Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. "Ein Schisma und mein Ausstieg aus der Priesterbruderschaft St. Pius X."
  2. Medjugorje: Brandanschlag und Schändungen kurz vor Jugendfestival
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. Festnahme nach Schändungen in Medjugorje - Bischof ruft zu Gebet auf
  5. Die US-Bischöfe fördern die natürliche Familienplanung
  6. Pax tecum – Wenn der Papst über Frieden spricht
  7. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  8. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  9. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“
  10. Vatikan stuft schottische Mönche nach unerlaubter Bischofsweihe als exkommuniziert ein
  11. 'Weihnachten im Juli': Der Gedenktag der Heiligen Drei Könige
  12. Kardinal Müller: Das Konsistorium ließ eine tiefgehende Debatte über kirchliche Fragen vermissen
  13. Vatikan dementiert Berichte über Ende des Rupnik-Verfahrens
  14. Die katholischsten Länder der Welt sind...
  15. Papst ruft zu christlichem Lebensstil im Urlaub auf

Reiche Kirche – alte Kirche – Kirche ohne Leben

11. Juni 2013 in Aktuelles, 26 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Franziskus-Perle des Tages: Armut und Lobpreis des Herrn sind die Zeichen des wahren Jüngers Jesu und seines Zeugnisses. Die Kirche darf keine NGO werden, sonst fehlt ihr das Leben. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Eine Kirche, die reich ist, ist eine Kirche, die altert. Das Evangelium muss immer in Einfachheit und unentgeltlich verkündet werden. In der Kirche bewahrt das Zeugnis von der Armut davor, reine Organisatoren von Werken zu werden. Wenn man die Kirche „reich“ machen will, altert sie und hat kein Leben mehr. Dies betonte Papst Franziskus in seiner Predigt bei der heiligen Messe am Festtag des heiligen Barnabas.

Am Gottesdienst in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“ nahm eine Gruppe von Priestern und Mitarbeitern der Kongregation für die Glaubenslehre teil. Es konzelebrierte unter anderen der Präfekt des Dikasteriums, Erzbischof Gerhard Ludwig Müller.

„Steckt nicht Gold, Silber und Kupfermünzen in euren Gürtel“: der Papst ging von dieser Mahnung Jesu im heutigen Evangelium (Mt 10,7-13) an die Apostel aus, die er aufforderte, das Reich Gottes zu verkünden. Der Herr wolle, dass diese Verkündigung in Einfachheit geschehe, in jener Einfachheit, „die der Kraft des Wortes Gottes ihren Platz lässt“. Wenn die Apostel kein Vertrauen in das Wort Gottes gehabt hätten, „so hätten sie vielleicht etwas anderes getan“.

Franziskus verwies auf das Schlüsselwort im Auftrag Jesu an seine Jünger: „Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben“. Alles sei Gnade, „und wenn wir auf eine Weise handeln wollen, bei der die Gnade etwas beiseite gelassen wird, dann hat das Evangelium keine Kraft“.


„Die Verkündigung des Evangeliums entsteht aus der Unentgeltlichkeit“, so der Papst, „aus dem Staunen über das Heil, das kommt, und was ich umsonst empfangen habe, muss ich umsonst geben. Und am Anfang waren sie so, diese da. Der heilige Petrus hatte kein Konto auf der Bank, und als er die Steuern entrichten sollte, hat ihn der Herr ans Meer geschickt, um einen Fisch zu fischen und ein Geldstück in diesem Fisch zu finden, um damit zu bezahlen. Als Philippus auf den Wirtschaftsminister der Königin Kandake getroffen ist (vgl. Apg 8,27ff), hat er nicht gedacht: ‚Ah, gut, schaffen wir eine Organisation zur Unterstützung des Evangeliums’... Nein! Er hat keinen ‚Handel’ mit ihm abgeschlossen: er hat verkündigt, getauft, und ist dann weitergezogen“.

Das Reich Gottes „ist ein unentgeltliches Geschenk“. Der Papst betonte, dass diese Haltung seit den Anfängen der christlichen Gemeinde der Versuchung ausgesetzt gewesen sei: „Es ist da die Versuchung gegeben, die Kraft anderswo zu suchen, nicht in der Unentgeltlichkeit, während dagegen unsere Kraft die Unentgeltlichkeit des Evangeliums ist“. In der Kirche habe es immer diese Versuchung gegeben, was ein wenig Verwirrung schaffe, da die Verkündigung so ein Proselytismus zu sein scheine, „und diese Straße darf man nicht beschreiten“. Der Herr habe uns aufgefordert, zu verkündigen und keinen Proselytismus zu betreiben.

