Login




oder neu registrieren?



Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:









Top-15

meist-diskutiert

  1. Erzbischof verbietet traditioneller Gemeinschaft vorläufig die Mundkommunion
  2. Vatikan: Veränderte Taufformeln sind ungültig!
  3. "Wir brauchen eine Debatte über das jüngste Konzil"
  4. Vatikan besorgt über Einbrüche im weltweiten Tourismus
  5. „Die Grundsatzfrage: Welchen Gott wollen wir?“
  6. Kontroverse um die "Tagespost"
  7. Kolumnistin: Abtreibung, um im Urlaub Bikini-Figur zu haben, ist völlig berechtigt
  8. Evangelischer Landesbischof Ralf Meister behauptet: "Der Mensch hat ein Recht auf Selbsttötung"
  9. Corona: Ethikerin appelliert zu mehr Spielraum für Pflegeheime
  10. Pseudokatholik Joe Biden wählt Katholikenhasserin als Vize-Kandidatin
  11. Ich glaube an … Engel?
  12. Päpstliche Akademie für das Leben verteidigt ihr jüngstes „Gott-loses“ Dokument zur Covid-Pandemie
  13. „Penis-Brunnen“ vor katholischer Kirche
  14. Papst fordert Abschaffung der Atomwaffen
  15. Unser Bischof hat sich nur einseitig informiert!

Venezuela: Von Mangel zu sprechen, ist verboten

16. Oktober 2013 in Interview, 2 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Im Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk "Kirche in Not" spricht der Erzbischof von Cumaná, Diego Rafael Padrón Sánchez, über die Umwälzungen in Venezuela. Das Interview führte Maria Lozano


Caracas (kath.net/KIN) Am 7. Oktober 2012 ist der venezolanische Präsident Hugo Chávez ein letztes Mal wiedergewählt worden. Nach seinem Tod im März 2013 wurde er von Nicolás Maduro ersetzt, der die Neuwahlen im April gewann. Im Gespräch mit dem weltweiten katholischen Hilfswerk "Kirche in Not" spricht der Erzbischof von Cumaná, Diego Rafael Padrón Sánchez, über die Umwälzungen in Venezuela.

Kirche in Not: Exzellenz, welche Bilanz ziehen Sie seit dem Tod von Hugo Chavez und der Machtübernahme von Nicolás Maduro? Hat sich etwas verändert?

Erzbischof Padrón Sánchez: Natürlich hat es Veränderungen gegeben, und gleich an erster Stelle, weil Maduro nicht Chávez ist.

Zwar bezeichnet sich Präsident Maduro als "Sohn von Chávez", der dessen Schritten folgt, aber mit seiner Regierung begann eine neue Etappe. Für ihn ist alles neu und er ist neu in allem. Bis jetzt fällt die Bilanz klar negativ aus. Die Pläne von Präsident Maduro sind stets Notfallpläne, unmittelbare Reaktionen auf die jeweilige Situation.

Kirche in Not: Uns erreichen besorgniserregende Nachrichten, dass es in Venezuela inzwischen an Nahrungsmitteln mangelt. Vor kurzem hat Maduro einen Vertrag mit Kolumbien unterschrieben, um Nahrungsmittel im Wert von 600 Millionen Dollar zu importieren. Ist die Situation so drastisch?


Padrón Sánchez: Auf jeden Fall. Sie ist drastisch, denn wir haben uns von einem Exportland zu einem Importland entwickelt, von einem Land, in dem es alles gab zu einem Land, in dem es an den elementarsten Produkten mangelt. Aber ich darf von dieser Knappheit nicht reden, denn es ist verboten.

Kirche in Not: Venezuela war ein reiches Land. Ist das immer noch so?

Padrón Sánchez: Sie haben zu Recht gesagt, dass es ein reiches Land war. Es ist weiterhin reich, wenn man es am Potenzial des Volkes, der Fruchtbarkeit seiner Böden und der Fülle an Bodenschätzen bemisst, aber es ist arm an Produktionsmitteln und -systemen: heute produziert Venezuela fast nichts.

Ich wiederhole: Alles kaufen wir vom Ausland, sogar zu hohen Preisen. Andererseits wird die nationale Währung abgewertet. Aus diesem Grund sind die Leute ärmer, auch wenn mehr Geld im Umlauf ist, und sie merken, dass das Geld nicht ausreicht.

Kirche in Not: Noch besorgniserregender sind die Nachrichten über die Gewalt im Land. Auch die Kirche ist von diesem Problem betroffen: die Einrichtungen der Bischofskonferenz in Caracas sind im Zeitraum von zwei Wochen gleich neun Mal überfallen worden.

Padrón Sánchez: Nicht nur die katholische, sondern auch andere Kirchen sind betroffen. Aber das ist nicht das Schlimmste. Das Schlimmste ist, dass es heute kaum noch eine Familie gibt, die nicht einen Toten durch Gewalt zu betrauern hätte.

Darin sind wir wirklich alle gleich; die Gewalt macht weder vor Regierungsanhängern noch vor Oppositionellen halt, weder vor Kapitalisten noch vor Sozialisten.

Trotzdem bin ich davon überzeugt, dass sich dies ändern kann und wird. Leider sind die Maßnahmen der Regierung unzulänglich, denn es reicht nicht, die Symptome und Auswirkungen zu bekämpfen. Man muss gegen die Ursachen vorgehen.

Kirche in Not: Um nicht nur Trauriges zu berichten, lassen Sie uns den Weltjugendtag in Brasilien erwähnen, an dem so viele venezolanische Jugendliche teilgenommen haben und den Lateinamerikanischen Missionskongress in Maracaibo. Der Kirche in Venezuela fehlt es nicht an Lebendigkeit. Welche Bedeutung wird der Missionskongress in Maracaibo haben?

Padrón Sánchez: Ja, es ist nicht alles dunkel. Trotz Schmerz und Trauer über die aktuelle schwere Lage lassen sich die Jugendlichen nicht entmutigen. Vor allem mit der Kirche verbundene Jugendliche haben den Mut, sich den neuen Herausforderungen zu stellen. Trotz der extrem schwierigen Wirtschaftslage haben 6 000 Jugendliche aus Venezuela am Weltjugendtag teilgenommen, und diese hohe Zahl ist ein Zeichen der Hoffnung. Unsere Jugend steht für Kühnheit und Hoffnung, die Katholiken sind stolz auf sie.

So dürfte es auch beim Amerikanischen Missionskongress sein, der mit Gottes Hilfe ein außergewöhnliches Ereignis im Jahr des Glaubens sein wird. Für uns alle ist das eine Gelegenheit, zu zeigen, das Leben, Solidarität und Mission eine Einheit bilden. Das ist ein wichtiger Beitrag des Missionskongresses für das Land und die Kirche.


Foto Erzbischof Diego Rafael Padrón Sánchez (c) KIRCHE IN NOT

www.kirche-in-not.de
Kirche in Not
Lorenzonistr. 62
81545 München
Telefon: +49 / 89 / 64 24 888 – 0
E-Mail: [email protected]


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

 Bern2 16. Oktober 2013 
 

@Waldhof

Das kann man so nicht sagen. Wenn das einzige Kriterium für die Berichtswürdigkeit eines Ereignisses die Größe des Problems wäre, dann würden wir nur noch Nachrichten aus anderen Ländern hören. Es ist natürlich und auch geboten, dass die Medien vor allem Ereignisse aus dem Umfeld der Leser/Hörer berichten.

Zu dem Artikel: Es wundert mich, dass die wirtschaftliche Lage in Venezuela so schlecht sein soll. In diesem Interview werden leider nicht die Hintergründe dargelegt. Tatsächlich würde ich auch gern einmal die "andere Seite" zu diesem Sachverhalt hören.


0

0
 
 Waldhof 16. Oktober 2013 
 

Nichts zu hören

Seltsam, hierüber ist nichts zu hören bei Tagesschau und Co. Das ist nicht berichtenswert im Gegensatz zu den Mutmaßungen über zu hohe Baukosten in einem Bistum. Das ist eine Art der Information, die zum Himmel stinkt.


5

0
 

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Lateinamerika

  1. Neue Kirchenkonferenz für das Amazonasgebiet gegründet
  2. Lateinamerikas Bischöfe weihen Kontinent der Madonna von Guadalupe
  3. Papst bestürzt über Ausmaß von Gewalt in Amazonien
  4. Amazonien-Synode findet vom 6. bis 27. Oktober statt
  5. Peru: 800.000 beim Marsch für das Leben
  6. Papstbesuch in Peru
  7. Peru: Aus Sicherheitsgründen keine Papstmesse am Strand
  8. Erzbischof: Insolvenz von Puerto Rico war notwendig
  9. Venezuela: 'Wir fühlen uns verlassen'
  10. Papst feiert in Mexiko grenzüberschreitende Messe am Sperrzaun








Top-15

meist-gelesen

  1. Vatikan: Veränderte Taufformeln sind ungültig!
  2. Sommerspende für kath.net - Eine Bitte an Ihre Großzügigkeit
  3. Kontroverse um die "Tagespost"
  4. Benedikt XVI. und Franziskus haben offenbar dasselbe Grab gewählt
  5. "Wir brauchen eine Debatte über das jüngste Konzil"
  6. Pseudokatholik Joe Biden wählt Katholikenhasserin als Vize-Kandidatin
  7. Erzbischof verbietet traditioneller Gemeinschaft vorläufig die Mundkommunion
  8. Unser Bischof hat sich nur einseitig informiert!
  9. „Penis-Brunnen“ vor katholischer Kirche
  10. Kolumnistin: Abtreibung, um im Urlaub Bikini-Figur zu haben, ist völlig berechtigt
  11. Französische Nationalversammlung stimmt für neues Bioethikgesetz – „So sterben Zivilisationen“
  12. „Die Grundsatzfrage: Welchen Gott wollen wir?“
  13. LEHRMÄSSIGE NOTE zur Abänderung der sakramentalen Formel der Taufe
  14. Päpstliche Akademie für das Leben verteidigt ihr jüngstes „Gott-loses“ Dokument zur Covid-Pandemie
  15. Hartl: „Schau in den Spiegel. Du siehst den Menschen, der für Dein Leben verantwortlich ist“

© 2020 kath.net | Impressum | Datenschutz