20 Juli 2012, 09:00
Wenn Muslime von Jesus träumen
 
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Persische Muslime sehen Jesus im Traum und lassen sich zu Tausenden taufen. Von Uwe Siemon-Netto / factum

Berlin (kath.net/factum) Kaum ein anderer Vers des Alten Testaments stimmt mich so vergnügt wie dieser Satz aus Psalm 2,4: «Aber der im Himmel wohnet lachet ihrer.» Darauf bezog sich Bischof Jobst Schöne, der frühere Hirte der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) in Deutschland, als wir uns über die österliche Taufe von acht ehemaligen Muslimen in einer Berliner Gemeinde unterhielten: «Gott muss sich ins Fäustchen gefeixt haben.»

Was war daran so ergötzlich? Nun dies: Da berichteten die Medien aufgeregt über die missionarische Grossoffensive radikaler Muslime im «verheideten» Deutschland; ausgerechnet in der Karwoche verteilten sie den Koran in 300.000 Exemplaren an Strassenecken und kündigten an, die deutsche Übersetzung ihres heiligen Buches in einer Auflage von über 25 Millionen drucken zu lassen.

Aber siehe, just zu diesem Zeitpunkt schwappte eine Welle von Bekehrungen persischer Asylbewerber übers Land, und zwar nicht nur in der lutherischen St. Marienkirche in Berlin-Zehlendorf, wo der Ruheständler Schöne als Prediger und Liturg aushilft, sondern auch in baptistischen, reformierten und katholischen Gotteshäusern.

Wenn Marien-Pfarrer Gottfried Martens eines Beweises für seine These bedurfte, dass sich hier Gottes Sinn für Ironie bestätige, so sei dieser Kontakt-Zwilling genannt: Im fernen Persien und in deutschen Flüchtlingslagern, in arabischen Wüsten wie im Hindukusch, träumen Muslime von Jesus, und als Nächstes lesen sie die fast 500 Jahre alte Lutherbibel und lernen den Gott der Christenheit kennen, der sich von Allah sehr unterscheidet.

Idea-Redakteur Matthias Pankau schilderte das Ereignis in der Marienkirche kürzlich als ein Ereignis höchster Symbolkraft. Es begann im Dunkeln. Nur Kerzen verliehen dem sakralen Raum ein schummriges Licht. Dann, gleich nach Mitternacht, intonierte Gottfried Martens vom Altar: «Ehre sei Gott in der Höhe»; jetzt jubelte die Orgel auf, und die Gemeinde stimmte die «grosse Doxologie» an: «Wir loben dich, wir benedeien dich, wir beten dich an.» Es wurde hell in der Kirche, hell wie der Sieg Christi über Tod und Teufel.

Für sechs junge Männer und eine Frau in der ersten Reihe war dies ein Augenblick von persönlicher Brisanz, denn jetzt begaben sie sich ihrem Heil zuliebe in Lebensgefahr: Sie liessen sich taufen und darauf steht nach islamischem Recht die Todesstrafe. In Teheran, das wusste jeder, wartete zu dieser Stunde der Pastor Yusuf Nadarkhani, ein ehemaliger Moslem, auf den Galgen. Auch unter den Täuflingen in St. Marien waren solche, die verfolgt und gefoltert wurden, bevor sie nach Deutschland flohen, wo 150.000 Perser leben, mehr als in irgendeinem anderen westeuropäischen Land.

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«Für uns Christen in Deutschland ist kaum vorstellbar, was diese Menschen auf sich nehmen, um ihren christlichen Glauben frei leben zu können», berichtet Marien-Pfarrer Gottfried Martens, dessen Kirche zur Zeit erfährt, was Martin Luther einen «Platzregen des Heiligen Geistes» nannte. Während das restliche Berlin wie eine geistliche Wüste wirkt, schwoll Martens’ Gemeinde in den letzten 20 Jahren von 200 auf über 900 Glieder an. Dazu gehören seit fünf Jahren immer mehr Konvertiten aus dem Iran. In der Osternacht 2011 taufte Martens zehn Ex-Muslime, im nächsten und übernächsten Jahr werden es ebenso viele sein, und auch in der Zwischenzeit sind etliche Taufen geplant.

