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Was Joseph Ratzinger in seiner Zeit im Vatikan bewirkte

19. April 2013 in Chronik, 3 Lesermeinungen
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Evangelischer Konfessionskundler: Am Ende der Epoche der beiden Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. stehe die katholische Kirche dogmatisch und kirchenrechtlich auf sicherem Grund, habe aber durch Skandale an Glaubwürdigkeit verloren


Schifferstadt (kath.net/idea) Was hat Joseph Ratzinger in seiner Zeit im Vatikan zwischen 1981 und 2013 bewirkt? Mit dieser Frage befasst sich der frühere Referent für Catholica und Publizistik am Konfessionskundlichen Institut Bensheim und jetzige Leiter des Verlagshauses Speyer, Pfarrer Martin Schuck, in der April-Ausgabe des Deutschen Pfarrerblatts (Schifferstadt). Der Beitrag trägt den Titel „Die konservative Auslegung des Konzils ist abgeschlossen – Die Ära Joseph Ratzingers im Vatikan: Versuch einer Bilanz“.

Wie Schuck schreibt, erscheine Ratzinger (von 2005 bis 2013 Papst Benedikt XVI.) im Rückblick neben Karol Wojtyla (Papst Johannes Paul II.) als diejenige Persönlichkeit, die in der Zeit seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) die römisch-katholische Kirche am stärksten prägen konnte.


Dies hänge im wesentlichen damit zusammen, dass Ratzinger den Streit der Theologen um die Auslegung des Konzils nicht nur Kraft seiner Autorität, sondern auch mittels einer klaren theologischen Argumentation entscheiden konnte, schreibt Schuck: „Als deutscher Theologe war Joseph Ratzinger auch der erste Papst, der den Protestantismus nicht nur aus eigener Anschauung kannte, sondern sich auch in seinen Reden, Veröffentlichungen und Lehrschreiben mit ihm auseinandersetzte.“

Der Professor auf dem Heiligen Stuhl

Als Papst Benedikt XVI. sei er ebenso innovativ gewesen wie sein Vorgänger Johannes Paul II. (1920-2005).

Benedikt habe das Papstamt auf seine Art neu erfunden, „indem er sich als Professor auf dem Heiligen Stuhl inszenierte“.

Sehr deutlich habe er diese Rolle gespielt bei seiner Vorlesung an der Regensburger Universität 2006 und der Veröffentlichung seiner Jesus-Bücher, deren erster Band 2007 erschien.

Schucks Fazit: Am Ende der Epoche der beiden mitteleuropäischen Päpste Johannes Paul II. und Benedikt XVI. stehe die katholische Kirche dogmatisch und kirchenrechtlich auf sicherem Grund, habe aber durch allerhand Skandale viel von ihrem Ansehen in der Öffentlichkeit und ihrer Glaubwürdigkeit verloren.

Die Aufgabe des neuen Papstes Franziskus bestehe also darin, das gefestigte Profil zu bewahren und die Glaubwürdigkeit in der Öffentlichkeit wiederherzustellen.

Fotos



Foto: (c) kath.net/Deutschland pro Papa/Eva Benedicta Sherpa


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