Login




oder neu registrieren?


Suche

Suchen Sie im kath.net Archiv in über 70000 Artikeln:







Top-15

meist-diskutiert

  1. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  2. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  3. ZDF hasst Katholiken
  4. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  5. Kurienerzbischof Pozzo: „Die beiden Formen des Römischen Ritus nicht gegeneinander ausspielen“
  6. Christus bleibt nicht im Tempel! Fronleichnam: Einladung für die Gegenwart
  7. Bischof Algermissen: kfd-Positionspapier zu § 218 StGB ist nicht katholisch
  8. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  9. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  10. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  11. Besorgniserregende antidemokratische und gewaltaffine Haltungen bei jungen Muslimen
  12. Die Menschenwürde hat keinen Reisepass
  13. ‚Jedes Knie soll sich beugen‘: Erzbischof Fisher ruft zum Knien vor der Eucharistie auf
  14. ‚Das Christentum ist in Deutschland inzwischen fast so bedroht wie das Auerhuhn‘
  15. Papst: „Ich bin zutiefst berührt, dass Sie darüber sprechen können“

Tschechiens Sozialisten starten Plakatkampagne gegen Restitution

14. August 2012 in Aktuelles, 7 Lesermeinungen
Druckansicht | Artikel versenden | Tippfehler melden


Erzbischof Duka: Plakate gegen Eigentumsrückgabe erinnern an Propaganda der NS-Zeit und der Ära der kommunistischen Herrschaft


Prag (kath.net/KAP) Tschechiens Sozialdemokraten (CSSD) haben eine polemische Plakatkampagne gegen das Restitutionsgesetz gestartet, das bereits das Abgeordnetenhaus passiert hat und demnächst vom Senat begutachtet werden soll. Die Oppositionspartei vermeint, die Mehrheit der Bürger hinter sich zu haben.

Tschechien ist eines der am stärksten säkularisierten Länder Europas; das Unrechtsbewusstsein vieler Tschechen gegenüber der Kirchenverfolgung 1948-89 tendiert gegen Null, was auch historische Gründe hat: Die einstige Macht der katholischen Kirche in den böhmischen Ländern ist an die Herrschaft der Habsburger geknüpft. Die 300 Jahre unter Wien gelten in der offiziellen tschechischen Geschichtsschreibung als die Zeit der "Finsternis".

Tschechien ist das letzte Land in Europa, in dem ein Ausgleich zwischen Staat und Kirche immer noch aussteht. Zwar wurde die Regierung nach der "Samtenen Revolution" von 1989 verpflichtet, sich mit der Kirche über die Rückgabe des Eigentums zu einigen. Es bedurfte allerdings jahrzehntelanger Verhandlungen, um einen Kompromiss zu finden: Nach dem Willen der Mitte-Rechts-Regierung sollen die Kirchen nun mit umgerechnet 2,3 Milliarden Euro und Immobilien im Schätzwert von 2,9 Milliarden Euro entschädigt werden. Im Gegenzug will sich der Staat aus der Bezahlung der Priester zurückziehen; es käme zu einer strikten Trennung von Kirche und Staat.


Für die Linke in Prag ist dies ein viel zu hoher Preis. Der Wortführer der CSSD in dieser Sache, Parteivize Lubomir Zaoralek, äußerte die Sorge, dass "ein riesiges Paket an Geld und Immobilien de facto in die Hände einiger schwer identifizierbarer Personen" falle.

Die Wortwahl erinnert fatal an die Zeit, als in Prag über die Rückgabe des Jüdischen Museums an die Jüdische Gemeinde gestritten wurde. Damals äußerten Politiker die Angst, dass "Schacher-Juden" den Museumsbestand kurzerhand zu Geld machen könnten.

Kirchenvertreter bezeichneten die Äußerung als Aussonderung eines neuen "Klassenfeinds". Dieser sei die katholische Kirche, die größte unter den kleinen Glaubensgemeinschaften in Tschechien.

Im Standardrepertoire der Linkspolitiker findet sich der Hinweis, dass sich die Kirche viele Jahre vor Gericht mit der Präsidentenkanzlei über die Rückgabe des enteigneten Prager Veitsdoms (Foto) stritt. Linke Propagandisten erklärten seinerzeit, es gehe nicht an, diesen "Schatz der ganzen Nation" den Katholiken in den Rachen zu werfen. Der Kardinal Miloslav Vlk stand in seinem Kampf immer wieder auf verlorenem Posten. Vlks Nachfolger seit 2010, Dominik Duka, hat den Vorteil, mit Staatspräsident Vaclav Klaus befreundet zu sein.

Duka nutzte dies, um die CSSD anzugreifen: Er verglich die Plakate gegen die Eigentumsrückgabe mit Propaganda der NS-Zeit und der Ära der kommunistischen Herrschaft. Ein solches Vorgehen sei nicht nur "unkultiviert", sondern eine "Gefahr für die Demokratie". Die CSSD appelliere an die niedrigsten Instinkte - den Neid und den Hass auf die Christen.