«Gott hat ausgerechnet das östliche Deutschland, eine der gottlosesten Regionen der Welt, zum Schauplatz einer Erweckung unter Persern erwählt», fügte Martens in einem telefonischen Interview mit factum hinzu. Nach einer Studie der Universität von Chicago sind noch 13 Prozent der Menschen in den neuen Bundesländern gläubig.

Aber die Taufen in der Marienkirche sind nur ein Stein in einem Glaubensmosaik, das sich über ganz Deutschland erstreckt und keine konfessionellen Grenzen kennt. Einige Geistliche, die für diesen Artikel interviewt wurden, sprachen von einem Bühnenstück aus göttlicher Feder, und zwar einem, in dem Jesus-Visionen vieler Muslime ihren festen Platz haben. Diese folgen einem Muster, das sich mit den Berichten von Konvertiten in der ganzen islamischen Welt deckt. Ihnen erschien im Traum eine Lichtgestalt, die manchmal die Gesichtszüge Christi trägt, manchmal auch nicht; in jedem Fall wussten die Träumer hernach genau, wen sie gesehen hatten: nicht den «Isa» des Korans, sondern den Jesus der Bibel. Dieser Jesus schickt sie zu spezifischen Pfarrern, Gemeinden oder Hauskirchen, in denen sie das Evangelium hören.

Thomas Schirrmacher, der Vorsitzende der Theologischen Kommission der Weltweiten Evangelischen Allianz, sagt dazu: «Gott bestätigt hier also die reformatorische Lehre, dass der Glauben durch Schrift und Predigt vermittelt wird. In diesen Träumen veranstaltet Jesus ja keinen Hokuspokus, sondern verweist diese Menschen an die richtige Adresse, wo sie das unverfälschte Wort erreicht.» Aus genau diesem Grund hält auch Pfarrer Martens diese Berichte für glaubwürdig: «Als Lutheraner neigt man ja nun wirklich nicht zu Schwärmereien.»

Nach Ostern meldeten sich andere Gemeinden mit ähnlichen Geschichten. Im «Haus Gotteshilfe» der Landeskirchlichen Gemeinschaft in Berlin-Neukölln, hatte die Diakonisse Rosemarie Götz an jenem Ostertag 16 Perser getauft und damit ihre Gemeinde schlagartig verdoppelt. «Diese Iraner brachten 50 weitere mit, die wir jetzt im christlichen Glauben unterweisen; im August werden wir acht bis zehn von ihnen taufen», sagte Schwester Rosemarie.

Ihr Kontakt zu den Persern hatte vor 19 Jahren begonnen. Eine Sozialarbeiterin aus dem weltlichen Milieu führteNadereh Majdpour zu ihr. Frau Majdpour war in ihrer Heimat inhaftiert und so gefoltert worden, dass sie ihr gesamtes Kopfhaar verlor. Ihr «Delikt» war, öffentlich erklärt zu haben, dass sie Christus mehr liebe als Mohammed. Sie führte Schwester Rosemarie weitere Landsleute zu und dolmetscht für sie.

Zwei Wochen nach Ostern taufte der Pastor der baptistischen Friedenskirche im Berliner Stadtbezirk Charlottenburg vier weitere Perser. Unterdessen bereitete in der reformierten Bethlehemkirche, ganz in Schwester Rosemaries Nähe, der aus dem Iran stammende Presbyterianerpfarrer Sadegh Sepehri grössere Gruppen von ehemaligen Muslimen auf die Taufe vor. Sepehri leitet eine Gemeinde von 150 Iranern und sagte, dass er in seinen 20 Jahren in Berlin bereits 500 getauft habe. Dann machte er auf einen amerikanischen Kollegen in Süddeutschland aufmerksam, bei dem sich viermal so viele Muslime taufen liessen.

