Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  2. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  3. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  4. „Jesus ja, Kirche nein? – Das ist wie: ‚Ich bin für Fußball, aber gegen Fußballvereine‘“
  5. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  6. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  7. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  8. Die Stunde der Heuchler
  9. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  10. USA: Breite Mehrheit für Massenabschiebungen – Neue Umfragen stützen Trump-Kurs
  11. "Wir sind Zuschauer bei etwas, was einem Völkermord sehr nahekommt"
  12. Ein einziges Depositum der Wahrheit. Die Einheit von Schrift und Tradition
  13. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  14. Einzugstermin für Papst Leo XIV. im Vatikan weiter offen
  15. Kein Franziskus-Effekt in Lateinamerika, nicht einmal in Argentinien

50 Jahre nach seinem Tod unvergessen

2. Juni 2013 in Chronik, 10 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Johannes XXIII. - in Rom und in der Heimat verehrt und gefeiert. Von Ludwig Ring-Eifel (KNA)


Bonn/Vatikanstadt (kath.net/KNA) Die Ehre, Bestandteil eines Ortsnamens zu werden, ist nur wenigen Päpsten zuteilgeworden. Der Heimatort von Johannes XXIII., Sotto il Monte, heißt heute offiziell «Sotto il Monte Giovanni XXIII.» Auf Deutsch mag der Name «Unterhalb des Berges Johannes XXIII.» etwas sperrig wirken; noch sperriger als die «Lutherstadt Wittenberg». Doch die Einwohner des 4.500-Seelen-Städtchens stört das nicht. Für sie ist der vor 50 Jahren, am 3. Juni 1963, verstorbene Angelo Giuseppe Roncalli noch immer schlichtweg «Il papa» - der Papst.

1958 hatte das erste Konklave nach dem Zweiten Weltkrieg den damaligen Patriarchen von Venedig im Alter von 77 Jahren zum Papst gewählt. Der von den Medien als «Mann des Übergangs» Titulierte hinterließ trotz seiner kurzen Amtszeit von nur knapp fünf Jahren bis heute sichtbare Spuren in der Kirchengeschichte.

Er berief das Zweite Vatikanische Konzil (1962-1965) ein, das die katholische Kirche nach einem jahrzehntelangen scharfen Abgrenzungskurs von der Moderne fast über Nacht ins 20. Jahrhundert katapultierte. Er eröffnete eine Ära des Dialogs mit den anderen Konfessionen und den Nichtglaubenden und machte das Papsttum zu einer moralischen Autorität, die von beiden Lagern des Kalten Krieges respektiert und umworben wurde.

Und er prägte ein neues, menschlicheres Papstbild, das weit über die Grenzen der Kirche hinaus wirkte: Nach dem asketisch strengen Römer Pius XII. (1939-1958) war der norditalienische Bauernsohn mit dem stattlichen Leibesumfang und dem gütigen Lächeln ein Papst ganz anderer Art: Er strahlte Güte, Wärme und Menschenfreundlichkeit aus, was ihm schon bald den Beinamen «papa buono» eintrug.


In seinem Heimatort wird seine Erinnerung gepflegt, mit Gedenksteinen, Statuen und Straßennamen. Eine der schönsten Alleen trägt den lateinischen Namen «Via Pacem in Terris», benannt nach seiner Friedensenzyklika von 1963, die mit ihrem leidenschaftlichen Appell gegen die atomare Hochrüstung schon früh als sein politisches Vermächtnis gefeiert wurde. Und natürlich gibt es, ähnlich wie im polnischen Wadowice oder im bayerischen Marktl, ein Geburtshaus, das an die bescheidenen Anfänge erinnert.

Genau genommen gibt es in Sotto il Monte sogar zwei «Papsthäuser»: das eigentliche Geburtshaus, in dem Angelo Giuseppe als viertes von 13 Geschwistern das Licht der Welt erblickte. Ein bescheidener Weinkeller mit alten Fässern und landwirtschaftlichen Geräten veranschaulicht, dass die Familie zwar arm, aber nicht notleidend war. In einem frommen Souvenirladen gibt es Postkarten, Kerze und den Papst in der Schneekugel.

Die zweite, ungleich größere «casa del papa» im Ort erinnert an das spätere Wirken des größten Sohnes der Stadt. Das Haus hatte der Diplomat Roncalli seit 1925 für seine Sommeraufenthalte in der Heimat gemietet. Heute wohnt dort unter anderen sein einstiger Sekretär, der 97-jährige Erzbischof Loris Capovilla, inmitten von Möbeln, Büchern und Gewändern, die Roncalli gehörten.

Capovilla ist der Bewahrer des geistigen Erbes von Johannes XXIII. Bis heute ist er gefragter Zeitzeuge, etwa wenn es um die Darstellung des Konzils oder um historisch umstrittene Episoden des Roncalli-Pontifikates geht. Als etwa Benedikt XVI. im März 2012 den Altkommunisten Fidel Castro in Havanna besuchte, war es Capovilla, der weltweit mit der Äußerung zitiert wurde, dass Johannes XXIII. den damaligen Revolutionsführer keineswegs - wie immer wieder behauptet worden war - exkommuniziert habe.

Und als treuer Sohn seiner Kirche hält Capovilla nichts davon, die Amtsführung «seines» Papstes gegen die der Vorgänger oder Nachfolger auszuspielen: «Es ist wie mit den Gliedern der Kette, an der mein Bischofskreuz hängt», erklärt er: «Wenn man eines von diesen Gliedern herausnimmt, reißt auch der Rest, und das Kreuz fällt zu Boden.»

So verwahrt sich Capovilla auch dagegen, Johannes XXIII. rückblickend als einen radikalen Erneuerer oder Reformer der Kirche zu sehen: «Er wollte die Furche vertiefen, in die das Wort Gottes gesät wird. Eine neue Furche aufreißen, das wollte er nicht.» Lebhaft sind auch Capovillas Erinnerungen an den Tod des «papa buono» vor nunmehr 50 Jahren. Nach schwerer Krankheit starb der vorher so robuste Papst an Magenkrebs - elf Tage, nachdem er sich an Christi Himmelfahrt letztmals den Gläubigen auf dem Petersplatz gezeigt hatte.

Das von ihm angestoßene Konzil hatte damals noch kein einziges Dokument beschlossen. Sein Nachfolger Paul VI. brachte es zweieinhalb Jahre später zu Ende. Ob die davon ausgehenden Neuerungen im Sinne des Konzils-Visionärs Johannes XXIII. waren, ist unter Kirchenhistorikern bis heute umstritten. Den Tausenden Gläubigen, die Jahr für Jahr zu seinem hinter Kristallglas einbalsamierten Leichnam im Petersdom pilgern, sind solche Debatten eher weniger wichtig. Für sie zählt die legendäre Menschlichkeit des «papa buono» - und manche vergleichen seinen Stil mit der unkomplizierten Freundlichkeit des neuen Papstes Franziskus.

Kathpedia: Johannes XXIII.

50. Todestag von Papst Johannes XXIII. - engl. Kurzbiographie (Rome Reports)


Foto


(C) 2013 KNA Katholische Nachrichten-Agentur GmbH. Alle Rechte vorbehalten.
Foto: (c) kathpedia


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Papst

  1. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  2. Leo XIV. in den Vatikanischen Grotten: Er betet auch an den Gräbern von Pius XII. und Benedikt XVI.
  3. Bemerkenswerte Rede von Papst Leo über Kardinal Merry del Val, Mitarbeiter von Leo XIII. und Pius X.
  4. Leo XIV. Brückenbauer für die Kirche - Die Biographie - Leseprobe 4
  5. Leo XIV. Brückenbauer für die Kirche - Die Biographie - Leseprobe 3
  6. Leo XIV. Brückenbauer für die Kirche - Die Biographie - Leseprobe 2
  7. Leo XIV., Brückenbauer für die Kirche - Die Biographie
  8. Kardinal Müller: Der nächste Papst muss der Homo-Lobby die Stirn bieten
  9. Erzbischof Aguer: Nächster Papst muss die katholische Lehre gegen ‚progressive Mythen’ verteidigen
  10. Theologe Kwasniewski: Papst kann Bischof nicht willkürlich abberufen






Top-15

meist-gelesen

  1. ISLAND-REISE - KOMMEN SIE MIT! - Eine Reise, die Sie nie vergessen werden!
  2. Oktober 2026 - Kommen Sie mit nach SIZILIEN mit Kaplan Johannes Maria Schwarz!
  3. Erzbistum Paris beruft angesichts der boomenden Konversionen eine Kirchenversammlung ein!
  4. Kardinal Woelki zur Polarisierung in der Bischofskonferenz: „Diese Situation ist belastend“
  5. Große kath.net-Leserreise nach Rom - Ostern 2027 - Mit P. Johannes Maria Schwarz
  6. Theologe Johannes Hartl: „Woher kommt dieses Konglomerat an Denken, das sich ‚liberal‘ nennt?“
  7. Ein neuer Beginn in der DBK ist möglich
  8. Kardinal Müller: „Von der ‚Kirche des Franziskus‘ zu sprechen“, „das ist für mich eine Häresie“
  9. Öffentlich-rechtlicher Sender SWR konfrontiert Ordensfrau mit obszöner Frage
  10. Die Stunde der Heuchler
  11. Goldensteiner Schwestern: Schwere Vorwürfe um Spendengelder
  12. Glaubenspräfekt warnt vor "Internet-Theologen" und Selbstsicherheit
  13. Bischof von Cordoba: Priester durften bei Zugsunglück Sterbesakramente nicht spenden
  14. Berichte über neue Wunder des Hl. Charbel in den USA und im Libanon
  15. Einzugstermin für Papst Leo XIV. im Vatikan weiter offen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz