Fl 6. Oktober 2014 
 

Dank an Armin Schwibach und kath.net

für die gründliche Aufklärung.
Inhaltlich schließe ich mich ganz A.Schwibach, M. Lohmann und Suarez an. M.Lohmann würde ich dahin gehend ergänzen: Es hat sich längst herausgestellt, dass der Papst wirklich mit Haut und Haar katholisch ist. Wir lesen nämlich täglich hier die Franziskusperlen und die anderen Äusserungen des Papstes im Gegensatz zu den meisten offiziellen kath. Medienvertretern. Denn auch im Vatikan sitzt ja einer in einer Schlüsselposition der vatikanischen Medien, der es nicht in Rom wagt aber dafür in Deutschland (München) zu sagen, dass man theologische Bauchschmerzen habe, wenn der Papst vom Teufel spricht.
Kürzlich hat ein deutscher Bischof einem amtlich bestellten Exorzisten verboten, den Dämon anzureden und ihm zu gebieten. Also er hat damit verboten, den vom Heiligen Stuhl approbierten großen Exorzismus zu sprechen. Auf die Frage des Priesters, ob er es denn im Geiste tun dürfe, hat der Bischof eindeutig "Ja" gesagt. Däh! Und damit ändert sich nichts.


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 wandersmann 6. Oktober 2014 
 

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Die schwammige Formulierung "Der Glaube fängt erst da an, wo eine lebendige Beziehung zu Christus da ist. Nur darauf kommt es an." könnte auch jeder Nichtkatholik in Anspruch nehmen.

Das diente vor allem zur Abgrenzung von der Auffassung, dass wir an eine Lehre glauben.
Ja solche Formulierungen sind schwammig, weil sie es sein müssen. Man kann nicht in unserer gewöhnlichen Sprache präzise von solchen Dingen reden:
"Gott ist so überalls daß man nichts sprechen kann: Drum betest du ihn auch mit Schweigen besser an."
Ob eine lebendige Gottesbeziehung vorliegt, das erkennt man an den Früchten: Liebe zur hl. Messe, Gebet, Demut, Sanftmut, Geduld usw. usw.

Ich glaube, dass es auch unter Nichtkatholiken Menschen mit tiefem Glauben gibt, die sich ohne eigene Schuld nicht zum Katholizismus bekehren konnten. Allerdings würde ich die Zahl in Deutschland nicht besonders hoch ansetzen.


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 wandersmann 6. Oktober 2014 
 

2

O.K. Vielleicht kann man "Betet allezeit" als Lehrsatz durchgehen lassen. Aber die Lehre bietet keine Anleitung im Sinne einer Gebetstechnik. Die Lehre allein führt nicht ins Gebet. Die Lehre reicht nicht.

Mensch so du wissen willst was redlich beten heißt:
So geh in dich hinein/ und frage Gottes Geist.


"Das gesamte depositum fidei und damit auch das kirchliche Lehramt sind nach unserer Auffassung aber Früchte des Heiligen Geistes, göttliche Offenbarung."
Ist auch meine Meinung. Aber auch hier gilt:
Joh 8,43 Warum versteht ihr meine Rede nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt!


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 wandersmann 6. Oktober 2014 
 

@placeat tibi 1

Erstens: Eine Falschübersetzung ist eine Falschübersetzung und ist korrigieren und zwar selbst dann, wenn die Falschübersetzung tiefer, schöner oder sonst irgendwie besser wäre als das Original. Ich denke da sind wir uns einig.
Es heißt ja Übersetzung und nicht Interpretation.

Ich weiß immer noch nicht was an "Der Geist schenkt uns die Weisheit, die über die Lehre hinausgeht, ..." problematisch ist.
Für mich heißt das: Der Geist hat uns eine studierbare Lehre geschenkt, aber das ist nicht alles und nicht das Wichtigste. Das wichtigste ist etwas, was man gar nicht in eine allgemeinverständliche Lehre zum Ausdruck bringen kann:

Je mehr du Gott erkennst/ je mehr wirst du bekennen/ Daß du je weniger Ihn/ was er ist / kannst nennen.