Dieser Pastor ist Mark A. Bachman, Gründer der freien baptistischen «Wort Gottes Gemeinde» in Nürnberg. Er ist seit zwei Jahren wieder in den USA, wo er am Hyles-Anderson College im Bundesstaat Indiana Missionare für den Einsatz in islamischen Ländern ausbildet. In einem Telefoninterview sagte Bachman, dass die meisten der 2.000 Ex-Muslime, die er in seinen 23 Jahren in Nürnberg getauft habe, Perser gewesen seien. Viele von ihnen berichteten, sie hätten Christus im Traum gesehen.

Aus Nürnbergs Hinterland kam derweil die Kunde, dass das Konversionsphänomen auch die tiefste Provinz erreicht hatte. In einer ländlichen lutherischen Gemeinde reichte ein Abendmahlshelfer mehreren dunkelhäutigen Kommunikanten, die ganz offensichtlich keine Franken waren, den Kelch. «Wer war denn das?» fragte er hernach seinen Pfarrer. «Ach», antwortete dieser, «das war wieder einmal eine persische Familie, die sich zum Christentum bekehrt hat.»

Dann meldete die «Westdeutsche Allgemeine Zeitung» aus Mülheim an der Ruhr, dass dort der BaptistenpastorHelmut Venzke zu Ostern 13 Iraner im Taufbecken seiner Kirche untergetaucht habe. «Dies geschieht in vielen Teilen Deutschlands», sagte Pastor Venzke gegenüber factum. «Es passiert überall dort, wo grössere Gruppen von Persern leben.»

Im März meldete der Norddeutsche Rundfunk, dass jährlich etwa 500 Perser und Afghanen zum christlichen Glauben übertreten. Dazu bemerkt Max Klingberg von der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) in Frankfurt: «Hier geschieht zweifellos etwas Bedeutendes, aber als geschulter Wissenschaftler ziehe ich es vor, mit Zahlen vorsichtig umzugehen.» Prof. Thomas Schirrmacher ist sich sicher: «In Wahrheit konvertieren jährlich tausend, vielleicht sogar tausende.»

«Präzise Daten lassen sich deshalb nicht ermitteln, weil die Landeskirchen und auch die katholische Kirche sie nicht bekanntgeben; sie befürchten, durch Mission den interreligiösen Dialog mit dem Islam zu stören», fuhr Schirrmacher fort.

Dazu passt die Aussage der Diakonisse Rosemarie Götz in Berlin, dass sie von der Pfarrerin der evangelischen Ortsgemeinde und auch der Superintendentin gemieden werde. «Die Pfarrerin hat uns noch nicht ein einziges Mal besucht.»

So kommt es, dass laut Schirrmacher vorwiegend Freikirchen frohgemut über Bekehrungen berichten. «Wir wissen, dass auch bibel- und bekenntnistreue Pfarrer der Landeskirchen ehemalige Muslime taufen, erfahren aber keine Statistiken», sagte Schirrmacher weiter. Kirchenrat Albrecht Hauser, ein langjähriger Missionar aus Stuttgart, fügt hinzu: «Uns ist bekannt, dass treue katholische Priester dies ebenfalls tun.» Aber auch die Katholische Kirche zögere aus Rücksicht auf den interreligiösen Austausch, konkrete Angaben zu machen, ergänzt Schirrmacher.

Soviel scheint jedoch festzustehen: In Deutschland werden mehr ehemalige Muslime Christen als umgekehrt. Schirrmacher verwies dazu auf einen Bericht des Zentralinstituts Islam-Archiv Deutschland in Soest, wonach 2010 rund 500 Deutsche zum Islam übergetreten seien. Dabei handele es sich nach den Angaben des Instituts allerdings vorwiegend um die deutschen Ehefrauen muslimischer Einwanderer und um nominelle Christen, die sich von der Konversion Geschäftsvorteile in islamischen Ländern versprächen. Die Übertritte der Perser zum christlichen Glauben hätten demgegenüber eine ganz andere Qualität, zumal ihnen ein langer Taufunterricht vorangehe.

In Pfarrer Martens’ Mariengemeinde dauert dieser Unterricht vier oder mehr Monate. Die Taufanwärter müssen die Bibel und das Glaubensbekenntnis studieren, auch Luthers Kleinen Katechismus, die Liturgie und das evangelische Liedgut. «Besonders die Liturgie fasziniert sie, weil sie in ihrem früheren Glauben völlig fehlte», sagte Martens. In vielen Gemeinden müssen die Kandidaten schriftliche und mündliche Examen ablegen und am Taufstein dem Islam abschwören.

«Im Taufunterricht erläutern wir den Unterschied zwischen dem Gott der Christenheit und dem Allah des Islams», betonte Schwester Rosemarie im Einklang mit den interviewten Geistlichen. Ein schöner Vergleich stammt von dem lutherischen Pastor Wilfried Kahla aus Hannover, der in seiner langen Missionarslaufbahn 600 Perser getauft hat, darunter einen Mullah, einen iranischen Polizeipräsidenten und einen Nachfahren Mohammeds. Kahla pflegte zu sagen: «Der Islam ist wie eine Strickleiter, mit der man versucht, zu Gott zu kommen. Wir schaffen es ein paar Stufen aufwärts, aber mit jeder Sünde fällt man von der Leiter und muss wieder von vorn beginnen. Christen brauchen keine Leiter, weil sich Jesus für sie auf den Weg zur Erde gemacht hat. Christen haben Erlösung – Moslems haben keine.»

Wie kommt es nun aber, dass sich von den vier Millionen Muslimen in Deutschland vor allem die Iraner dem Christentum zuwenden, dieser Religion, deren Gläubige vor Gott keine Angst zu haben brauchen? Nach Angaben der Geistlichen hat dies etwas mit ihrem hohen Bildungsstand zu tun. Die meisten persischen Einwanderer seien Akademiker und Geschäftsleute oder Studenten. In den Augen der akademischen Oberschicht hat der Islam nach Angaben des einzigen hauptamtlichen Perser-Seelsorgers der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Pastor Hans-Jürgen Kutzner, jegliche moralische Integrität verloren.

Dies trifft auch auf die Elite im Iran selbst zu. In seinem Gemeindebrief zitierte Pastor Martens «Schätzungen, ...dass bis zu 50 Prozent der jüngeren, gebildeten Bevölkerung im Iran dem Christentum zuneigen». Dabei bezog er sich auf einen Bericht des Senders Deutschlandradio. Max Klingberg von der IGFM hält dies zwar für übertrieben. Der amerikanische Pastor Bachman gab hingegen zu bedenken, dass 17 Millionen der 79 Millionen Iraner sich jeden Tag die Programme christlicher Satellitensender aus dem Ausland ansähen.

Könnte es nun sein, dass viele Iraner in Deutschland nur deshalb konvertieren, weil sie meinen, dann schneller als Asylanten anerkannt zu werden? Martens, Schwester Rosemarie und Pastor Bachman verwerfen diesen Gedanken. Sie weisen darauf hin, dass die meisten Konvertiten so leichtfertig nicht ihren hohen Lebensstandard in der Heimat gegen Armut in der Fremde eingetauscht hätten. «So etwas macht man nicht aus materiellen Gründen», sagte Schwester Rosemarie, «und ausserdem würden sich diese Perser dann nicht so emsig auf ihre Taufe vorbereiten und so treu zum Gottesdienst kommen.»

Dazu Martens zornig in seinem Gemeindebrief: «Es ist... nicht einfach, staatliche Stellen davon zu überzeugen, dass diese Christen aus dem Iran es mit ihrem Glauben ernst meinen... Dies hat die groteske Konsequenz, dass hier in Deutschland staatliche Gerichte mittlerweile zu Religionsgerichtshöfen mutieren.»

Wie seine deutschen Amtsbrüder, versicherte der Amerikaner Bachman darüber hinaus: «Ich habe allen meinen vormals muslimischen Taufanwärtern immer klargemacht, dass ihre Bekehrung sie nicht automatisch davor schütze, von den deutschen Behörden in den Iran zurückgeschickt zu werden.»

Doch zurück zu Bischof Schönes Bild vom lachenden Gott in Deutschland: Es wird vielleicht am deutlichsten von der Genese der persischen Erweckung in der Marienkirche bestätigt. Sie nahm ihren Anfang in Sachsen, der Wiege der Reformation, wo Christen mittlerweile zu einer aussterbenden Art reduziert sind. Vor zwölf Jahren führte die Trinitatis-Gemeinde der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche in Leipzig Deutschkurse für Asylbewerber ein, zumeist persische Muslime. Als Textbuch für diese Kurse wurde die Lutherbibel benutzt. Auf diese Weise lernten die Flüchtlinge nicht nur die deutsche Sprache, sondern auch die Heilige Schrift der Christen kennen. Bald baten mehrere Ausländer, getauft zu werden. «Inzwischen machen sie ein Drittel unserer 150 Gemeindeglieder aus», sagt der Pfarrer der lutherisch-freikirchlichen Trinitatis-Gemeinde, Markus Fischer.

Darunter sind Amin (Name geändert) und seine junge Familie. Amin, ein Nachfahre Mohammeds, war in Teheran ein erfolgreicher Geschäftsmann, der die ganze Welt bereiste, bis ein armenischer Freund ihn in die christliche Lehre einführte. Zusammen mit seiner schwangeren Frau flüchtete Amin daraufhin nach Europa. Sein Schicksal gleich dem des früheren Eigentümers eines Einkaufszentrums in der iranischen Hauptstadt. Dieser Mann, nennen wir ihn Hamid, wurde bei einer Razzia gegen eine Hauskirche festgenommen und gefoltert, ehe er sich nach Deutschland absetzte.

In dieser Hauskirche, berichtete Hamid, habe er zu ersten Mal gehört, wer Gott wirklich sei: «Ein liebender Vater, der eine persönliche Beziehung zu jedem Menschen möchte.» Bisher hatte er sich Allah nach islamischer Lehre als einen fernen, strafenden Gott vorgestellt. Zu Ostern gehörte Hamid zu den Täuflingen in Martens’ Marienkirche in Berlin, wohin er gezogen war, nachdem die deutschen Behörden seinen Asylantrag anerkannt hatten.

Andere Perser aus der Leipziger Trinitatiskirche zogen nach Hamburg, Dresden und Düsseldorf, wo sie sich – wie Hamid in Berlin – örtlichen Gemeinden der SELK anschlossen und sogleich mit grossem Erfolg unter ihren Landsleuten zu missionieren begannen.

Unterdessen hat in Leipzig die Geschichte der Trinitatis-Kirche auch gebürtige Deutsche neugierig gemacht. Und nun ist die kleine Friedhofskapelle, in der sie ihre Gottesdienste feiert, für die wachsende Gemeinde zu klein geworden, so dass sie neuerdings über einen Pachtvertrag für ein grosses, unterbenutztes Gotteshaus der sächsischen Landeskirche verhandelt.

Thomas Schirrmacher hat seine Freude an solchen guten Nachrichten, die einer Umkehr der radikalislamischen Revolution des Jahres 1979 im Iran gleichkommt. Er sagt: «Ist es nicht merkwürdig, dass sich der Revolutionsführer Ajatollah Chomeini als einer der grössten christlichen Missionare unserer Zeit entpuppen könnte?»

Nicht, dass der Ayatollah ein Christ gewesen wäre; nein, er war ein christlicher Missionar wider Willen. Nach einhelligen Aussagen vieler Konvertiten waren es paradoxerweise der Fanatismus, die Exzesse, die Brutalität, die Grausamkeit und Primitivität des von ihm gestifteten islamischen Regimes, die unter der Elite dieses hochzivilisierten Volkes die Sehnsucht nach einer geistlichen Alternative schürten. Diese Alternative finden gebildete Perser jetzt im Christentum, und damit offenbart sich Gott wieder einmal als der Grossmeister der Ironie.


Foto: der lutherische Pfarrer Gottfried Martens tauft einen Perser in der Osternacht in Berlin. (c) factum

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