Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Skandalchristmette im SWR verstört und verärgert
  2. "'Potestas sacra' für Laien: worum es letztlich geht"
  3. SWR-Skandalchristmette - Zuständig ist die Diözese Rottenburg-Stuttgart!
  4. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  5. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  6. Santo Subito: Historiker Hesemann plädiert für schnelle Seligsprechung Benedikts XVI.
  7. „Nicht nur Israels Kampf… es ist der Kampf unserer gemeinsamen jüdisch-christlichen Zivilisation“
  8. 2025 wurden 46 römisch-katholische Kirchen und Kapellen in Deutschland profaniert
  9. Direkt nach dem Jahreswechsel brannte die Amsterdamer Vondelkirche lichterloh
  10. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  11. Eine Nonne, die Vampirbücher schreibt
  12. Schweiz: Bischöfe beten für Opfer der Brandkatastrophe in Skiort
  13. Streit um Papstkreuz im Wiener Donaupark
  14. Zeitliche und ewige Zukunft
  15. Papst trauert um Opfer der Brandkatastrophe in der Schweiz

Nicht nur Ratzingers Erbe

21. Februar 2014 in Weltkirche, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Kurienpräfekt Gerhard Ludwig Müller wird Kardinal. Von Christoph Renzikowski (KNA)


Vatikanstadt (kath.net/KNA) Unter den 19 neuen Kardinälen der Weltkirche ist auch ein Deutscher. Das ist zunächst wenig überraschend – denn bislang zählte der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation stets zu den Purpurträgern. Dennoch war zu Jahresbeginn mit Spannung erwartet worden, ob Kurienerzbischof Gerhard Ludwig Müller (Foto) in den exklusiven Kreis der Papstwähler aufgenommen würde. Manche Beobachter verbanden damit nichts weniger als eine Richtungsentscheidung - hatten Medien in Müller doch den angeblich «hartnäckigsten Gegenspieler» des neuen Papstes ausgemacht.

Der Betroffene tat dies als Ausgeburt einer «schlechten Fantasie» ab. Gegen diese Sichtweise sprach zudem, dass Franziskus den 66-jährigen gebürtigen Mainzer als einen der ersten leitenden Kurienmitarbeiter im vergangenen September in dem Amt bestätigte, das ihm 2012 noch von Benedikt XVI. übergeben worden war. Andere vertraute Weggefährten des deutschen Papstes mussten dagegen ihren Hut nehmen, etwa Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone.

In der Wahrnehmung von Müller und seiner Rolle vor allem in Deutschland wiederholt sich einiges von dem, was schon Joseph Ratzinger widerfahren war. Manches verbindet die Biografien der beiden Kirchenmänner. So erwarben sich beide vor ihrer Berufung nach Rom internationale wissenschaftliche Reputation als Theologen. Müller war zuvor zehn Jahre Bischof in Regensburg, Ratzingers letzter Station als akademischer Lehrer. Nach seiner Wahl zum Papst vertraute Benedikt XVI. Müller die Herausgabe seiner gesammelten theologischen Schriften an.


Als eine Konstante erweisen sich auch Auseinandersetzungen mit den deutschen Bischöfen. Bei Ratzinger ging es um die Schwangerenkonfliktberatung, aber auch um den Kommunionempfang für wiederverheiratete Geschiedene, den damals einige südwestdeutsche Bischöfe ermöglichen wollten. Ratzinger gab in beiden Bereichen keinen Millimeter nach. Im Beratungsstreit setzte er schließlich mit Papst Johannes Paul II. (1978-2005) nach jahrelangem Streit den
Ausstieg der katholischen Kirche in Deutschland aus der gesetzlichen Pflichtberatung mit Scheinausstellung durch.

Der Konflikt um das zweite Thema schwelt noch. Müller hat es von Ratzinger «geerbt»; und seit abermals aus dem Südwesten ein erneuter Vorstoß vorliegt, hat er sich wieder verschärft. Bisher ist Erzbischof Robert Zollitsch aus Freiburg einer Aufforderung Müllers nicht nachgekommen, das diözesane Seelsorgepapier zurückzuziehen, das Ausnahmen vom Ausschluss Wiederverheirateter von den Sakramenten beschreibt.

