20 September 2012, 14:10
Eucharistie gegen Geld – Ein fatales Signal
 
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Wenn es ums Geld geht, sind einige Repräsentanten der katholischen Kirche ungewöhnlich hart - Ein Kommentar von Roland Noé

Rom (kath.net/rn/as) Wer nicht zahlt, bekommt in Deutschland in Zukunft die heilige Eucharistie nicht gespendet. Auf diese Schlussformel lässt sich das als
„Kompromiss“ verkaufte Schreiben
auf den Punkt bringen, das am Donnerstag von der Deutschen Bischofskonferenz veröffentlicht wurde. Wenn es ums Geld geht, sind einige Repräsentanten der katholischen Kirche ungewöhnlich hart. Wo einst die Sünde den Mittelpunkt aller Erwägungen bildete, ob man die heilige Eucharistie empfangen darf oder nicht, steht jetzt das Geld.

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Man darf in Deutschland in schwerer Sünde verharren – eine Konsequenz für den Kommunionempfang hat dies schon seit Jahren in vielen Pfarren nicht mehr. Oder wann konnte man zuletzt am Sonntag auf der Kanzel von einem Bischof oder Priester hören, dass jeder, der in schwerer Sünde lebt, vor dem Empfang der heiligen. Eucharistie zuerst zur Beichte gehen muss? In den meisten Kirchen wären wohl bei einer strikten Umsetzung dieser Vorgabe schnell jegliche Kommunionhelfer überflüssig.

Geschiedene, die in einer „nichtkirchlichen“ Verbindung, beispielsweise in einer standesamtlichen Ehe, leben, sind dauerhaft vom Empfang der Kommunion ausgeschlossen. Dies stellt die römisch-katholische Kirche seit Jahren klar fest, in der Praxis wird dies besonders in deutschsprachigen Ländern oft völlig ignoriert. In der Form von “Dialogprozessen” soll dieses Handeln, das im Widerspruch zur Weltkirche steht, dann irgendwie noch legitimiert werden.

Besonders absurd wird die Situation jetzt werden, wenn Deutsche, die keine Kirchensteuer entrichten und trotzdem katholisch sind, in andere Länder reisen. Dort dürfen sie nämlich problemlos die Sakramente empfangen. Oder was passiert mit den Gastarbeitern aus Polen oder anderen katholischen Ländern, die zuhause keine Kirchensteuer zahlen müssen und plötzlich in Deutschland von dieser Regelung erfahren? Dürfen diese jetzt in Deutschland nicht mehr die heilige Eucharistie empfangen, da sie ja zu keiner Kirchensteuer verpflichtet sind?

In der Praxis wird sich allerdings auch in Deutschland nicht viel ändern, weil kaum ein Pfarrer ernsthaft bereit sein wird, das umzusetzen. Unabhängig davon ist Deutschland mit dieser Regelung in der Weltkirche isoliert, da jetzt noch mehr der Aspekt des Geldes in den Mittelpunkt rückt, wo es doch um „heilige Dinge“ gehen sollte.

Im Hintergrund steht: sehr viel Geld. Bei einer Änderung des Systems würde sich die derzeitige Kirchenstruktur Deutschlands vermutlich nicht wie gewohnt halten lassen. Allein das Erzbistum Köln hat aus Kirchensteuereinnahmen mehr Geld als der Vatikan zur Verfügung. Verschiedene Abteilungen und Institutionen des Vatikans werden von der reichen Kirche aus dem Norden großzügig finanziert. Dadurch können auch Abhängigkeiten entstehen, die vielleicht im Rahmen einer „Entweltlichungsdebatte”, die der Heilige Vater in Freiburg angestoßen hat, durchaus überdacht werden sollten, zum Wohle beider Seiten.

Vielleicht sollten sich diejenigen, die für diese bei gläubigen Katholiken für viel Kopfschütteln sorgende Regelung verantwortlich zeichnen, mal in einer stillen Stunde fragen: Was würde wohl Jesus dazu sagen?

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