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Papst fordert Umorientierung bei der Pflege von alten Menschen

23. November 2013 in Aktuelles, 6 Lesermeinungen
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Franziskus: die alten Menschen sind kraft ihrer Taufe in vollem Sinn Verkündiger des Evangeliums. Seelsorge ausgerichtet auf die Begleitung des religiösen Lebens der alten Menschen mit schweren neurodegenerativen Pathologien. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Am heutigen Vormittag empfing Papst Franziskus in der Aula „Paolo VI“ die Teilnehmer an der 28. Internationalen Konferenz des Päpstlichen Rates für die Pastoral im Krankendienst. Der Kongress stand unter dem Thema: „Die Kirche im Dienst des alten und kranken Menschen: die Pflege von Personen, die an neurodegenerativen Pathologien leiden“. Bei der Begegnung mit dem Papst waren auch die Teilnehmer des Gebetstreffens der im Krankendienst Tätigen anwesend, das der Rat anlässlich des „Jahres des Glaubens“ organisiert hatte.

In seiner Ansprache betonte Franziskus, dass die alten Menschen immer Protagonisten in der Kirche gewesen seien. Heute müsse die Kirche mehr denn je der ganzen Gesellschaft ein Beispiel dafür geben, dass sie trotz der unvermeidlichen Probleme, die das Alter mit sich bringe, immer wichtig, ja unverzichtbar seien. Die alten Menschen bezeichnete der Papst als Träger des Gedächtnisses und der Lebensweisheit, die sie den anderen vermittelten. Sie hätten in vollem Sinn an der Sendung der Kirche Anteil.


Die Verlängerung der Lebenserwartung, zu der es im 20. Jahrhundert gekommen sei, bringe eine wachsende Zahl von Menschen mit neurodegenerativen Pathologien mit sich, die oft mit einer Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten verbunden seien. Dies betreffe den Bereich der Forschung und des Krankendienstes wie auch die Familie, die der privilegierte Ort der Aufnahme und Nähe bleibe.

Franziskus betonte die Wichtigkeit von Unterstützung und angemessenen Diensten, die auf die Achtung der Würde, der Identität und der Bedürfnisse des kranken Menschen, aber auch auf die der Pfleger und der Familienangehörigen ausgerichtete seien. Dies sei nur in einem Kontext des Vertrauens und des Bereichs eines gegenseitigen Respekts möglich.

Für den Papst ist es wichtig, sich für eine Pflege und Unterstützung einzusetzen, die neben dem traditionellen ärztlichen Modell Räume der Würde und der Freiheit einschließe, fern von Verschlossenheit und Schweigen, das die zu pflegenden Menschen leider zu oft umgäbe. Dieses Schweigen "verwandelt sich bisweilen in eine Folter". Franziskus unterstrich die Bedeutung des religiösen und spirituellen Aspekts von vitaler Bedeutung. Es müsse eine besondere Seelsorge geben, die darauf ausgerichtet sei, das religiöse Leben der alten Menschen mit schweren neurodegenerativen Pathologien zu begleiten.

Abschließend grüßte der Papst alle alten Menschen. Sie seien nicht nur die Empfänger der Verkündigung des Evangeliums, sondern kraft ihrer Taufe in vollem Maß Verkündiger. So könnten sie alle Tage als Zeugen des Herrn leben, in den Familien, in den Pfarreien und in den anderen Bereichen, um Christus kennenlernen zu lassen, besonders bei den jungen Menschen.


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