17 September 2013, 16:40
Die Sprache des Katechismus – der rechtgläubige ‚Dialekt’ der Kirche
 
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Franziskus-Perle des Tages: Die Witwenschaft der Kirche, die in der Geschichte unterwegs ist zum Herrn. Es gibt keinen Weg im Leben, es gibt keine Vergebung, es gibt keine Aussöhnung außerhalb der Mutter Kirche. Von Armin Schwibach

Rom (kath.net/as) Die Witwenschaft der Kirche, die auf der Suche nach dem Herrn in der Geschichte geht: ausgehend vom Tagesevangelium über die Witwe von Naïn (Lk 7,11-17) betrachtete Papst Franziskus in seiner Predigt bei der heiligen Messe in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ die Kirche, die wie eine mutige Frau ihre Kinder verteidigt, um sie zur Begegnung mit Jesus zu führen.

Jesus habe die Fähigkeit, mit uns zu leiden, unseren Leiden nahezustehen und sie zu den seinen zu machen. So habe Jesus großes Mitleid mit dieser Witwe, die nun auch ihren einzigen Sohn verloren habe. Jesus „wusste, was es bedeutet, zu jener Zeit eine verwitwete Frau zu sein“. Er habe eine besondere Liebe zu den Witwen gehegt und sich um diese gekümmert. Beim Lesen dieses Abschnittes aus dem Evangelium „denke ich, dass diese Witwe auch ein Bild der Kirche ist, da auch die Kirche in einem gewissen Sinn eine Witwe ist“:

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„Ihr Bräutigam ist weggegangen und sie geht durch die Geschichte in der Hoffnung, ihn zu finden, ihm zu begegnen. Und sie wird die endgültige Braut sein. Doch in der Zwischenzeit ist sie – die Kirche – allein! Der sichtbare Herr ist nicht da. Ihr eignet eine gewisse Dimension der Witwenschaft... Und das lässt mich an die Witwenschaft der Kirche denken. Diese mutige Kirche, die ihre Kinder verteidigt, wie jene Witwe, die zum korrupten Richter ging, um sie zu verteidigen, und am Ende gewonnen hat. Unsere Mutter Kirche ist mutig! Sie hat jenen Mut einer Frau, die weiß, dass ihre Kinder ihr gehören und sie diese verteidigen und zur Begegnung mit ihrem Bräutigam führen muss“.

Franziskus rief einige biblische Witwengestalten in Erinnerung und dabei besonders die mutige makkabäische Witwe mit ihren sieben Söhnen, die das Martyrium erleiden, um Gott nicht zu verleugnen (vgl. 2 Makk 7,1-42). Die Bibel sage, dass diese Frau zu ihren Söhnen „in ihrer Muttersprache, im Dialekt“ gesprochen habe. So spreche auch unsere Mutter Kirche zu uns „im Dialekt“, „in jener Sprache der Rechtgläubigkeit, die wir alle verstehen, in jener Sprache des Katechismus, der uns die Kraft gibt, im Kampf gegen das Böse voranzugehen“:

„Diese Dimension der Witwenschaft der Kirche, die durch die Geschichte geht in der Hoffnung, ihrem Bräutigam zu begegnen, ihn zu finden... So ist unsere Mutter Kirche! Sie ist eine Kirche, die, wenn sie treu ist, zu weinen vermag. Wenn die Kirche nicht weint, dann ist etwas nicht in Ordnung. Sie weint wegen ihrer Kinder und betet! Eine Kirche, die vorwärts geht und ihre Kinder aufzieht, gibt ihnen Kraft und begleitet sie bis zum letzten Abschied, um sie in den Händen ihres Bräutigams zu lassen, dem am Ende auch sie begegnen wird. Das ist unsere Mutter Kirche! Ich sehe sie in dieser Witwe, die weint. Und was sagt der Herr zur Kirche? ‚Weine nicht! Ich bin bei dir, ich begleite dich, ich erwarte dich da, beim Hochzeitsfest, beim letzten Hochzeitsfest, jenem Hochzeitsfest des Lammes. Halt ein, dieser dein Sohn, der tot war, lebt jetzt!’“

Darin bestehe der Dialog des Herrn mit der Kirche. Die Kirche verteidige ihre Kinder, „doch wenn sie sieht, dass sie tot sind, weint sie und der Herr sagt zu ihr: ‚Ich bin bei dir und dein Kind ist bei mir’“. So, wie Jesus dem jungen Mann von Naïn geboten habe, von seiner Bahre aufzustehen, befehle er viele Male auch uns, aufzustehen, „wenn wir durch die Sünde tot sind und hingehen, um um Vergebung zu bitten“.

In der Vergebung „gibt uns Jesus wieder unserer Mutter zurück“, so der Papst abschließend: „Unsere Aussöhnung mit dem Herrn endet nicht mit dem Dialog: ‚Ich, du und der Priester, der mir die Vergebung schenkt’“. Sie endet dann, wenn er uns unserer Mutter zurückgibt. Damit endet die Aussöhnung, denn es gibt keinen Weg im Leben, es gibt keine Vergebung, es gibt keine Aussöhnung außerhalb der Mutter Kirche. Und wenn ich diese Witwe sehe, so kommen mir diese Dinge in den Sinn, ein wenig ungeordnet... Aber ich sehe in dieser Witwe das Bild der Witwenschaft der Kirche, die unterwegs ist, um ihren Bräutigam zu suchen. Ich möchte den Herrn um die Gnade zu bitten, immer auf diese ‚Mama’ zu vertrauen, die uns verteidigt, die uns lehrt, die uns aufwachsen und uns den ‚Dialekt’ sprechen lässt“.

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