Ausgeblendet wird von der CSSD auch, dass eine Eigentumsrückgabe viele bislang ungelöste Fragen über zahllose Grundstücke lösen würde, die den Ausbau der Infrastruktur und die Ansiedlung von Investoren blockieren. Damit haben auch viele sozialdemokratischen Bürgermeister zu kämpfen, die händeringend nach einer Lösung rufen. Aus deren Sicht ist der Widerstand der Parteiführung gegen die Kirchenrestitution völlig kontraproduktiv.

Copyright 2012 Katholische Presseagentur, Wien, Österreich
Alle Rechte vorbehalten.

Foto: (c) wikipedia/Tomcio77


Ihnen hat der Artikel gefallen? Bitte helfen Sie kath.net und spenden Sie jetzt via Überweisung oder Kreditkarte/Paypal!

 





Lesermeinungen

Um selbst Kommentare verfassen zu können müssen Sie sich bitte einloggen.

Für die Kommentiermöglichkeit von kath.net-Artikeln müssen Sie sich bei kathLogin registrieren. Die Kommentare werden von Moderatoren stichprobenartig überprüft und freigeschaltet. Ein Anrecht auf Freischaltung besteht nicht. Ein Kommentar ist auf 1000 Zeichen beschränkt. Die Kommentare geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder.
kath.net verweist in dem Zusammenhang auch an das Schreiben von Papst Benedikt zum 45. Welttag der Sozialen Kommunikationsmittel und lädt die Kommentatoren dazu ein, sich daran zu orientieren: "Das Evangelium durch die neuen Medien mitzuteilen bedeutet nicht nur, ausgesprochen religiöse Inhalte auf die Plattformen der verschiedenen Medien zu setzen, sondern auch im eigenen digitalen Profil und Kommunikationsstil konsequent Zeugnis abzulegen hinsichtlich Entscheidungen, Präferenzen und Urteilen, die zutiefst mit dem Evangelium übereinstimmen, auch wenn nicht explizit davon gesprochen wird." (www.kath.net)
kath.net behält sich vor, Kommentare, welche strafrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen, zu entfernen. Die Benutzer können diesfalls keine Ansprüche stellen. Aus Zeitgründen kann über die Moderation von User-Kommentaren keine Korrespondenz geführt werden. Weiters behält sich kath.net vor, strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.


Mehr zu

Tschechien

  1. „Weg zur Erneuerung von Kirche und Gesellschaft ist ohne die Erneuerung der Familien nicht möglich“
  2. Prag: Tausende Demonstranten fordern bessere Hilfen für Schwangere
  3. „Weitergabe des Glaubens von Generation zu Generation scheiterte, Neuevangelisierung ist notwendig“
  4. Kardinal Duka gestorben - Requiem am 15. November im Veitsdom
  5. Zehntausende bei tschechischer Nationalwallfahrt in Velehrad
  6. Prager Ordensfrauen verwandeln verfallenes Bauernhaus in Kloster
  7. Kirche will bekannten Heinrichsturm im Zentrum Prags verkaufen
  8. Jan Graubner wird neuer Erzbischof von Prag
  9. Unwetter in Tschechien: Bischof von Brünn besuchte Katastrophenregion
  10. Graubner neuer Vorsitzender der Tschechischen Bischofskonferenz






Top-15

meist-gelesen

  1. SIZILIEN-Rundreise mit Kaplan Johannes Maria Schwarz - ANMELDUNG nur noch bis 22. JUNI!!!
  2. ZDF hasst Katholiken
  3. Das Beichtgeheimnis: Festgeschrieben für die Ewigkeit?
  4. "Gesegneten Frohnleichnahm" - eine CSU-Blamage zu Fronleichnam
  5. Erzbistum Washington entlässt Exorzisten wegen Äußerungen zu UFOs und Dämonen
  6. Die Alte Messe braucht die Piusbruderschaft nicht
  7. Östereichische Bischofskonferenz: Lackner bleibt Vorsitzender, Scheuer wieder Vize
  8. Kardinal Woelki: In der Eucharistie schenkt sich Christus selbst
  9. Polen: Fußballer Bartosz Sobczyk gab seine Karriere auf, um Priester zu werden
  10. Aus der Liebe geboren, zur Einheit berufen - Ein Leib, ein Geist, eine Sendung
  11. Papst: „Ich bin zutiefst berührt, dass Sie darüber sprechen können“
  12. Das Maß vor dem Gesetz. Würde, Recht und die Grenzen der Macht
  13. Eduard Habsburg: Alte Messe ist ‚absolute Antithese zur heutigen Welt‘
  14. Papst reagiert bestürzt auf Ermordung von Bischof Afonso/Mosambik
  15. Neuer Trend in den USA: Abkehr von nüchternen Kircheninnenräumen

© 2026 kath.net | Impressum | Datenschutz