Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Wie die Piusbrüder - Linker belgischer Bischof plant weiterhin verbotene Weihen
  2. Gefeuert wegen AfD-Kandidatur: Deutsche Caritas-Erzieherin zieht vor Gericht
  3. Ist der Islam ‚eine alternative Form des byzantinischen Christentums‘?
  4. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  5. Sechs Messdiener mit Down-Syndrom ministrierten bei der historischen Papstmesse in Paris
  6. Asymmetrisch blinder Blick auf die deutsche Landschaft
  7. Es gibt drei Erzengel, die vor Gottes Thron für uns eintreten
  8. Wort-Gottes-Feier in katholischer Kirche mit Liedern von Taylor Swift
  9. Die Deutsche Bischofskonferenz will keine 'Demontage' des deutschen Staatsfunks
  10. „Wenn wir den wahren missionarischen Geist, den richtigen Weg finden, gibt es in Deutschland noch…“
  11. Ein Erzbischof auf Staatsbesuch
  12. 'Amoris Laetitia' oder das Lehramt, das sich selbst abschafft
  13. „Das Ende von Maria 2.0“
  14. Einbürgerung als Wahlstrategie? Linke profitiert massiv von muslimischen Wählern in Berlin
  15. US-Bischof Robert Barron: „Der Kommunismus erlebt in unserem Land gerade ein Comeback“

'Kirchliche Reformen bei uns beginnen – leider – beim Geld'

21. September 2012 in Kommentar, 79 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


„Die heilige Kirche Jesu Christi ist bei uns in Gefahr, scheinheilig zu werden“ – Ein aktueller KATH.NET-Kommentar zum „Allgemeinen Dekret der Deutschen Bischofskonferenz zum Kirchenaustritt“ von Professor Hubert Windisch


Regensburg (kath.net) Kurz vor der Verhandlung der Causa Zapp beim Bundesverwaltungsgericht in Leipzig legt die Deutsche Bischofskonferenz ein Allgemeines Dekret zum Kirchenaustritt vor, das letztlich das bisherige System der Verbindung von Kirchensteuer und Kirchenaustritt zementiert.

Damit vergibt die Deutsche Bischofskonferenz mit dem Segen des Vatikans eine große Chance, Reformen in der katholischen Kirche Deutschlands einzuleiten. Das vorliegende Dokument ist in gewissem Sinn sogar ein Schmähdokument, weil es weder die in letzter Zeit vorgebrachten pastoralen, theologischen und juristischen Einwände gegen das geltende Kirchensteuersystem noch die Sorge von vielen Gläubigen ernst nimmt, die aus Liebe zur Kirche etwas an diesem System ändern möchten.

Nach wie vor kann man also an der hiesigen Kirchenfinanzierung nicht rütteln, ohne aus der Kirche auszutreten. Und nach wie vor wird ein Kirchenaustritt vor einer staatlichen Stelle hart bestraft. Auch wenn das Wort Exkommunikation im Dekret nicht mehr fällt, der Sachverhalt der Wirkungen eines Kirchenaustritts bleibt derselbe.


Wahrscheinlich will man damit ablenken und beschwichtigen, verkauft aber eigentlich die Gläubigen nur für dumm. Hier liegt die alte Drohbotschaft der Exkommunikation in etwas aufgehübschtem Mäntelchen vor.

Eine Kirche aber, die sich bis in Führungskreise hinein in substanzialen Dingen des Glaubens und der Moral (etwa in bezug auf den Sühnetod Jesu am Kreuz, die Sicht und die Feier der Eucharistie, die Sicht der Ehe, die Einstellung zu Donum Vitae oder zur Homosexualität) gehen lässt, und gleichzeitig zeitbedingte staatskirchliche Fragen quasidogmatisiert, ist nicht mehr glaubwürdig.

Die heilige Kirche Jesu Christi ist bei uns in Gefahr, scheinheilig zu werden.

Es drängt sich einem der begründete Verdacht auf, man wolle mit diesem Dekret mit allen Mitteln ein System aufrecht erhalten, an das immer öfter von Gläubigen mit gutem Recht die Anfrage gestellt wird, ob es nicht weithin eine mit Kirchensteuermitteln hochdotierte Selbstzerstörung der Kirche fördert.

Eine solche Kirche aber, die unter dem Drohschutzschild einer de-facto-Exkommunikation sich selbst mit Zwangsfinanzierung erhält, brauchen die Menschen von heute immer weniger. Die rapide Abnahme der Kirchenmitglieder in deutschen Landen spricht diesbezüglich eine untrügliche Sprache.

Warum vertraut man nicht der Freiheit eines Christenmenschen wie etwa in Italien oder in der Schweiz? Es gäbe sicher viele Gläubige, die ihren Pflichten nach c. 222 § 1 CIC auch in finanzieller Hinsicht mehr als genügend nachkämen, und es entstünde über eine formale Kirchenzugehörigkeit hinaus Identifikation mit der Kirche, ja sogar kirchliche Identität.

Aus dem vorliegenden Dokument hingegen spricht Mißtrauen und Kleinglaube, schlimmer noch, die Mißachtung eines strengen Wortes Jesu in Mt 6,24, wo er sagt: Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon (Geld).

Was kann man tun? Man kann resignieren und warten, bis der Staat von sich aus diese unselige Klammer zwischen Staat und Kirche in Bezug auf die Kirchensteuer löst.

Man könnte natürlich auch darauf hoffen, dass sich viele Laien verbünden und sich gemäß c. 212 § 3 CIC gegen dieses Dekret wehren, damit in der katholischen Kirche Deutschlands endlich Reformen eingeleitet werden, die sich nicht auf dem Weg eines lächerlichen Dialogprozesses einstellen.

Kirchliche Reformen bei uns beginnen – leider – beim Geld.


Professor Hubert Windisch hatte bis zu seiner Emeritierung im April dieses Jahres den Lehrstuhl für Pastoraltheologie an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg inne.


Foto Prof. Hubert Windisch: © Universität Freiburg


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Kirchensteuer

  1. Bischof Kohlgraf: Kirchensteuer könnte für Zahlungen an Missbrauchsopfer verwendet werden
  2. Wie die Diözese Bozen-Brixen ‚Kirchenaustritte’ handhabt
  3. Kirche muss reich an Glauben sein, nicht reich an Geld
  4. Es reicht
  5. BKU-Vorsitzender stellt deutsches Kirchensteuersystem in Frage
  6. Evangelische Bischöfin: Heutiges Kirchensteuermodell eine 'Mit-Ursache von Kirchenaustritten'
  7. 2019: Neues Rekordhoch bei Kirchensteuereinnahmen in Deutschland
  8. Hahne: Kirchen sollten für 2 Monate auf die Kirchensteuer verzichten!
  9. #Corona Auswirkungen für die deutschen Bistümer werden dramatisch
  10. Der deutsche Kirchensteuerirrsinn







Top-15

meist-gelesen

  1. Ostern 2027 in Rom - Große kath.net-Leserreise!
  2. Lichterprozession in Lourdes: Papst betet in Lourdes den Rosenkranz auf Latein
  3. Meloni kündigt Burka- und Niqab-Verbot, Ausländerquoten an Italiens Schulen an
  4. Eucharistische Evangelisationsbewegung ‚Adore Him‘ in den USA
  5. Papst Leo XIV. trifft Missbrauchsbetroffene in Lourdes
  6. Die Würde des Menschen kennt keine Grenze: In den Augen Gottes ist niemand unsichtbar
  7. Den Willen Gottes für den Menschen bedenken und tun
  8. Buße, Hoffnung, ewiges Leben: Lourdes ruft zur Umkehr
  9. Papst Leo zu den Bischöfen: „Die Kirche in Frankreich liegt dem Papst sehr am Herzen!“
  10. Französische Bischöfe: Papst Leo hat das Herz der Franzosen berührt
  11. Er ist der dritte amtierende Papst in der Grotte von Massabielle/Lourdes: Leo XIV.
  12. ‚Trinkt auch ihr aus dieser Quelle!’ Der Durst, den nur Christus stillt
  13. Papst Leo singt mit 80.000 Jugendlichen das „Salve Regina“ auf Latein
  14. Papst Leo erstaunt über hohe Zahl von Erwachsenentaufen in Frankreich
  15. Wenn das Nein nicht mehr zählt

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz