Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. 'Und ich dachte, es müßte um Gott und das Heil der Seelen gehen. Ich bin ja so naiv'
  2. Piusbruderschaft kritisiert ‚Doppelmoral‘ nach Verweigerung des Zutritts zur Basilika in Assisi
  3. 'Denn es wird nicht zu dem kommen, was diese Lügner versprechen.'
  4. Jesuitenpater Thomas Reese mit irrer Aussage: ‚Warum ich die alte lateinische Messe hasse‘
  5. Dann sollen sie doch in die Hölle gehen
  6. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  7. ‚Synodalität – ein Wort ohne Begriff? Ein erfundenes Narrativ macht Karriere
  8. Ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland kann nicht mehr ausreichend lesen oder rechnen!
  9. 'Gott, hilf mir. Jesus, hilf mir. Seid ihr Jungs bereit? Let’s Roll'
  10. Kritik von Theologen an der Beurlaubung von P. Edmund Waldstein
  11. Wundersame Heilung, eine Marienerscheinung und Berufung mit 4 Jahren
  12. Nigeria: Bischöfe schlagen nach erneuten Massakern Alarm
  13. US-Präsident Donald Trump gratuliert Katholiken zum Fest Maria Geburt
  14. 'BILD' greift kath.net-Beitrag von Kardinal Müller auf
  15. Scharfe Kritik von Birgit Kelle an Leihmutterschaftsentschuldigung von Jens Spahn

'Wir wollen diesen Bischof nicht'

19. Dezember 2013 in Kommentar, 30 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Das Lügen sei für sie gar nicht so schlimm, schließlich habe „man“ den Bischof da in eine Falle rennen lassen, so erzählen Limburger Bürger. Von Monika Metternich (VATICAN magazin)


Limburg (kath.net/VATICAN magazin) Entzückende, winzige Gässchen. Buntes, wohlsaniertes Mittelalter. Steiles Kopfsteinpflaster. Bezaubernd und beklemmend, bedrückende Enge, die erst ganz oben am Domberg mit dem offenen Blick auf den achthundertjährigen Dom weicht. Den vieldiskutierten „Protzbau“ habe ich in seinem Schatten erst mal glatt übersehen.

Ich spreche Leute an, den „Mann (und die Frau) auf der Straße“. Jeder sagt mir, dass Tebartz-van Elst (Foto) leider einfach nie nach Limburg gepasst habe. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger habe er nie die Nähe zu „de Leut” gesucht, sei nicht ganz normal mit seinen Schäfchen auch mal ein Viertele schlotzen gegangen, habe sich nie im Gasthaus „einfach so“ dazugesetzt, sei nie grüßend auf dem Radel durch die engen Gassen gesaust, habe sich nicht ins Sammeltaxi gequetscht und beim Friseurladen nebenan die Haare schneiden lassen, verbunden mit einem kleinen Schwatz. So war aber Kamphaus, der Überbischof. Was er kirchlich gemacht oder versäumt hat, interessiert „die Leut“ nicht. Sie liebten ihn, weil er ihnen so nah war. Nicht etwa seine Armut war es, die die Limburger an Kamphaus so geschätzt, ja, geliebt haben – am Limburger Domberg ist man überwiegend wohlhabend – sondern seine Menschennähe, die völlige Absenz von arroganten „Herrscherallüren“. Tebartz-van Elst sei typmäßig ganz anders, zurückhaltend und zuweilen ehrenkäsig, was gerade im Gegensatz zu Kamphaus als „hochmütig“ bezeichnet wird. Das ist es, was die Limburger an ihm nicht mögen. „Er kann ja nichts dafür, wie er ist, aber hier passt er nicht hin.“


Das Lügen sei für sie gar nicht so schlimm, schließlich habe „man“ den Bischof da in eine Falle rennen lassen. In die er – genau wie in alle Fallen, von denen man mir bereitwillig berichtet und die noch gar nicht medial erzählt wurden – reingetappt sei. Eigentlich sprechen sie sogar ganz nett von ihm. Sie sind stolz wie Bolle auf das Ensemble am Domberg, das tausende von Touristen in dieses unglaublich verschnarchte Nest lockt. Schließlich ist es kein bisschen protzig, sondern ein architektonisches Meisterwerk, ein Puppenhausensemble, passend zur Altstadt, mit einem Bauhausakzent darin, der ein paar Quadratmeter Licht in die klaustrophobische Niedlichkeit zu bringen vermag. Auf kleinstem Raum. „Aus dem wär en gude Architekt geworn“.

