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Wider die Versuchung des Puritanismus

2. Mai 2013 in Aktuelles, 2 Lesermeinungen
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Franziskus-Perle des Tages: Die Kirche ist eine Gemeinschaft des ‚Ja’, die der Liebe Christi entspringt. Die Befolgung der Gebote Gottes ergibt sich aus der liebenden Treue zu Christus und darf kein ‚Joch’ sein. Von Armin Schwibach


Rom (kath.net/as) Die Kirche ist eine Gemeinschaft des „Ja“, da sie der Liebe Christi entspringt. Dies betonte Papst Franziskus in seiner Predigt bei der heiligen Messe am Donnerstag der fünften Osterwoche. An der Eucharistiefeier in der Kappelle des vatikanischen Gästehauses „Domus Sanctae Marthae“, bei der der Erzbischof von Colombo (Sri Lanka), Albert Malcolm Kardinal Ranjith Patabendige, konzelebrierte, nahm eine Gruppe von Angestellten der Vatikanischen Museen teil. Franziskus betonte: wenn die Christen nicht den Heiligen Geist arbeiten ließen, „beginnen die Spaltungen in der Kirche“.

Der Papst setzte sich besonders mit der Lesung aus der Apostelgeschichte auseinander, die vom sogenannten Apostelkonzil in Jerusalem berichtet (Apg 15,7-21). Bei diesem stand nach widersprüchlichen und heftig geführten Auseinandersetzungen zur Frage, ob Heidenchristen nach dem Gesetz des Mose beschnitten werden müssten.

Ausgehend von diesen ersten Schritten der Kirche, die nach Pfingsten „in die Peripherien des Glaubens“ hinausgegangen sei, um das Evangelium zu verkündigen, stellte Franziskus zunächst das zweifache Wirken des Heiligen Geistes fest: zuerst dränge er und schaffe auch einige Probleme, um dann die Harmonie in der Kirche herzustellen. So habe es in Jerusalem unter den ersten Jüngern viele Meinungen hinsichtlich der Aufnahme der Heiden in die Kirche gegeben. Einige hätten „Nein“ zu einer Übereinkunft gesagt, andere dagegen seien offen gewesen


„Es gab da eine Kirche des ‚Nein’“, so Franziskus: „‚nein, nein, man muss, man muss’“. Ihr gegenüber stehe die Kirche des „Ja“, die bereit sei, darüber nachzudenken, sich zu öffnen, in der Überzeugung, dass es der Heilige Geist sei, der die Tür öffne: „Der Heilige Geist musste so seine zweite Arbeit tun: die Harmonie unter diesen Position herstellen, die Harmonie der Kirche, unter ihnen in Jerusalem und zwischen ihnen und den Heiden. Das ist eine schöne Arbeit, die der Heilige Geist immer in der Geschichte tut. Und wenn wir ihn nicht arbeiten lassen, beginnen die Spaltungen in der Kirche, die Sekten, all dies... weil wir der Wahrheit des Geistes gegenüber verschlossen sind“.

Franziskus fragte sich, welches das Schlüsselwort dieser Auseinandersetzungen an den Ursprüngen der Kirche sei, und rief die inspirierten Worte des Apostels Petrus in Erinnerung, der vor Jakobus, dem „Bischof von Jerusalem, sprach. Jakobus sagte: „Darum halte ich es für richtig, den Heiden, die sich zu Gott bekehren, keine Lasten aufzubürden“ (Apg 15,19).

Petrus hebe hervor, dass man auf den Nacken der Jünger kein „Joch“ legen dürfe, „das weder unsere Väter noch wir tragen konnten“ (vgl. Apg 15,10): „Wenn der Dienst für den Herrn ein derart schweres Joch wird, bleiben die Türen der christlichen Gemeinden verschlossen: keiner will zum Herrn kommen. Wir dagegen glauben, dass wir durch die Gnade Jesu, des Herrn, gerettet werden“. Zuerst komme diese Freude über die Geistesgabe, die Gnade zu verkündigen, „und dann schauen wir zu, was wir machen. Dieses Wort, ‚Joch’ geht mir zu Herzen“.

Der Papst dachte dann darüber nach, was es heute in der Kirche bedeute, ein Joch zu tragen. Jesus fordere alle auf, in seiner Liebe zu bleiben. So entstehe gerade aus dieser Liebe die Beachtung seiner Gebote: „Das ist die christliche Gemeinschaft des ‚Ja’, die in der Liebe Christi bleibt und einige ‚Nein’ sagt, weil da dieses ‚Ja’ ist“. Für Franziskus ist es diese Liebe, die uns zur Treue zum Herrn führt, denn: „da ich den Herrn liebe, tue ich dieses und jenes nicht“.

Die Kirche „ist eine Gemeinschaft des ‚Ja’, und das ‚Nein’ ist eine Folge dieses ‚Ja’. Bitten wir den Herrn, dass uns der Heilige Geist immer beistehe, damit wir eine Gemeinschaft der Liebe werden, der Liebe zu Jesus, der uns so sehr geliebt hat. Eine Gemeinschaft des ‚Ja’, die aus diesem ‚Ja’ heraus die Gebote erfüllt. Eine Gemeinschaft der offenen Türen. Und dass er uns vor der Versuchung verteidige, ‚Puritaner’ zu werden im etymologischen Sinn des Wortes, eine ‚para-evangelische’ Reinheit zu suchen, eine Gemeinschaft des ‚Nein’ zu sein. Denn Jesus verlangt von uns zuerst Liebe, die Liebe zu ihm, er verlangt, in seiner Liebe zu bleiben“.

„Wenn eine christliche Gemeinde in der Liebe lebt“, so Franziskus abschließend, „wenn sie ihre Sünden bekennt, den Herrn anbetet, die Beleidigungen vergibt, wenn sie Liebe zu den anderen hat und diese Liebe zeigt, so verspürt sie die Pflicht, aus Treue zum Herrn den Geboten entsprechend zu handeln“.


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Lesermeinungen

 Anfaenger 3. Mai 2013 

Man könnte vielleicht sagen:

Christ sein heisst,
ganz normal leben
mit Gott.


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 Sterblicher 2. Mai 2013 
 

Mein Erlebnis vor vielen Jahren mit einem alt gewordenen Jugendpfarrer:

Bei einem Jugendgottesdienst mit vielen Teilnehmern aus der ganzen Region hielt er eine flammende Predigt, die wohl eher unfreiwillig das eigentliche Motiv seiner Beharrlichkeit für die strenge Lehre zu Tage förderte. Sinngemäß: "Wenn alles, was bisher gültig war, plötzlich nicht mehr gültig sei, dann hätten er und viele andere mit ihm die große Bürde eines enthaltsamen Lebens vergeblich auf sich genommen." Hier wird zweierlei sichtbar. "Die große Bürde eines enthaltsamen Lebens" wird tatsächlich von vielen Strenggläubigen als Joch empfunden. Und: Der Glaube, dass dieses Joch notwendige Voraussetzung für das ewige Seelenheil ist, scheint brüchig zu sein. Viele Puristen strahlen keine glückliche Zufriedenheit aus. Sie hadern vielmehr ob des (vermeintlichen) irdischen Glücks der Hedonisten, dass ihnen versagt blieb und fordern dafür exklusiv das ewige Seelenheil. Diesen Weg in die puristische Selbstisolierung scheint unser heiliger Vater abschneiden zu wollen.


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