21 März 2013, 16:30
Positionen von Papst Franziskus
 
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Von A wie Abtreibung über R wie Relativismus bis V wie Verweltlichung des Klerus. Aussagen von Jorge Mario Kardinal Bergoglio.

Buenos Aires (kath.net/jg)
Wie steht Papst Franziskus zu Abtreibung, Neuevangelisierung, soziale Gerechtigkeit und anderen Fragen? Die Internetseite aleteia.org hat mit Erlaubnis der Erzdiözese Buenos Aires einige Ausschnitte aus seinen Predigten zusammengestellt. Einige Aussagen des Papstes sind einer Zusammenstellung aus dem Buch "Gott und die Erde" entnommen, die von der Zeitung "Die Tagespost" veröffentlicht wurde.

Abtreibung

„Abtreibung ist nie eine Lösung. Wir müssen zuhören, unterstützen und verstehen, um zwei Leben zu retten: das kleinste und wehrloseste menschliche Wesen zu respektieren, Schritte zu unternehmen, die sein Leben retten, seine Geburt ermöglichen und kreativ sein, um ihm bei seiner Entfaltung zu helfen.“ (16. September 2012)

Evangelisierung

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„Für unsere Wahrheit reicht es nicht, rechtgläubig zu sein und unsere pastoralen Anstrengungen sind zu wenig, wenn sie nur effizient sind. Ohne die Freude der Schönheit wird die Wahrheit kalt, sogar schonungslos und stolz, wie wir es in der Auseinandersetzung mit vielen verbitterten Fundamentalisten erleben. Es scheint, dass sie Asche kauen und nicht die Süßigkeit der Herrlichkeit der Wahrheit Christi genießen, welche alle Wirklichkeit mit einem sanften Licht erleuchtet.“ (22. April 2011)

Glaube und Kultur

„Wer Gott anbetet, erhält in dieser Erfahrung eine Aufgabe, gegenüber seinen Brüdern Gerechtigkeit zu üben. Diese Gerechtigkeit ist sehr schöpferisch, weil sie Dinge erfindet: Bildung, sozialen Aufstieg, Hilfe usw. Johannes Paul II. sagte einen gewagten Satz: Ein Glaube, der nicht zur Kultur wird, ist kein richtiger Glaube. Heute haben wir götzendienerische Kulturen – der Konsumismus, der Hedonismus und der Relativismus stehen dafür.“ (Gott und die Erde)

Homo-Ehe

„Für uns ist die Grundlage des Naturrechts wichtig, das in der Bibel erscheint. Sie spricht von der Verbindung zwischen einem Mann und einer Frau. Homosexuelle hat es immer gegeben. Aber in keinem Augenblick der Geschichte wurde ihnen derselbe Status wie der Ehe eingeräumt. In unserer Zeit wird erstmals das Rechtsproblem aufgeworfen, eine gleichgeschlechtliche Verbindung der Ehe gleichzustellen. Ich halte es für eine Ent-Wertung und für einen anthropologischen Rückschritt. (...) Unsere Ablehnung der gleichgeschlechtlichen Verbindungen hat keine religiöse, sondern eine anthropologische Grundlage.“ (Gott und die Erde)

Krise

„Die Symptome des Verlusts des Übernatürlichen sind vielfältig, aber das vielleicht deutlichste ist das der ‚maßgefertigten Freuden’: der Freuden der Technik, die immer bessere Geräte verspricht; die Freuden einer Wirtschaft, die denen, die Teil des Systems sind, fast unbeschränkte Möglichkeiten bietet, die Freuden geringwertiger religiöser Angebote, alle Bedürfnisse zu erfüllen. Der Verlust des Übernatürlichen hat eine eschatologische Dimension; er greift uns indirekt an, indem er jede entschlossene Haltung einklammert; an deren Stelle verspricht er jene kleinen Freuden, die ‚Inseln’ oder einen ‚Waffenstillstand’ versprechen, ohne Hoffnung auf Fortschritt für die Welt im Ganzen. Die menschliche Haltung um diese Freuden und den Verlust des Übernatürlichen zu durchbrechen besteht darin, uns die Dinge gegenwärtig zu machen, die letztlich Bedeutung haben und uns hoffend zu fragen: ‚Bewegen wir uns von gut zu besser oder von schlecht zu schlechter? Dann stellt sich die Frage: Können wir darauf antworten? Haben wir als Christen die Worte und Taten, die einen Pfad der Hoffnung für die Welt zeigen?“ (8. Mai 2011)

Relativismus

„Jener Relativismus der es, unter dem Deckmantel des Respekts für Unterschiede, allen erlaubt, den Konflikt zu vermeiden, der mit dem reifen Mut verbunden ist, Werte und Prinzipien hochzuhalten. Der Relativismus ist seltsamerweise absolutistisch und totalitär. Niemand darf von seinem Relativismus abweichen. Im Grunde genommen heißt das ‚halt den Mund’ oder ‚misch dich nicht ein’. (25. Mai 2012)

Die Schlüsselfragen der Kirche
„Es gibt religiöse Gemeinschaften, die unbewusst Gefahr laufen, sich in eine Nicht- Regierungsorganisation zu verwandeln. Es geht nicht darum, dies oder jenes zu tun, um dem Nächsten zu helfen. Wie betest Du? Wie hilfst Du Deiner Gemeinschaft, damit sie Gott erfährt? Das sind die Schlüsselfragen.“ (Gott und die Erde)

Sexueller Missbrauch in der Kirche

„Das Problem ist nicht mit dem Zölibat verbunden. Wenn ein Priester pädophil ist, war er es, bevor er Priester wurde. Wenn dies geschieht, darf man nicht zur Seite schauen. In meiner Diözese ist dies nie aufgetreten, aber einmal rief mich ein anderer Bischof an, und fragte, was er machen sollte. Ich sagte zu ihm, er sollte ihm die kanonischen Lizenzen entziehen, ihn nicht mehr das Priestertum ausüben lassen und den entsprechenden Prozess vor dem kirchlichen Tribunal einleiten (...) Den Priester zu versetzen, hat keinen Sinn. Denn im Koffer nimmt er das Problem mit. (Gott und die Erde)

Soziale Fragen

„Das Drama spielt sich auf den Straßen, in der Nachbarschaft, in unserem Haus und – warum nicht? – sogar in unseren Herzen ab. Wir leben mit einer Brutalität, die tötet, Familien zerstört, die Kriege und Konflikte in vielen Ländern verursacht. Wir leben mit Neid, Hass, Verleumdung, Weltlichkeit in unseren Herzen. Das Leiden der Unschuldigen und Friedfertigen hört nicht auf uns zu bewegen; Verachtung für die Rechte der schwächsten Personen und Völker ist nicht so weit entfernt; die Herrschaft des Geldes mit seinen dämonischen Wirkungen wie Drogen, Korruption, Menschenhandel – sogar der Handel mit Kindern – in Verbindung mit einer materiellen und moralischen Armut sind heute allgegenwärtig. Die Zerstörung ehrlicher Arbeit, schmerzhafte Migrationen, das Fehlen von Zukunftsperspektiven sind auch Teil dieser Symphonie. Auch unsere Fehler und Sünden als Kirche gehören zu diesem Bild.

Verweltlichung des Klerus

„Das Schlimmste, was im Leben eines Priesters geschehen kann, ist, weltlich zu sein, Bischöfe oder Priester light zu werden.“
(Gott und die Erde)


Papst Franziskus in einem EWTN-Video über die Hl. Eucharistie



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