Die Limburger sind nicht dumm – dass die Grundsanierung abrissreifer Häuser teuer ist, wissen die Lehrer, Professoren, Journalisten, Architekten und sonstigen Großbürger, die sich in diesem beschaulich-entzückenden Luxuskleinklein niedergelassen haben, selbst nur zu gut.

„Ja, aber was ist denn dann das Problem?“ fragte ich zunehmend verzweifelt. „Dass wir diesen Bischof nicht haben wollen. Wir wollen einen, der zu uns passt.“ Es ist allen klar, dass sich auf diese Grunddisposition sehr verschiedene Agenden „draufgesattelt“ haben – die einen, weil sie noch ein persönliches Huhn mit dem Bischof zu rupfen haben, die anderen, weil sie eine „andere Kirche” wollen, die Dritten aus synodaler Wichtigkeit. Manches davon befremdet auch den normalen Limburger, sagen sie. Aber alles wird gutgeheißen, was dazu dient, diesen Bischof loszuwerden, der gern woanders anfangen soll, wo er besser hinpasst, weil er an sich „ja en gude Kerl ist“, nur eben bittschön nicht in Limburg, wo man alles gern so hat wie früher.

Der Grundton ist einfach: „Wir wollen diesen Bischof nicht.“ Und zwar völlig egal, was der Papst, was Gerichte oder Kommissionen dazu sagen oder ob der Bischof fortan in einer Felsenhöhle zu wohnen verspricht, im Büßergewand um den Domberg zieht und sich geißelt. Darum geht‘s einfach nicht. Die Limburger wollen einen wie Kamphaus wieder. Wer ihnen wie oder aufgrund welcher Agenda dabei hilft, das durchzusetzen, ist ihnen völlig egal.

Meine Frage, was denn geschehe, wenn der Papst den Bischof vielleicht doch in Limburg belasse, erntet völliges Unverständnis: „Aber das passiert nicht!“ Nur mal angenommen… „Dann treten hier eben alle aus der Kirche aus.“

Bestellen Sie noch heute das lesenswerte VATICAN magazin:
- Ermäßigung für kath.net-Clubmitglieder -

Relax! Limburg an der Lahn - zum Träumen und Entspannen


Limburg an der Lahn - Teaser für Touristen (2013)


Der Artikel als .pdf-Dokument (im Artikel nach unten scrollen)


Foto Bischof Tebartz-van Elst (c) Bistum Limburg


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Bistum Limburg

  1. Möchte Herr Bätzing die Schweizer Gardisten gegen Giorgia Meloni ausrücken lassen?
  2. Wenn Jesus gar kein Thema mehr ist
  3. LGBT-Veranstaltung ‚Christopher-Street-Day’ in Limburg von BDKJ mitorganisiert
  4. Bätzing, Marx + Co: Desaster mit Ansage!
  5. Kein Grund zum Rücktritt?
  6. Kirchenkritischer Kabarettist Reichow beim Kreuzfest des Bistums Limburg
  7. Bistum Limburg unterstützt umstrittene 'Seenotrettung' mit 25.000 Euro
  8. Bistum Limburg ließ Vertuschungsstrategien bei Missbrauch rekonstruieren
  9. Marx-Bätzing-Kurs: Neuer Rekord an Kirchenaustritten in Deutschland!
  10. "Pfingstbotschaft" von Bätzing: Segnet Schwule!







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. 'Und ich dachte, es müßte um Gott und das Heil der Seelen gehen. Ich bin ja so naiv'
  3. Nicht mehr zu retten - Zum Substanzverlust der Kirche
  4. Spanischer Erzbischof erinnert angesichts der Migrationskrise an die Reconquista
  5. Drei katholische Bischöfe werden am Marsch für das Leben teilnehmen
  6. Archäologen ‚absolut‘ sicher: Bethsaida gefunden
  7. Vatikan erinnert neue Missionsbischöfe: „Liturgie ist nicht unser eigenes Werk“
  8. Ein Drittel der 15-Jährigen in Deutschland kann nicht mehr ausreichend lesen oder rechnen!
  9. YouTube-Kanal der Erzdiözese Łódź wurde ohne Wissen oder Zustimmung der Administratoren entfernt
  10. 'BILD' greift kath.net-Beitrag von Kardinal Müller auf
  11. Die Würde des Menschen ist unverfügbar
  12. US-Präsident Donald Trump gratuliert Katholiken zum Fest Maria Geburt
  13. Kritik von Theologen an der Beurlaubung von P. Edmund Waldstein
  14. 'Schweigen angesichts des Bösen ist selbst Böses'
  15. Kardinal Müller: „Muslime respektieren kein schwaches Christentum, das sich des Kreuzes schämt“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz