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Innsbruck: Asyl-Mahnmal vor Dom zerstört

20. März 2014 in Österreich, 1 Lesermeinung
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Propst Florian Huber: Es ist denkbar, das Boot als "Be-Denkmal" so zu belassen - Ob ein Vandalenakt oder mehr dahintersteckt, ist derzeit noch unklar


Innsbruck (kath.net/KAP) Unbekannte haben in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch das Fasten-Kunstprojekt vor der Außenfassade des Innsbrucker Doms zerstört. Das zerschlissene Boot (Foto vor der Zerstörung), das als Mahnmal für die vielen tragischen Flüchtlings-Schicksale vor der italienischen Insel Lampedusa während der Fastenzeit gedacht war, lag am Mittwochmorgen völlig zerstört und zerteilt in drei Stücken auf dem Domplatz. Die Polizei wurde verständigt und der Fall aufgenommen, hieß es am Mittwoch vonseiten der Diözese.

Propst Florian Huber sei nicht überrascht. Ob einfacher Vandalismus oder mehr dahintersteckte, sei bisher aber noch unklar. Was man mit dem zerstörten Kunstwerk mache, stehe noch nicht fest. "Für mich ist durchaus vorstellbar, dass wir die Überreste des gestrandeten Bootes weiter als ein 'Be-Denkmal' bis zum Ende der Fastenzeit so belassen. Das ist für den Umgang mit der Flüchtlingsproblematik durchaus sinnvoll", betonte Huber.


Das ursprüngliche Gesamtprojekt

Ein zerschelltes Holzboot, angelehnt an zwei Marmorstufen, ein Stein unter dem Bug - diese Szene erwartete bisher die Besucher des Innsbrucker Doms. Propst Florian Huber und der Arbeitskreis "Kunstraum Kirche" hatten zur Fastenzeit diese künstlerische Intervention organisiert, um Gläubige, Passanten und Touristen für die Schnittstellen von zeitgenössischer Kunst und christlichem Glauben zu interessieren. Die Installation stammt vom Innsbrucker Künstler Anton Christian. Das Boot - vom Künstler in Italien gesucht und gefunden - spricht eine deutliche Sprache: "Zerschellt an den Klippen eines christlichen Europas", so Anton Christian, sei das Boot ein Mahnmal zur Erinnerung an die Flüchtlinge, deren Hoffnungen im tosenden Meer vor Lampedusa untergehen.

Im Inneren des Doms findet sich der zweite Teil der Installation: Im Mittelgang eine rostige Tonne, daneben ein Stein. In die Tonne tropft Wasser im Sekundentakt von der Decke herab, der Aufprall der Tropfen wird akustisch verstärkt und ist im ganzen Dom und am Vorplatz zu hören. Der Stein, ein Anklang an Hartherzigkeit und Starre, erhält jetzt einen Gegenpol: Der stete Tropfen, der in seiner Beständigkeit die Fähigkeit besitzt, den Stein zu höhlen. Für Propst Florian Huber ein Zeichen der Hoffnung, dass Veränderung möglich ist.

Die Intervention zur Fastenzeit wird jedes Jahr von Aschermittwoch bis in die Karwoche hinein von Propst Florian Huber und Gerhard und Elisabeth Larcher vom Arbeitskreis "Kunstraum Kirche" organisiert. Der Arbeitskreis bemüht sich mittlerweile seit 25 Jahre um einen Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und christlichem Glauben.

Copyright 2014 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.


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Lesermeinungen

  21. März 2014 
 

Kirche

Kirche war einmal Haus Gottes, da haben wir noch angebetet,
Kirche war später pastoraler Raum, da haben wir uns dialogisch um uns selbst gekümmert,
Kirche ist jetzt Kunstraum, er soll uns erinnern, dass wir zu einem sozialindiústriellen Komplex gehören, für den wir möglichst viel zahlen sollen

Ich will das alles nicht, ich will in der Kirche anbeten!!!!!


2
 

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