Zollitsch hat sich inzwischen bei einigen deutschen Bischöfen und auch an der Kurie Rückendeckung für sein Vorgehen geholt. Durch aktuelle Umfragen kann er sich zusätzlich bestärkt fühlen. Letztlich werden die Weltbischofssynode im Herbst und der Papst über eine Lösung des Problems befinden.

Müller ist aber nicht nur Ratzingers Nachlassverwalter. In einigen theologischen und kirchenpolitischen Feldern hat er sich eigenständig positioniert. Gegenüber den traditionalistischen Piusbrüdern, die Benedikt XVI. durch Zugeständnisse zurückzugewinnen hoffte, plädierte der Erzbischof auch öffentlich frühzeitig für eine härtere Gangart.

An der deutschen Kirchensteuer will Müller nicht rütteln - und er ist ein erklärter Sympathisant der lateinamerikanischen Theologie der Befreiung, wenn auch eher ihrer gemäßigten Variante. Doch das genügte schon, um ihm in Rom und auch in konservativen südamerikanischen Kirchenkreisen das Etikett eines Linken einzutragen. Am Dienstag erscheint sein neues Buch: «Arm für die Armen» - mit einem Vorwort von Papst Franziskus.

Hartnäckig haftet Müller zudem das Image eines verbissenen, humorlosen Zeitgenossen an. Dabei kann er sehr witzig sein. Als der Sohn eines Fließbandarbeiters bei Opel einmal gefragt wurde, wie er sein Amt als «Kettenhund des Papstes» versehen wolle, antwortete Müller, er wolle «weder Kette noch Hund» sein.

Der zukünftige Kardinal Müller kommt zu Kongress «Freude am Glauben» (25. bis 27. Juli in Fulda). Weitere Informationen: Kongress „Freude am Glauben“

Bayrisches Fernsehen: Kurzportät des designierten Kardinales Erzbischof Gerhard Ludwig Müller


(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Foto Glaubenspräfekt Müller (c) Siciliani/Gennari/SIR


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Müller

  1. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  2. Kard. Müller: „Deutsche Diözesen sind Teil der Weltkirche und nur insofern katholisch, als sie…“
  3. „Jesus ist also nicht aus religiöser Poesie geboren…“
  4. „Im Jubiläumsjahr ermutigt uns die Kirche, vom Geschenk der Barmherzigkeit Gottes zu profitieren“
  5. Kardinal Müller im „Giornale“-Interview: „Der Papst ist kein Star – Nein zum LGBTQ+-Jubiläum“
  6. Erste Papstreisen von Leo XIV. gehen in die Türkei und in den Libanon
  7. Erntedank: „Der Kosmos besteht um des Menschen willen“
  8. Müller: „Nur eine Woche nach der ‚LGBT-Jubiläumswallfahrt‘ hat man den Petersdom erneut missbraucht“
  9. Emeritierter Glaubenspräfekt Kardinal Müller: „Als Dogmatiker möchte ich nicht diplomatisch sein“
  10. The mystery of our faith: Why the birth of Jesus is the foundation of Christianity






Top-15

meist-gelesen

  1. Weihnachtsspende für kath.net - Wir brauchen JETZT Ihre HILFE!
  2. ISLAND-REISE - SOMMER 2026 - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  3. Die Skandalchristmette im SWR verstört und verärgert
  4. "'Potestas sacra' für Laien: worum es letztlich geht"
  5. SWR-Skandalchristmette - Zuständig ist die Diözese Rottenburg-Stuttgart!
  6. Kard. Woelki: „Bin überzeugt, dass ‚Evangelisierung‘ das zentrale Thema von Leos Pontifikats wird“
  7. Wie Johannes vom Kreuz mit nervigen Menschen umging
  8. „In seinem Pontifikat war Benedikt XVI. einer der größten Theologen auf der Cathedra Petri“
  9. Ermittlungen im Fall Orlandi offenbar an einem Wendepunkt
  10. Die Lügen der österreichischen SPÖ-Frauen-Ministerin
  11. Eine Nonne, die Vampirbücher schreibt
  12. „Wenn wir mit Papst Benedikt XVI. diesen tiefen Ernst unserer Taufe realisieren…“
  13. United Airlines einigt sich mit entlassenem Mitarbeiter, der LGBT-Ideologie kritisiert hat
  14. THESE: "Die Theologie der letzten Jahrzehnte hat versagt!"
  15. Ein Frühstück für den Verleugner

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz