16 Dezember 2012, 12:00
Müller: Politischer Atheismus größte Gefahr für Europa
 
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Präfekt der römischen Glaubenskongregation fordert Katholiken zur Teilnahme am politischen Leben bis hin zur Kandidatur für Parteien auf - Scharfe Kritik an "kreuz.net"

München (kath.net/KAP) Politischer Atheismus und aggressiver Säkularismus sind nach den Worten von Kurienerzbischof Gerhard Ludwig Müller die größte Gefahr für Deutschland und Europa. "Wir dürfen als Kirche nicht defensiv sein und uns auf den Kreis der Menschen beschränken, die zum Gottesdienst kommen", sagte der Präfekt der römischen Glaubenskongregation der Wochenendausgabe der "Mittelbayerischen Zeitung". Deshalb brauche es mehr Katholiken mit gesellschaftlichem Engagement. "Was wir nicht haben, sind überzeugte Katholiken, die auf allen Ebenen in der Politik tätig sind."

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Schließlich gehe es nicht nur darum, an der Liturgie teilzunehmen, auch wenn das ein wesentliches Element sei, erklärte Müller. Er rief Katholiken dazu auf, an Wahlen teilzunehmen oder sich auch als Kandidat einer Partei aufstellen zu lassen. "Wir überlassen das Feld oft anderen ideologischen Gruppierungen und wundern uns dann, wenn die Kirche plötzlich zurückgeschoben wird." Gläubige würden dann irgendwann nur noch als geduldete Minderheit betrachtet. Die ganze Kultur hierzulande sei vom Christentum geprägt. "Wenn wir diese Wurzeln verlieren, enden wir nicht in einem neutralen Feld, sondern im Negativen und Abgründigen."

"kreuz.net": "Diffamieren statt argumentieren"

Im Blick auf die jüngst vom Netz gegangene Internetseite "kreuz.net" sagte Erzbischof Müller, er sehe ein Defizit des Internets darin, dass dort anonym Meinungen geäußert werden können. "Ein anständiger Mensch sagt über andere nichts Negatives, ohne dass er seinen Namen preisgibt und damit dafür Verantwortung übernimmt", erklärte Müller. Für das Internet sollte dies entsprechend gesetzlich geregelt werden. Aber auch die Öffentlichkeit müsste kritisch reagieren und dürfe Anonymes nicht ernst nehmen - "genauso wie man anonyme Briefe in den Papierkorb wirft".

Müller erinnerte daran, dass kirchliche Würdenträger bis hin zum Papst auf "kreuz.net" immer wieder scharf angegriffen wurden. Das Portal habe sich zwar als "katholisch" bezeichnet, aber das könne jeder hinschreiben. "Das sind keine katholischen Fundamentalisten, das wäre nämlich ein Widerspruch in sich", so der Erzbischof. Vielmehr handle es sich um "irgendwelche Extremisten, die nicht argumentieren, sondern nur diffamieren" könnten.

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