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Papst trifft sich mit der Charismatischen Erneuerung

2. Juni 2014 in Aktuelles, 5 Lesermeinungen
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Franziskus: Der Teufel will die Familie nicht und versucht, sie zu zerstören. Gott stärke die Familie in dem Moment, da der Teufel sie zerstören will! Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Über 52.000 Mitglieder der charismatischen Bewegung „Rinnovamento dello Spirito“ („Erneuerung des Geistes“) aus 55 Ländern der Welt trafen am Sonntag Nachmittag im römischen Olympiastadion mit Papst Franziskus zusammen: 1.300 Ehrenamtliche, 1.000 Priester, 150 Seminaristen, 350 Ordensleute, Tausende von Kindern, Jugendlichen und Familien zusammen mit vielen Kranken empfingen den Papst begeistert. Die Begegnung wurde in Zusammenarbeit mit ICCRS (International Charismatic Catholic Renewal Services) und CFCCCF (Catholic Fraternity of Charismatic Covenant Communities and Fellowship) organisiert.

„Hier spielt heute nicht AS Rom oder SS Lazio. Hier spielt die Mannschaft des Heiligen Geistes: unser Trainer ist der Heilige Geist! Wir sind unter Paul VI. geboren worden, wir sind aufgewachsen unter Johannes Paul II., und jetzt Sie!“, so Martinez in seinen Begrüßungsworten an Franziskus. Der Präsident der Bewegung betonte die außerordentliche missionarische Zeit, die gerade mit diesem Pontifikat angehoben habe.

Vier Gruppen wurden durch ihre Zeugnisse vertreten, auf die der Papst dann kurz antwortete. Als erster ergriff ein junger Priester das Wort. Der Papst mahnte die Priester zur Nähe zu Christus in Gebet und Anbetung sowie zu den Menschen, die ihrer Sorge anvertraut seien: „Liebt eure Leute! Seid den Menschen nahe! Das ist es, worum ich euch bitte: diese doppelte Nähe!“. Als zweiter sprach ein Vertreter der Jugend. Ein junger Mensch dürfe seine Jugend nicht wie in einem Tresor verwahren. So altere sie. Die Jugend sei dazu da, um ein Risiko in der Hoffnung einzugehen und auf große Dinge zu setzen, damit die anderen den Herrn kennenlernen könnten: „Spart euch nicht auf, geht voran!“, so Franziskus. Zur Familie sagte der Papst, dass sie die Hauskirche sei, wo Jesus in der Liebe der Eheleute und im Leben der Kinder wachse. Deshalb „greift der Feind die Familie so sehr an. Der Teufel will die Familie nicht und versucht, sie zu zerstören“. Franziskus bat Gott, die Familie in diesem Moment zu stärken, da der Teufel sie zerstören wolle. An eine blinde Frau als Vertreterin der behinderten und kranken Menschen gerichtet erklärte Franziskus, dass die leidenden Brüder und Schwestern mit dem Leiden Christi gesalbt seien. Sie ahmten Christus im schwierigen Moment seines Kreuzes nach. Diese Salbung durch das Leid „bringen sie für die ganze Kirche voran. Danke, dass ihr es akzeptiert, mit dem Leiden gesalbt zu sein. Danke für die Hoffnung, die ihr bezeugt, die ihr voranbringt, indem ihr die Liebkosung Jesu sucht“. Zu den alten Menschen sagte der Papst, dass sie Weisheit und Gedächtnis des Volkes und der Kirche wie der gealterte gute Wein seien und die Freiheit des Geistes lebten.


Anschließend betete der Papst für alle Menschen: „Herr, schaue auf dein Volk, das den Heiligen Geist erwartet. Blicke auf die Jugend, die Kinder, die Kranken, die Priester, die Ordensleute, die geweihten Personen und Bischöfe, blicke auf alle und gewähre uns diese heilige Trunkenheit des Geistes, die uns alle Sprachen, die Sprachen der Liebe, sprechen lässt. Lehre uns, nicht unter uns zu kämpfen, um ein wenig mehr Macht zu haben. Lehre uns Demut, lehre uns, die Kirche mehr als unsere Partei zu lieben, lehre uns, ein offenes Herz zu haben, um den Geist zu empfangen. Sende deinen Geist über uns aus!“.

In seiner Ansprache ging der Papst auf Aufgaben und Gefahren für die charismatische Bewegung ein. Franziskus mahnte vor inneren Kämpfen. In den ersten Jahren der Bewegung habe er sie in Buenos Aires nicht geliebt und gesagt, dass sie mehr eine Samba-Schule zu sein scheine. Nachdem er sie besser kennengelernt habe, habe er erkannt, wie viel Gutes die Erneuerungsbewegung für die Kirche tue. Franziskus warnte vor einem Verlust der Freiheit des Geistes und vor der Gefahr einer übertriebenen Organisation: „Seid nicht Kontrolleure und Verwalter der Gnade, sondern deren Spender!“. Die Umkehr zu Jesus müsse zu dessen Zeugen machen. Als weitere Hauptaufgaben unterstrich der Papst die Evangelisierung und den spirituellen Ökumenismus. Die charismatische Bewegung sei in ihrem Wesen ökumenisch. Franziskus forderte die Charismatiker dann auf, zu den Armen und Bedürftigen zu gehen, um in ihrem Fleisch das verletzte Fleisch Jesu zu berühren. Die Anbetung Gottes müsse das Fundament der Bewegung sein, in einer Einheit, die aus der Dreifaltigkeit komme: „Lasst euch vom Heiligen Geist leiten und sperrt ihn nicht in einen Käfig!“. Abschließend lud der Papst die Bewegung für das große Gründungsjubiläum im Jahr 2017 zu einer Feier mit ihm auf den Petersplatz ein.

kath.net-Interview mit einem Priester der Charismatischen Erneuerung: Hansmartin Lochner: 'Mit eigenen Augen sehen, dass Gott hier und heute am Werk ist'.

Video: Papst Franziskus trifft sich mit der Charismatischen Erneuerung/Teil 1:


Teil 2:




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Lesermeinungen

 Chris2 3. Juni 2014 
 

"Der Teufel will die Familie nicht

und versucht, sie zu zerstören“. Dem ist nichts hinzuzufügen. Außer, daß Herr Martinez den großen Theologenpapst Benedikt in seiner Aufzählung vergessen hat...


1
 
 SpatzInDerHand 2. Juni 2014 

@Antas: danke.

Anmerken möchte ich aber: Derjenige, der sich herzlich Mühe gibt, sich für die Neuevangelisation einzusetzen - der aber dabei Fehler macht und ungeschickt ist, der ist mir immer noch weitaus lieber als jene, die sich nicht bemühen (aber womöglich genaustens wissen, was andere dafür tun sollten ;) - das haben wir ja ebenfalls in unseren Pfarreien)


6
 
 Antas 2. Juni 2014 
 

@SpatzInDerHand

Stimme Ihrem Post zu.

Als weitere Antwort würde ich gerne noch hinzufügen: Die Menschen, die öfter an Exertitien, Glaubensseminaren/Gebetstage, oder ähnlichen Veranstaltungen teilnehmen, haben einen Hang dazu, hochmütig zu werden. Da kann mich an eine Szene erinnern, in der eine Besucherin dieser Veranstaltungen unserem Gemeindepfarrer immerwieder damit konfrontiert hat, dass wir was ändern müssen (z.B. vor der Messe den Rosenkranz, oder Novenen etc.) Recht hat sie, aber die Art und Weise, wie sie es vorgetragen hat, war einfach unpassend. Wenn das die Frucht der Gebetstage sind, dann haben die Pfarrer auch ein negatives Bild davon...
Ich finde es zwar gut und wichtig, diese Veranstaltungen zu besuchen, warne aber auch davor, dass man nicht diese "Ich-muss-jetzt-die-Welt-verändern-"-Schiene gnadenlos durchzieht, bis man den letzten Menschen mit der char. Erneuerung vergrault...


5
 
 Der Nürnberger 2. Juni 2014 

Ein wichtiger Aufruf

„Seid nicht Kontrolleure und Verwalter der Gnade, sondern deren Spender!“


4
 
 SpatzInDerHand 2. Juni 2014 

Sehr schön! Die liberalen Priester und Bistümer werden aber trotzdem die Charismatik weit knebeln.

Katholische Charismatiker haben in vielen Gemeinden einen schweren Stand und werden hochmisstrauisch beäugt. Warum eigentlich??? Ich wage als Antwort: weil fromme und treue Katholiken eben nicht überall erwünscht sind, nicht mal in der eigenen Kirche. Ich lasse mich aber absolut gern vom Gegenteil überzeugen!


7
 

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