Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Nicht mehr ernst zu nehmen
  2. Der Vatikan ringt um die Definition der "Umweltsünde"
  3. Afd-Sieg in Sachsen-Anhalt - Panik bei den Kirchen
  4. Ermahnung zur parteipolitischen Neutralität
  5. Bischof Timmerevers legt sein Amt als Bischof von Dresden-Meißen nieder
  6. Liebe 'Deutsche Kirche', ihr seid Heuchler vor dem Herrn!
  7. 'Ruft AfD-Wähler auf, sich die Kirchensteuer zu sparen'
  8. Papst bereitet Debatte zu strittigen Lehren seines Vorgängers vor
  9. Wahl in Sachsen-Anhalt: AfD auch bei Kirchenmitgliedern stärkste Kraft
  10. Regierung von Pennsylvania will Begriffe ‚Mutter‘ und ‚schwangere Frau‘ streichen
  11. Die Vision der Hölle und warum wir dringend die Göttliche Barmherzigkeit anrufen sollten
  12. Die konzilswidrige deutsche Synodalkonferenz
  13. Leere der kirchlichen Lehre
  14. Ein Mensch auf den Knien ist mächtiger als die Welt
  15. US-Diözese errichtet Pfarre, die dem Märtyrer Matthew Ayariga geweiht ist

Wenn 'Pille danach' tötet, muss man auf sie verzichten

28. Februar 2013 in Kommentar, 5 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Doch eine „Pille danach“, die nicht abtreibend, sondern wirklich nur verhütend, nur ovulationshemmend wirkt, kann nach einer Vergewaltigung gegeben werden – Ein Klartext von Weihbischof Andreas Laun


Salzburg (kath.net) Die Frage der „Pille danach“ und die Stellung der Katholischen Kirche dazu ist ein Thema, das ist letzter Zeit viel Aufregung erzeugt hat. Dass die sogenannte „Welt“ die Kirche oft nicht versteht ist nicht verwunderlich, aber die Erfahrung zeigt: Oft handelt es sich um ein Nichtverstehenwollen und bewusstes „Andersverstehen“.

Ausgangspunkt war die - ganz katholische -- Klarstellung von Kardinal Meisner: Eine „Pille danach“, die nicht abtreibend, sondern wirklich nur verhütend, nur ovulationshemmend wirkt, kann nach einer Vergewaltigung gegeben werden.

Man könnte sagen: Eine solche Pille ist wie ein „Weglaufen“ vor dem Täter im Schoß der Frau, sie schlägt ihm sozusagen die „Türe zu ihrer Eizelle“ vor der Nase zu. Das ist, zur Sicherheit sei es gesagt, auch etwas völlig anderes als ein verhütendes Eingreifen in die eheliche Vereinigung.

So weit sollte die Sachlage klar sein, und dass die Kirche unerschütterlich bei ihrem Nein zu einer Abtreibung, auch im Frühstadium, auch nach einer Vergewaltigung, auch bei Behinderung, bleibt, sollte sogar einem Kirchenhasser längst klar geworden sein!

Bleibt nur die Frage: Worüber streitet man? Eigentlich nicht um eine Frage der Moraltheologie, sondern um eine medizinische: Welches „Pille-danach“-Präparat am Markt wirkt wirklich nur verhütend und nicht doch auch oder gar nur früh abtreibend? Gibt es ein solches Präparat überhaupt, und wenn es behauptet wird, wie sicher kann man sich der wissenschaftlichen Korrektheit in diesem Falle sein?


Man erinnere sich: Zur Zeit, als „die Pille“ auf den Markt kam, hieß es am Anfang immer, sie hemme nur die Ovulation, habe also mit Abtreibung nichts zu tun. Aber es dauerte nicht lange, und es stand auch auf den Beipackzetteln unter den Wirkungs-Mechanismen der Pille die Nidations-Hemmung.

Ein Blick auf die Diskussion um die Bemerkung von Kardinal Meisner zeigt: So glasklar die moralische Antwort – wie sie z.B. M. Spieker in einem Leserbrief an die Tagespost dargestellt hat - ist, bezüglich der medizinischen Frage sind sich die Fachleute nicht einig. Manche sind überhaupt überzeugt: Die theoretisch denkbare, nur verhütende Pille danach gibt es nicht und wird es auch nie geben. Hier kommt wieder die Moral ins Spiel: Wenn es unsicher ist und bleibt, gilt ein absolutes Nein zur Pille danach: Wenn die Möglichkeit besteht, dass die Pille danach einen kleinen Menschen tötet, muss man auf sie verzichten.

Dazu kommt: Zu vertrauen, dass sich die Ärzte um den in ihren Augen wahrscheinlich sehr kleinen Unterschied zwischen Verhütung und Nidations-Hemmung kümmern werden, geht an den Zeichen der Zeit vorbei.

Dies umso mehr, dass die Wirkung auch davon abhängt, zu welcher Zeit des Zyklus alles geschehen ist und die Pille eingenommen wird. Man erinnere sich an die erste, geradezu begeisterte Reaktion mancher katholischer Krankenhäuser, dann ahnt man, wie die Realität aussehen wird.

Dazu kommt die unglückliche Formulierung der bischöflichen Erklärung, auf jeden Fall sei die „Entscheidung der Frau zu respektieren!“ Man fragt sich, welch andere Entscheidung in diesem Kontext gemeint sein kann als dasjenige, das Risiko einer Frühabtreibung einzugehen.

„Respektieren“ heißt dann doch: Man gibt ihr das gewünschte Präparat und lässt das ohnehin unbekannte Wie der Wirkung auf sich beruhen. Dass man die Entscheidung „respektieren müsse“ wurde in Österreich auch ganz direkt mit Blick auf Abtreibung gesagt, gut gemeint aber verwirrend. Man braucht es nur auf eine andere Sünde übertragen: Niemand, dem sein Auto gestohlen wurde, wird sagen: Schade, aber er respektiere die Entscheidung des Diebes.

Heute ist zu beobachten, dass das Wort „Respektieren“ mit seinem guten Klang nicht selten dort verwendet wird, wo man dem Zeitgeist ein Stück weit nachgibt. Etwa wenn sogar Bischöfe, wie in Österreich geschehen, sagen, man müsse die sexuelle Orientierung eines Menschen „respektieren“. Gut gemeint, aber irreführend! Man kann und soll jeden Menschen respektieren, mit seinen Krankheiten und mit allen seinen psychischen Merkwürdigkeiten, aber man kann nicht die Krankheit als solche respektieren und auch nicht eine psychische „Unordnung“. Bei den sexuellen „Orientierungen“ müsste man dann auch pädophile, sadomasochistische und andere Philien „respektieren, was kaum jemand sagen würde.

Im Grunde ist es einfach: Den Sünder lieben, nicht die Sünde, so auch hier: Den Menschen achten und ehren, nicht das an ihm, was der Schöpfungsordnung nicht entspricht, also weder eine körperliche Missbildung noch eine seiner Psyche!


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Empfängnisregelung

  1. Wenn die kirchliche Lehre wahr ist, dann muss sie auch lebbar sein
  2. „Die himmlische Regie“
  3. Bischof Küng: ‘Humanae Vitae’ bleibt ein prophetisches Wort
  4. Humanae vitae aufweichen?
  5. Sind Pille und Kondom moralisch geboten?
  6. Natürliche Familienplanung ist nicht mehr nur für Katholiken
  7. Die 'Kongopille' und die frühabtreibende Wirkung der heutigen Pillen
  8. Die 'Pille' steigert spürbar das Risiko zur gefährlichen Thrombose
  9. Kardinal Vingt-Trois: Künstliche Verhütung ist Sünde
  10. 'Spiegel' berichtet positiv über natürliche Familienplanung






Top-15

meist-gelesen

  1. EILT - Sommerspende für kath.net - Bitte helfen SIE uns JETZT!
  2. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  3. Theologen: Der hl. John Henry Newman bleibt für Gewissens- und Glaubensfragen aktuell
  4. … und das Leben der kommenden Welt
  5. US-Diözese errichtet Pfarre, die dem Märtyrer Matthew Ayariga geweiht ist
  6. Regierung von Pennsylvania will Begriffe ‚Mutter‘ und ‚schwangere Frau‘ streichen
  7. Warum Sie am 17. September in die Kinos gehen sollten!
  8. Musikvideo zeigt Frau bei ‚Abtreibungsritual‘ auf der Toilette
  9. Katholische Gebetsinitiative in den USA: ‚Millions of Monicas‘
  10. Zehn Jahre heilig: Feier für Mutter Teresa im Stephansdom
  11. Der Vatikan ringt um die Definition der "Umweltsünde"
  12. Die konzilswidrige deutsche Synodalkonferenz
  13. Bischof Timmerevers legt sein Amt als Bischof von Dresden-Meißen nieder
  14. Die Kirche mitten in der Welt
  15. „Bin ich Konvertitin oder von Kindesbeinen an katholisch?“

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz