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Schluss mit teuren und sinnlosen Studien!

24. Jänner 2013 in Kommentar, 52 Lesermeinungen
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Ein Gebot der Stunde: Teure kirchliche Studien einsparen, das Geld den Armen geben und sich ums kirchliche Kerngeschäft kümmern: Mission - Ein Kommentar von Roland Noé


Stuttgart (kath.net/rn) "Alle Jahre wieder kommt das Christuskind", singen Katholiken in Weihnachtszeit. Alle paar Wochen werden die Katholiken in letzter Zeit mit Studien konfrontiert, die meist dazu auch noch mit nicht wenigen Kirchensteuergeldern finanziert werden. So auch wieder zuletzt am vergangen Mittwoch und auch am heutigen Donnerstag.

Am Mittwoch hatte das Bistum Rottenburg-Stuttgart die Öffentlichkeit mit einer angeblich "empirisch repräsentativen" Studie die Öffentlichkeit beglückt. Es ging um "aktuelle Erwartungen der Gläubigen". Die Diözese erhofft sich von der Studie auch "Hinweise für ihren Kurs" in den nächsten Jahren. So ließ das Bistum verbreiten, dass sich die Mehrheit der insgesamt 4.000 Befragten, von denen übrigens 1.000 Personen nicht einmal katholisch waren*, eine "offene, tolerante und kommunikationsfähige" Kirche wünsche, die sich gesellschaftlich einmischt. "Radikal-konservative Aktivisten" – damit dürften wahrscheinlich romtreue Katholiken gemeint sein – stellen laut dem Bistum lediglich eine Minderheit dar. Die Studie sei laut dem Bistum Stuttgart ein Beitrag zu dem in der Diözese laufenden "Dialogprozess".


Interessanterweise ist das “Jahr des Glaubens”, das die Kirche derzeit weltweit feiert, kein Thema. Laut dem Generalvikar sei diese Studie zudem auch eine "Voraussetzung für eine nachhaltige Erneuerung".

Merkwürdigerweise stellt in der katholischen Kirche kaum jemand die Grundsatzfrage, ob man solche Studien überhaupt braucht. Ein kleiner Blick in die Heilige Schrift könnte genügen, um darauf eine Antwort zu finden. Im 2. Buch Mose hatte das damalige "Kirchenvolk", während Mose am Berg Sinai die Zehn Gebote in Empfang nahm, durchaus andere "aktuelle Erwartungen". Diesen entsprechend baute es sich ein Goldenes Kalb. Im Kapitel 32 von Exodus wird beschrieben, was der nun gar nicht so "liebe Gott" von jenem Götzendienst hielt. Der "Zorn Gottes" entbrannte. Der Patriarch selbst verbrannte nach seiner Rückkehr das Kalb im Feuer und zerstampfte es zu Staub. Später schlug der Herr das Volk mit Unheil, “weil sie das Kalb gemacht hatten, das Aaron anfertigen lieߔ.

Auch im Neuen Testament ist nirgendwo von „Studien“ zu lesen. Jesus, ein “radikal-konservativer Aktivist”, hatte sich vorher nicht erkundigt, was sich denn das Volk so wünsche. Nein. Er zog laut dem Evangelisten Matthäus in ganz Galiläa umher, lehrte in den Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich Gottes und heilte im Volk alle Krankheiten und Leiden.

Auch besonders tolerant schien er nicht gewesen zu sein. So warnt er zum Beispiel im Kapitel 7 bei Matthäus vor den falschen Propheten und lässt ihnen ausrichten: “Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes! “. Der Ansatz zu einem „Dialog“, wie er heute innerhalb eines demokratisch orientierten Mehrheitsdenkens verstanden wird, sieht anders aus. Oder wie dies Walter Kardinal Brandmüller am 16. September 2012 in seiner Predigt anlässlich der Abschlussmesse des Kongresses „Freude am Glauben“ formuliert hatte: „Zeugnis geben vom Heil, das Christus gebracht hat, Verkündigung seiner Botschaft - das ist das Gebot auch unserer geschichtlichen Stunde“. So scheint Christus auch im Kapitel 10 nicht besonders „kommunikationsfreudig“ zu sein. In Befehlsform forderte er die Jünger auf: „Geht und verkündet: Das Himmelreich ist nahe. Heilt Kranke, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus!”.

Der biblische Befund lässt eigentlich keine Zweifel: es geht in der Kirche um Bekehrung und Nachfolge. „Studien“, statistische Erhebungen zum Volkswillen oder Umfragen kennt die Heilige Schrift nicht. Somit kann es nur als geboten bezeichnet werden, sich derartiger „Studien“ zu enthalten, gerade auch in Zeiten einer fortschreitenden Wirtschaftskrise die dafür notwendigen Gelder zu sparen, diese vielleicht den Armen zu geben – und sich vor allem um das viel zitierte „Kerngeschäft“ der Kirche zu kümmern: Mission, Neubeginn in Christus und Umkehr, denn: „Wir sollen einer Welt, die sich in Schwierigkeiten befindet und der Rückkehr zu Gott bedarf, die der Umkehr bedarf, das Zeugnis des gelebten Glaubens anbieten“ (Benedikt XVI.).

Mutter Teresa auf die Frage, was sich ihrer Meinung nach als erstes in der Kirche ändern müsse. Ihre Antwort: Sie und ich!

*Anmerkung: Das Bistum Rottenburg-Stuttgart verschweigt auf der Homepage, dass bei der Umfrage unter 4000 Personen 1000 Befragte nicht einmal katholisch waren!


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