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Ein 'Traditionalist' und Papst Franziskus

21. November 2013 in Aktuelles, 9 Lesermeinungen
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Im Telefongespräch mit Papst Franziskus spürte Mario Palmaro, „dass ich den Papst daran erinnern musste, dass ich... detaillierte Kritik an seinem Werk geäußert habe“. Von Petra Lorleberg


Vatikan (kath.net/pl) Papst Franziskus hat es wieder getan: Mit einem Telefonanruf hat er einen Menschen im Innersten erreicht. Das selbst für Papst Franziskus außergewöhnliche Telefongespräch ging diesmal zu einen katholischen Intellektuellen. Der Italiener Mario Palmaro (Foto) ist Dozent für Bioethik und Philosophie am Päpstlichen Athenäum "Regina Apostolorum" in Rom. Er ist langjähriger Kämpfer für Pro-Life-Anliegen, Autor vieler Bücher und der Liturgie in der außerordentlichen Form zugewandt. Doch Palmaro ist auch als starker öffentlicher Kritiker von Papst Franziskus bekannt. Genau deswegen war er vor kurzem aufgrund eines Artikels in der italienischen Zeitung "Il Foglio" mit dem Titel "Dieser Papst gefällt uns nicht" gemeinsam mit seinem Mitstreiter Alessandro Gnocchi nach jahrelanger Mitarbeit aus der italienischen Radiostation „Radio Maria“ geflogen. Salopp gesagt: Palmaro ist ein "Tradi", und zwar einer der deutlicheren Version, einer, der mit Papst Franziskus durchaus nicht zufrieden ist, einer, wie man ihn im neuen Pontifikat leider nicht ganz selten trifft. Und nun geht der erst 45-Jährige wegen einer unheilbaren Krebserkrankung auf den Tod zu.


Doch lassen wir Palmaro selbst erzählen: „Ja, es stimmt. Ich habe den Telefonanruf des Papstes erhalten. Es geschah vor zwei Wochen, am 1. November, dem Allerheiligentag. Doch ich habe das natürlich für mich behalten. Niemand sollte davon wissen, denn es handelte sich um ein Gespräch absolut privater Natur“.

Doch dann sickerten die Nachrichten durch, anfangs noch ohne Palmaros Namen. Bald aber wurde auch bekannt, wen genau der Papst angerufen hatte.

Daraufhin erzählte Palmaro der italienischen Tageszeitung „Libero“ – durchaus nicht gern – die ganze Geschichte: „Es nervt mich, dass die Geschichte öffentlich wurde, und wenn es nach mir gegangen wäre und nach Alessandro, dem ich das sofort erzählt hatte, wäre es nie bekannt geworden. Auch deshalb, weil der Papst offensichtlich kein Interesse daran hatte, seine Geste und genauso wenig den Inhalt unseres Gespräches öffentlich zu machen. Papst Franziskus sagte mir, dass er mir sehr nah sei, dass er von meinem Gesundheitszustand gehört habe, von meiner schweren Erkrankung, und ich habe so deutlich sein tiefes Mitgefühl gespürt, seine Aufmerksamkeit gegenüber der Person als solcher, jenseits von Ideen und Meinungen, während ich eine Zeit der Prüfung und des Leidens durchlebe“.

„Ich war verdutzt, verwundert, überaus gerührt“, so Palmaro weiter. „Für mich, einen Katholiken, war das, was ich erlebte, eine der allerschönsten Erfahrungen meines Lebens. Doch ich spürte, dass ich den Papst daran erinnern musste, dass ich, gemeinsam mit Gnocchi, detaillierte Kritik an seinem Wirken geäußert habe, während ich meine völlige Treue gegenüber diesem Sohn der Kirche erneuerte. Der Papst ließ mich den Satz fast nicht fertigreden und sagte, dass er verstanden habe, dass diese Kritik in Liebe gemacht worden war und wie wichtig es für ihn war, sie zu erhalten.“ Diese Worte „haben mich sehr getröstet“.

Dass der Vatikan das Papst Franziskus zugeschriebene Scalfari-Interview von seiner Website entfernt hat, so erläuterte Palmaro dann weiter, lasse vermuten, dass mit den Inhalten jenes Textes tatsächlich „etwas nicht gestimmt hat“. „Unsere Intention ist, in Verantwortung vor unserem Gewissen den Weg weiter zu gehen, den wir schon immer gegangen waren. Und zwar, ohne dass die Treue zum Papst und zur Kirche abnimmt, sondern genau wegen dieser Treue und Liebe.“

Die Schriftstellerin Barbara Wenz schrieb über diesen Telefonanruf auf ihrem Blog „Elsalaska “:

„Da griff unser Papst wieder einmal zu Hörer, er wählte eine Nummer und er sprach mit ihm und hörte ihm zu. Er gab ihm, seinem Kritiker, Trost, Beistand und Barmherzigkeit. Er hörte ihm zu, er teilte mit ihm den kostbaren Moment, den nur zwei Menschen miteinander teilen können, die vergebend einander zuhören.

Und es gab Versöhnung. Und es gab Wiedervereinigung in der umfassenden beiderseitigen Liebe zur Kirche.

Und dann gab es nur noch die Liebe. Und sie ist stärker als der Tod.“


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