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 placeat tibi 6. Oktober 2014 
 

Fällt Ihnen was auf @Wandermann?

Sie zitieren "Betet allezeit" und damit einen göttlichen Lehrsatz.

Die schwammige Formulierung "Der Glaube fängt erst da an, wo eine lebendige Beziehung zu Christus da ist. Nur darauf kommt es an." könnte auch jeder Nichtkatholik in Anspruch nehmen.

Das gesamte depositum fidei und damit auch das kirchliche Lehramt sind nach unserer Auffassung aber Früchte des Heiligen Geistes, göttliche Offenbarung.

Sehen Sie jetzt, wo das Problem der Falschübersetzung liegt?


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 wandersmann 6. Oktober 2014 
 

Wo ist das Problem?

„Der Geist schenkt uns die Weisheit, die über die Lehre hinausgeht, um großherzig in wahrer Freiheit und demütiger Kreativität zu arbeiten“

Auch diesen Satz halte ich für richtig. Die Lehre ist etwas, was man aufschreiben und vorlesen kann. Selbstverständlich relativiert der Geist diese Lehre nicht. Sie ist wahr. Aber sie ist doch nicht alles. Sie ist nicht schon der Glaube, sondern Hilfmittel zum Glauben. Der Glaube fängt erst da an, wo eine lebendige Beziehung zu Christus da ist. Nur darauf kommt es an. Wenn du nicht beten kannst, da nützt dir deine Lehre gar nichts.
Betet alle Zeit und nicht: Studiert alle Zeit.

Wie kommt denn der hl. Thomas von Aquin wohl auf solch einen Satz?
„Alles, was ich geschrieben habe, kommt mir vor wie Stroh im Vergleich zu dem, was ich gesehen habe.“
Oder meint ihr, dass der hl. Geist ihm da ein besonders schönes Lehrbuch gezeigt hat?
Das war etwas, was über die Lehre hinausging.


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 Stefan Fleischer 6. Oktober 2014 

Eigentlich wäre es jetzt

an den Bischofskonferenzen bzw. ihren Vorsitzenden im deutschen Sprachraum, diese Fehlübersetzung öffentlich richtig zu stellen. Hirtenpflicht würde ich sagen.


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 Karlmaria 6. Oktober 2014 

Die Medien hören sowieso was sie wollen

Der Geist weht wie er will. Man kann auch aus dem glatten Gegenteil die wahre Lehre heraushören wenn der Geist es so will. Ganz sicher wird auch einmal eine Geschichte in der richtigen Richtung losgehen ohne dass das einer so geplant oder gewollt hat!


7

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 Suarez 6. Oktober 2014 

@ASchwibach und @Martin Lohmann

Es ist sehr betrüblich, dass sich zumindest in der medial geprägten Öffentlichkeit erst herausstellen muss, dass der Papst katholisch ist.

Schuld haben hier nicht nur die Medien, sondern auch einige Hirten, die nicht Diener der Freude sondern Vertreter progressiver Ideologien sind und die katholische Lehre wie einen Kaugummi dehnbar interpretieren möchten.

Das explosive Potential rührt also aus der Kirche heraus. Hinzu gesellt sich eine stets feindselig sprungbereite, will heißen, interpretativ feindselige Presse. Der SPIEGEL, sicher nicht mein Informationsmedium, titelt heute, dass bei dieser Familien-Synode und ihrer medialen Aufbereitung die Katholische Kirche ohnehin nur verlieren könne, egal, wie die Synode ausgeht. Man kann dieser These eine gewisse Berechtigung nicht absprechen.

Ich hoffe sehr, dass der Papst den Zündlern bald durch klare Worte, die auch ordentlich im Vatikan übersetzt werden, die Streichhölzer aus der Hand nimmt.


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 AlbinoL 6. Oktober 2014 

Naja also die Intention des Papstes ist hier eher unklar

mit Wissenschaft meint er hier im Kontext die Theologie. Und weitgefasst geht das in eine ähnliche Richtung wie die offizielle Überesetzung.
Man könnte es aber als Mahnung an die Deutsche Kirchensteuerkirche sehen worauf natürlich in Deutschland niemand gekommen ist.
Ich finde die redigt könnte auch gut auf die deutsche Kirchensteuerkirche angewandt werden, aber die eigenen Fehler suchen ist bei der deutschen Kirche noch nie hoch im Kurs gewesen. Rom und die Lehre Christi sind schuld. Hier ein paar Auszüge: Jesus sagt, dass jene Winzer jedoch den Weinberg an sich gerissen haben; in ihrer Gier und ihrem Hochmut meinen sie, mit ihm zu machen, was sie wollen, und so nehmen sie Gott die Möglichkeit, seinen Traum von dem Volk, das er sich erwählt hat, zu verwirklichen.

Die Versuchung der Gier ist immer vorhanden. Wir begegnen ihr auch in der großen Weissagung von Ezechiel über die Hirten (vgl. Kap. 34), die der heilige Augustinus in einer seiner berühmten Reden kommentiert hat; wir ha


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 Suarez 6. Oktober 2014 

Die Frage sei aber erlaubt, wie es zu diesem Fehler der Übersetzung kommen konnte

Offenbar ist man sich in Teilen des Vatikan nicht bewusst, dass ein solch grob fehlerhafte Übersetzung (denn es ging ja um eine zentrale Aussage), insbesondere angesichts der Bischof-Synode und ihrer medialen Interpretation, zu erheblicher Irritation führen wird. Oder sind sich einige im Vatikan doch der Tragweite solcher "Unachtsamkeit" bewusst?

Es ist außerordentlich betrüblich, dass Worte des Papstes nicht gründlich übersetzt und die Übersetzung von kompetenter Stelle gegen gelesen wird. Mir als Laien ist diese Stelle, die angeblich die Papst-Worte wiedergibt, gleich unangenehm ins Auge gesprungen. Hier sollte angesichts der Tragweite doch zukünftig gründlicher gearbeitet werden.

Zudem sieht man nun wieder, wie in den Medien interpretiert wird, ganz so wie es bei dem 2. Vatikanischen Konzil auch der Fall war, wo man einen Geist des Konzils kreierte, der dann eine Rezeption einleitete, die den Beschlüssen diametral entgegenstand, was bis heute gravierende Nachwirkungen hat.


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 Antigone 6. Oktober 2014 
 

Nur ruhig Blut!

Entscheidend ist nicht, was jetzt geschrieben wird, sondern was am Ende heraus kommt.


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 Marcus, der mit dem C 6. Oktober 2014 
 

@Martin Lohmann

Dann wird ein "Geist des Papstes" postuliert, der all das aussagt, was man hören will, aber der Papst nie gesagt hat. Es ist dann natürlich einer Verschwörung konservativer Kräfte zu verdanken, daß die "wa(h)ren Worte" nur durch den "Geist des Papstes" überliefert sind, weil er ja sonst gemeuchelt worden wäre.


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 ASchwibach 6. Oktober 2014 

Sehr geehrter Herr Lohmann,

genau das ist die Frage, und genau das liefert ein explosives Potential unabwägbaren Ausmaßes. Leider gibt es viele Zündler, denen es gefällt, vor einem offenen Benzintank mit ihren Streichhölzern zu spielen.


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 Martin Lohmann 6. Oktober 2014 
 

Was machen manche Selbstpropheten eigentlich ......

.... wenn sich herausstellt, dass der Papst katholisch ist und selbstverständlich auch als Papst die Lehre nicht so zurechtbiegen kann, wie sich das manche selbstbiografisch wünschen?


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