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Wer bezahlt die Korruption? – Die Armen!

16. Juni 2014 in Aktuelles, 3 Lesermeinungen
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Franziskus-Perle des Tages: Die Korruption ist eine Sünde, die leicht von der Hand geht. Sie wird von den Armen bezahlt: von den materiell und geistlich Armen. Der Dienst ist der einzige Weg, um aus dieser Sünde herauszukommen. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Eine „sehr traurige Geschichte“, die – obwohl sie sehr alt ist – noch immer der Spiegel einer der sich sehr leicht einstellenden Sünden ist: der Korruption. Die Lesung aus dem ersten Buch der Könige (1 Kön 21,1-16) stand im Mittelpunkt der Betrachtungen von Papst Franziskus in seiner Predigt bei der Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ am Montag der elften Woche im Jahreskreis.

Nabot sei seit Generationen Eigentümer eines Weinbergs. Als König Ahab – „mit der Absicht, seinen Garten etwas zu erweitern“ – ihn darum bitte, den Weinberg zu verkaufen, weigere sich Nabot, ihm das Erbe seiner Väter zu überlassen. Der König „war missmutig und verdrossen, weil Nabot aus Jesreel zu ihm gesagt hatte: Ich werde dir das Erbe meiner Väter nicht überlassen. Er legte sich auf sein Bett, wandte das Gesicht zur Wand und wollte nicht essen“ (V. 4). So habe sich seine Frau Isebel eine Falle ausgedacht. In deren Folge sei Nabot mit der Komplizenschaft von zwei Zeugen vor ein Gericht gebracht worden, das seinen Tod durch Steinigung beschlossen habe. Sobald Isebel gehört habe, „dass Nabot gesteinigt wurde und tot war, sagte sie zu Ahab: Auf, nimm den Weinberg Nabots aus Jesreel in Besitz, den er dir für Geld nicht verkaufen wollte; denn Nabot lebt nicht mehr; er ist tot“ (V. 15). Ahab reagiere, als sei nichts geschehen. Diese Geschichte wiederhole sich ständig unter jenen, die die materielle, politische oder spirituelle Macht inne hätten.


„In den Zeitungen lesen wir oft“, so der Papst: „Ach, da wurde jener Politiker vor Gericht gestellt, der auf magische Weise zu Reichtum gekommen ist. Es wurde jener Chef eines Unternehmens vor Gericht gestellt, der auf magische Weise reich geworden ist, das heißt indem er seine Arbeiter ausgebeutet hat. Man redet zu viel von einem Prälaten, der sich zu sehr bereichert und seine pastoralen Pflichten aufgegeben hat, um sich um seine Macht zu kümmern. So die korrupten Politiker, die Korrupten in den Geschäften und die korrupten Kirchenmänner. Überall gibt es sie. Und wir müssen die Wahrheit sagen: die Korruption ist wirklich ein Sünde, die leicht von der Hand geht, die jener Person eignet, die Vollmacht über die anderen hat: sowohl im politischen als auch im wirtschaftlichen als auch im kirchlichen Bereich. Wir alle stehen in der Versuchung der Korruption. Sie ist eine Sünde, die leicht von der Hand geht. Denn wenn einer Vollmacht hat, dann fühlt er sich mächtig, dann fühlt er sich fast wie Gott“.

Des weiteren komme es zur Korruption entlang des Wegs der eigenen Sicherheit: „mit dem Wohlstand, mit dem Geld, dann mit der Macht, der Eitelkeit, dem Stolz... Da ist alles. Auch töten“. „Wer aber“, so fragte sich Franziskus, „bezahlt für die Korruption? Der, der dir das Schmiergeld überbringt?“ Dem sei nicht so, da dieser nur als Zwischenhändler agiere. In Wirklichkeit werde die Korruption vom Armen bezahlt:

„Wenn von korrupten Politikern, von korrupten Geschäftsleuten die Rede ist – wer bezahlt das? Es bezahlen die Krankenhäuser ohne Arzneien, die Kranken, die nicht versorgt werden, die Kinder ohne Erziehung. Sie sind die Nabot von heute, die die Korruption der Großen bezahlen. Und wer bezahlt die Korruption eines Prälaten? Die Kinder bezahlen sie, die nicht wissen, wie man sich bekreuzigt, die nichts von Katechese wissen, um die sie keiner kümmert. Die Kranken bezahlen sie, die nicht besucht werden, es bezahlen sie die Häftlinge, denen keine spirituelle Aufmerksamkeit gewidmet wird. Die Armen zahlen. Die Korruption wird von den Armen bezahlt: von den materiell Armen, von den geistlich Armen“.

Dagegen sei der einzige Weg, um aus der Korruption herauszukommen, der einzige Weg, um die Versuchung, die Sünde der Korruption zu besiegen, der Dienst. Denn die Korruption komme vom Stolz, vom Hochmut, „und der Dienst erniedrigt dich“. Der Dienst sei die demütige Nächstenliebe, um den anderen zu helfen.

„Heute“, so der Papst abschließend, „bringen wir das Messopfer für diese dar – die ganz viele sind –, die die Korruption bezahlen, die das Leben der Korrupten bezahlen. Für diese Märtyrer der politischen Korruption, der wirtschaftlichen Korruption und der kirchlichen Korruption. Beten wir für sie. Der Herr stehe ihnen nahe. Gewiss stand er Nabot im Augenblick der Steinigung sehr nahe, wie er dem Stephanus nahe stand. Der Herr stehe ihnen nahe und gebe ihnen die Kraft, in ihrem Zeugnis, in ihrem eigenen Zeugnis vorwärts zu gehen“.

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