Franziskus zitierte ein Wort Benedikts XVI. und unterstrich, dass die Kirche nicht durch Proselytismus wachse, sondern durch Anziehung. Diese Anziehung komme aus dem Zeugnis jener, die aus der Unentgeltlichkeit heraus die Unentgeltlichkeit des Heils verkünden.

„Alle ist Gnade“, so der Papst: „Alles. Und was sind die Zeichen dafür, dass ein Apostel die Unentgeltlichkeit lebt? Es gibt da viele, aber ich unterstreiche nur zwei. Erstens: die Armut. Die Verkündigung des Evangeliums muss die Straße der Armut beschreiten. Das Zeugnis dieser Armut: ich habe keine Reichtümer, mein Reichtum besteht allein in dem Geschenk, das ich empfangen habe, in Gott. Diese Unentgeltlichkeit: das ist unser Reichtum! Und diese Armut bewahrt uns davor, zu Organisatoren, zu Unternehmern zu werden... Die Werke der Kirche müssen vorangebracht werden, und einige sind komplexer; doch mit einem Sinn der Armut, nicht mit einem Sinn für Investitionen oder dem eines Unternehmers, nicht?“

Erneut betonte Franziskus: „Die Kirche ist keine NGO: sie ist etwas anderes, wichtigeres, und sie entsteht aus dieser Unentgeltlichkeit, die empfangen und verkündigt wird“. Die Armut „ist ein Zeichen dieser Unentgeltlichkeit“.

Das zweite Zeichen bestehe in der Fähigkeit zu loben: „Wenn ein Apostel nicht diese Unentgeltlichkeit lebt, verliert er die Fähigkeit, den Herrn zu loben“. Der Lobpreis des Herrn „ist im Wesentlichen unentgeltlich, er ist ein unentgeltliches Gebet: wir ‚bitten’ nicht, wir ‚preisen’ nur“.

„Das sind die beiden Zeichen für die Tatsache, dass ein Apostel diese Unentgeltlichkeit lebt“, so der Papst abschließend: „die Armut und die Fähigkeit, den Herrn zu lobpreisen. Und wenn wir Apostel finden, die eine reiche Kirche und eine Kirche ohne die Unentgeltlichkeit des Lobpreises machen wollen, altert die Kirche, dann wird die Kirche zu einer NGO, dann hat die Kirche kein Leben. Bitten wir heute den Herrn um die Gnade, diese Unentgeltlichkeit zu erkennen: ‚Umsonst habt ihr empfangen, umsonst sollt ihr geben’. Diese Unentgeltlichkeit zu erkennen, jenes Geschenk Gottes. Und dass auch wir bei der Verkündigung des Evangeliums mit dieser Unentgeltlichkeit vorangehen“.

Dem Autor auf Twitter folgen!


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Franziskus in Santa Marta

  1. Der Papst und die Engel
  2. Die Gnade des Gebetes, der Nähe, der Gerechtigkeit-Barmherzigkeit
  3. Der Heilige Geist lehrt uns die Sanftmut der Kinder Gottes
  4. Der Hass des Geistes der Weltlichkeit
  5. Der Geist der rigiden Starrheit bringt immer Verstörung
  6. Interreligiöses Gebet für die Befreiung von allen Pandemien
  7. Wie gibt die Welt den Frieden und wie gibt der Herr ihn?
  8. Die Mystik des Bleibens in Jesus
  9. Der Beistand –- der Geist, der im Glauben wachsen lässt
  10. Europa wachse vereint in der Brüderlichkeit






Top-15

meist-gelesen

  1. Medjugorje: Brandanschlag und Schändungen kurz vor Jugendfestival
  2. Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns jetzt JETZT!
  3. Kissler-Kritik an Papst Leo XIV.: „Fatale Botschaft“ bei Lampedusa-Besuch
  4. "Ein Schisma und mein Ausstieg aus der Priesterbruderschaft St. Pius X."
  5. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  6. Festnahme nach Schändungen in Medjugorje - Bischof ruft zu Gebet auf
  7. Gänswein wird 70: Kirchenkarriere wohl noch nicht am Ende
  8. Krebs und Paradies – Das Leben des 17-jährigen David Buggi
  9. Leo beruft den lehramtstreuen US-Erzbischof Cordileone in die Apostolische Signatur
  10. Ahmad Mansour: „Nennen wir es beim Namen: Es ist der Islamismus“
  11. Auf der Intensivstation zum ständigen Diakon geweiht: Pino Cannavò
  12. Erzdiözese Wien bestätigt Pensionierung von Dompfarrer Faber
  13. Kardinal Müller: Das Konsistorium ließ eine tiefgehende Debatte über kirchliche Fragen vermissen
  14. Neues Video bringt Sea-Watch unter schweren Verdacht: Zusammenarbeit mit bewaffneten Schleusern?
  15. Irrtümer über den Jakobsweg

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz